Die Top- und Flop-Transfers

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Die Tops und Flops der Sommer-Transfers

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Der Grunddurchgang ist Geschichte. Die Black Wings Linz haben in souveräner Manier die Tabellenführung nach 44 Runden inne und sich vier Bonuspunkte für die Zwischenrunde gesichert (Wie funktioniert die Zwischenrunde).

Ein wichtiges Element im erfolgreichen System der Oberösterreicher sind die ausländischen Neuzugänge, die größtenteils eingeschlagen haben.

Auf der anderen Seite befinden sich die Capitals seit dem ersten Spieltag in der Krise. Auch hier kann man den Anti-Lauf an den Spielern festmachen, die man vor der Saison verpflichtet hat.

Nachdem LAOLA1 bereits die Tops und Flops der heimischen Stürmer präsentiert hat (Hier geht’s zur Analyse), nehmen wir nun die ausländischen Cracks unter die Lupe, die in der Übergangszeit den Verein gewechselt haben.

Welche Mannschaft hat gut eingekauft und wer hat sich bei den Verpflichtungen ordentlich vertan. Wer hat enttäuscht und wer vollends überzeugt. LAOLA1 macht den Check:

Black Wings Linz

  Mike Ouellette:

Die Liste der Neuzugänge, die sich im Grunddurchgang bei den Black Wings Linz bewährt haben, ist lang. Angefangen bei dem Verteidiger-Duo Adrian Veideman und Curtis Murphy bis hin zum trickreichen Rob Hisey  und Goalgetter Danny Irmen - die Linzer haben ein feines Händchen bewiesen, was ihre Neuzugänge angeht. Dennoch gilt es Mike Ouellette herauszustreichen, der im Kollektiv der starken Ausländer heraussticht. Der 29-jährige Kanadier hat  bereits bei seinen vorangegangenen Stationen Medvescak Zagreb (48 Punkte) und Graz99ers (55 Punkte) bewiesen, dass er ein gefährlicher Stürmer ist, doch bei den Oberösterreichern ist Ouellette regelrecht explodiert. Mit 48 Punkten aus 40 Spielen ist er hinter Ljubljana-Star John Hughes der zweitbeste Scorer der Liga und ein ganz wichtiger Bestandteil im Konzept von Trainer Rob Daum.

  Justin Kurtz:

Während seine kanadischen Landsmänner im Defensiv-Verbund, wie bereits erwähnt, voll eingeschlagen haben, blieb der aus Bremerhafen gekommene Justin Kurtz hinter den Erwartungen zurück. Aufgrund seiner mangelnden offensiven Präsenz (sechs Vorlagen, kein Tor) und Schwächen im Spielaufbau bekam der 35-Jährige nun die Quittung. Die Black Wings ersetzten ihn durch den Schweden Axel Alavaara.

RB Salzburg

Robbie Earl:

Es war wohl der Transfer des Sommers. Robbie Earl, der für die Toronto Maple Leafs und die Minnesota Wild 47 Spiele in der NHL bestritten hatte, wechselte zum frischgebackenen Meister Salzburg. Der US-Amerikaner wurde den Vorschusslorbeeren in der Mozartstadt gerecht. Nachdem er beim Spengler Cup als Gastspieler des HC Davos ins All-Star-Team gewählt wurde, stand plötzlich ein Wechsel des 26-Jährigen in die Schweiz im Raum. Doch Earl bleibt den Salzburgern treu und hat in der EBEL durch seine 22 Assists und 20 Tore bewiesen, dass er sowohl ein Scorer, als auch ein Vorbereiter ist. Seine eisläuferischen Fähigkeiten sind ebenfalls nicht zu verachten.

Erik Reitz

Erik Reitz gilt als Neuzugang, obwohl er bereits seit der Saison 2010/11 im Kader der Bullen steht. Im Vorjahr kam der Kanadier im Continental Cup zum Einsatz, bestritt aber nicht eine Partie in der EBEL. Dennoch zogen die Salzburger die Option auf den 29-jährigen Verteidiger. Reitz bedankte sich für das Vertrauen bereits am 30. September und holte sich eine zwölf Spiele dauernde Strafe ab. Der 100 Kilo schwere Defender streckte Zdenek Blatny (Graz99ers) von hinten mit einem Faustschlag nieder. Sieht man von der Strafe mal ab, war es ansonsten sehr ruhig um den Kanadier. 16 Einsätze absolvierte er für den amtierenden Meister, die Vertragsverlängerung konnte er bisher nicht rechtfertigen.


KAC

John Lammers

Ein Blick auf die Transferliste verrät, dass sich der KAC in Sachen Neuzugänge doch etwas zurückgehalten hat. Dennoch sind die beiden Stürmer John Lammers und Joseph Tenute sicher keine Fehleinkäufe. Was den Klagenfurter fehlt ist ein Torjäger, beide Kanadier zeichneten sich zuletzt mehr als Vorbereiter, denn als Vollstrecker aus. Trotzdem bleibt festzuhalten, dass Lammers die bisher einzigen beiden Overtime-Siege gegen Fehervar und Znojmo mit einem Treffer entschieden hat.

