"Es gibt Teams, die sexier sind"

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Lulea setzt auf harte Arbeit statt auf Stars

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110 Kilometer südlich des Polarkreises gelegen – eine weitere Reise als Lulea hätte es für eine österreichische Mannschaft nicht geben können.

Von den Reiseplanungen abgesehen, wartet mit den Nordschweden auch ein Gegner auf RB Salzburg, der die internationalen Vergleiche ernster nimmt als andere Teams.

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Sportdirektor Lars Bergström, ehemaliger österreichischer Teamchef und KAC-Trainer, rattert auch sofort die Platzierungen in der European Trophy der letzten Jahre herunter: „Drei-Eins-Drei, wir waren immer ein Top-4-Team.“

Professionelle Vorbereitung

Lulea geht auch das Viertelfinale der Champions League professionell an: Das Heimspiel bestreiten die Schweden noch in voller Besetzung, ehe sie acht Cracks an die diversen Nationalteams abstellen müssen.

Mit diesen wird am Vortag des Rückspiels angereist, um noch Trainings im Volksgarten absolvieren zu können.

Lulea bleibt dann auch über das Spiel hinaus in Salzburg und fliegt mit einem Charter direkt zum Ligaspiel nach Jönköping.

Hart arbeitendes Team

Nach einem guten Saisonbeginn kam Lulea in der SHL zuletzt etwas ins Trudeln und kassierte eine Reihe von Ein-Tore-Niederlagen, die Offensive ließ in den letzten Wochen ziemlich aus.

Trotzdem ist man mit der Arbeit von Coach Joakim Fagervall, der erstmals ein SHL-Team coacht, sehr zufrieden. Er führt die Arbeit seines Vorgängers Jonas Rönnqvist fort, Lulea hat seit jeher den Ruf eines hart arbeitenden, physischen Teams, das auf beiden Seiten des Pucks hart arbeitet und unerläßlich eisläuft.

Es gibt SHL-Teams, die sexier agieren und mehr auf Stars setzen, Lulea ist aber schon seit Jahren hart zu bespielen.

Komarek und Raffl spielten bei Lulea

Aderlass im Sommer

Der einzige Titel stammt aus dem Jahr 1996, allerdings kam Lulea auch in schlechteren Jahren nie in die gefürchtete Relegationsrunde. In den letzten Jahren konnte man aber mit dem Grunddurchgangssieg 2011/12 (Niederlage im Viertelfinale) und dem Finaleinzug 2012/13 in höhere Regionen vordringen.

Ähnliche Coups sind allerdings heuer nicht zu erwarten, zu groß war der offensive Aderlass im Sommer.

Mit Linus Klarssen (Lugano) und Niklas Olausson (Biel) verlor man die beiden Topscorer an die Schweizer NLA, auch der erst während der Saison gekommene Ego- und Exzentriker Linus Ömark heuerte bei einem finanzkräftigeren Team (Jokerit Helsinki) an.

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Lulea als "Österreicher-Klub"

Nicht nur Lars Bergström hat Österreich-Bezug, Lulea war über die Jahre eine Anlaufstelle für rot-weiß-rote Cracks, an die sich Bergström sehr positiv erinnert.

Thomas Koch („Topprofi und ein smarter Spieler“) war ebenso im Norden tätig wie die beiden jetzigen Bullen Thomas Raffl („Körperlich immens stark und ein Bombenschuss“) und Konstantin Komarek („Ein schlauer Spiel mit einer sehr guten Arbeitsmoral“).

Derzeit stehen elf Legionäre aus fünf Nationen (Finnland, Schweiz, Kanada, Dänemark, Slowakei) im Kader, Bergström sieht die Aufhebung der Ausländerbeschränkung in der SHL auch durchaus als befruchtend an: „Pässe zählen für uns nicht, nur die Qualität der Spieler auf und neben dem Eis ist entscheidend.“

Die Abbott-Twins Cam und Chris sind die Leader des Teams

Die interessantesten Spieler:

  • Daniel Larsson (Torhüter, 28): Mittelgroßer Goalie, hat schon einige SHL-Stationen hinter sich, etwas unkonstant. Wechselt sich mit dem kleinen und explosiven Joel Lassinantti (21) ab.

  • Jan Sandström (Verteidigung, 36): Ein routinierter Verteidiger, der auf seine alten Tage auch noch offensiv für Beiträge setzen kann.

  • Per Savilahti Nagander (V, 29): Nur der Name klingt exotisch, sonst das Vorzeigebild für das Lulea-Hockey: Groß, kantig, humorlos.

  • Dean Kukan (V, 21): Der Schweizer diente sich über das Juniorenteam in Lulea hoch und feierte im letzten Frühjahr auch seinen WM-Einstand. Bewegt sich und die Scheibe gut.

  • Cam und Chris Abbott (Angreifer, 31): Die beiden kanadischen Leader der letzten Jahre haben heuer keinen guten Saisonstart, vor allem der von einigen Gehirnerschütterungen geplagte Cam ringt noch mit seiner Form.

  • Per Ledin (A, 36): Power-Forward, der Aufräumer im Team. Zieht seine Checks gnadenlos durch.

  • Lennart Petrell (A, 30): Der Finne spielte vor zwei Jahren noch unter Ralph Krueger bei Edmonton. Harter Arbeiter, sehr guter Penalty Killer, limitierte Offensive.

  • Stephen Dixon (A, 29): Spielstarker kanadischer Anrgreifer, bis jetzt aber eine Enttäuschung. Könnte in absehbarer Zeit EBEL-Material sein.

  • Daniel Zaar (A, 20): Angreifer mit guten Händen, derzeit der Leading Scorer. Von den Columbus Blue Jackets gedraftet.

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Gegen Salzburg nicht mit dabei: Verteidiger Robin Jonsson (Rückenoperation im Frühjahr) und der nach Zagreb ausgeliehene Mark Owuya. Owuya ist als Teilzeit-Rapper („Mark in da Park“) eine der schillerndsten Persönlichkeiten im schwedischen Eishockey.

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