  Jordan Morrison

Der KAC war ein kurzes und wenig erfolgreiches Kapitel in der Karriere des Jordan Morrison. Ende Oktober aufgrund der Verletzungen von David Schuller und Tyler Spurgeon verpflichtet, musste der Kanadier Anfang Dezember bereits wieder seinen Hut nehmen. In der Zwischenzeit hatte der Stürmer in zwölf Partien drei Tore und zwei Assists für die Rotjacken verbucht, wegen seiner Verletzungsanfälligkeit wurde Morrison aber schon bald wieder vor die Tür gesetzt. Mittlerweile geht er in Norwegen für Lillehammer auf Torejagd und erzielte in den ersten zwei Spielen immerhin einen Treffer.

VSV

Mike Craig

Bei kaum einem anderen in der Liga trifft das Attribut „Oldie but Goldie“ so zu wie bei Mike Craig. Der Vertrag des mittlerweile 40-Jährigen wurde beim KAC nach dem Vizemeistertitel nicht verlängert. Lokalrivale VSV nutzte das nach verkorkstem Saisonstart aus und verpflichtete den rechten Flügel Mitte Oktober. In dieser Zeit brachte es Craig auf 25 Scorerpunkte und zeigte einmal mehr, dass man selbst in hohem Sportleralter im Eishockey noch für Furore sorgen kann. Aufgrund seiner Erfahrung aber auch seiner spielerischen Qualität ein Glücksgriff für die Adler.

Kyle Wanvig

Der VSV hat sich mit seinen beiden Neuzugängen Pierre Luc Sleigher und Kyle Wanvig nicht gerade mit Ruhm bekleckert und den Fehler schnell wieder korrigiert. Beide sind nicht mehr im Roster zu finden. Während Ersterer in der zweiten deutschen Liga bei Schwenningen einen Platz gefunden hat, hat Wanvig seine Schlittschuhe komplett an den Nagel gehängt. Der 1999 in der dritten Runde von den Boston Bruins gedraftete Right Wing, der es in seiner Karriere auf 75 NHL-Spiele für die Minnesota Wild und Tampa Bay Lightning brachte, zog es vor, im Alter von 30 Jahren seine Karriere zu beenden, um in seiner Heimat Calgary als Feuerwehrmann zu arbeiten.

Vienna Capitals

Jonathan Ferland

Die Erwartungen der Vienna Capitals vor der Saison in ihre Neuzugänge waren hoch, doch der Einzige, der dem Anspruch gerecht werden konnte, war Jonathan Ferland. Der ehemalige VSV-Kapitän kam von den Adlern in die Hauptstadt und hatte natürlich den Vorteil, dass er die Liga schon kannte. Der Spielstil des Kanadiers ist eine Bereicherung für die Offensive der Caps. Schon alleine die Art und Weise wie er die Checks zu Ende fährt, zeigt, dass der 28-Jährige gewillt ist, sich für die Mannschaft aufzureiben. Eine Attribut, das anderen Sommer-Transfers nicht bestätigt werden kann. Mit 36 Punkten (17 Tore) ist er hinter Kapitän Benoit Gratton der beste Angreifer der Wiener.

Pat Kavanagh

Ähnlich lang wie die Liste der Top-Transfers bei den Black Wings Linz, ist jene der Flops bei den Vienna Capitals. Nathan Robinson, Filip Gunnarsson oder Jon Insana haben allesamt nicht restlos überzeugt. Ebenso Ross Lupaschuk, der immerhin als Verteidiger 27 Punkte verbuchte, stellte die Verantwortlichen der Capitals aufgrund seiner zuletzt schwachen und fehlerhaften Performances nicht zufrieden. Aus diesem Grund musste der Kanadier Andre Lakos Platz machen und kann sich nun einen neuen Verein suchen. Wohl der Inbegriff eines Fehleinkaufes ist Pat Kavanagh. Bereits Mitte September  aufgrund schwacher Leistungen entlassen, wurde er nur einen Monat später aufgrund zahlreicher Verletzter im Caps-Kader rehabilitiert. Doch auch die zweite Chance nützte der Stürmer, der zuvor in vier Jahren DEL immer die 40-Punkte-Marke knackte, nicht. Kurz vor Ende des Grunddurchgangs hat Kavanagh einen Kredit bei den Caps endgültig verspielt.

Graz99ers

Brett Lysak

Wenn Zdenek Blatny und Brett Lysak auflaufen, dann schlottern den gegnerischen Defensiv-Reihen die Knie. Der Tscheche und der Kanadier entpuppten sich als kongeniales Duo, das es gemeinsam bereits auf 83 Punkte gebracht hat. Sie sind der Grund, warum die Grazer nicht noch weiter hinten in der Tabelle zu finden sind. Geht es um die interne Torschützen-Krone befinden sich die beiden mit je 16 Treffern an der Spitze auf Augenhöhe.

Rodi Short

Rodi Short und die Graz99ers, das funktionierte von Beginn an nicht. Der 24-jährige Verteidiger kam von der VEU Feldkirch in die Steiermark. Er wollte den nächsten Karriere-Schritt machen und sich in der EBEL etablieren, doch der Sprung von der Nationalliga in Österreichs höchste Spielklasse war für den Kanadier zu groß. Seine Offensiv-Qualitäten, die ihn bei der VEU noch auszeichneten, konnte er auch aufgrund mangelnder Einsatzzeiten nie in die Waagschale werfen. Mitte Dezember lösten die Grazer den Vertrag mit dem Defender, der mittlerweile wieder bei den Vorarlbergern einen Platz im Roster gefunden hat, auf.

Sebastian Rauch

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