Tapfer gekämpft, aber dennoch chancenlos

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Am Ende war es dann doch ein Klassenunterschied.

Die Vienna Capitals mussten sich im Achtelfinal-Rückspiel der Champions Hockey League dem finnischen Meister Kärpät Oulu mit 2:3 geschlagen geben und schieden mit einem Gesamtscore von 3:6 aus.

Kärpät eine Nummer zu groß

„Sie haben definitiv verdient gewonnen, wir haben nicht gegen ein gutes, sondern gegen ein großartiges Team verloren. Ich wünsche ihnen noch viel Glück im weiteren Turnierverlauf“, musste auch Headcoach Tom Pokel eingestehen, dass seine Caps in diesem Spiel deutlicher unterlegen waren, als es das Ergebnis vermuten ließe.

Das Schussverhältnis war zwar mit 21:29 aus Sicht der Caps noch recht ausgeglichen, wenn man allerdings die gefühlten 30 Chancen, die die Finnen ausließen und hauchknapp am Gehäuse von Matt Zaba vorbeischossen, dazuzählt, wird klar, wie überlegen die Gäste waren.

„Sie haben das Spiel gesteuert“

„Kärpät hatte das Spiel jederzeit im Griff, sie haben es so gesteuert, wie sie es wollten“, war sich auch Pokel bewusst.

„Sie sind ganz klar die beste Mannschaft, gegen die wir diese Saison gespielt haben, sie haben uns nur wenige Chancen gelassen“, adelte auch Verteidiger Brett Carson die Finnen.

Kärpäts Headcoach Lauri Marjamäki sah hingegen ein nahezu perfektes Spiel seiner Mannschaft. „Es war nicht einfach, mit einem Zwei-Tore-Vorsprung in ein Spiel zu gehen, das gibt es im Eishockey normal nicht. Wir haben uns aber sehr gut vorbereitet und haben ein großartiges Spiel abgeliefert. Jeder Mannschaftsteil hat mich überzeugt, es war einfach tolles Hockey.“

Finnen verteidigten kompakt

Die Caps taten sich vor allem schwer, Chancen zu kreieren, zu dicht gestaffelt stand die finnische Defensive.

Volle Konzentration auf die EBEL

Doch nicht nur die Einstellung seiner Mannschaft freute den 47-Jährigen, auch die Tatsache, dass die Caps das Tempo phasenweise mitgehen konnten, blieb Pokel natürlich nicht verborgen.

„Wir müssen jetzt in der Liga allerdings darauf achten, dass wir das durchziehen und uns nicht dem Tempo der Gegner anpassen“, warnte er. Ab nun gelte die volle Konzentration der EBEL:

„Wenn man zwei Hasen jagt, fängt man keinen. Wir jagen jetzt nur mehr einen. Wir fokussieren uns voll auf die Meisterschaft.“

„Eine Klasse für sich“

Neben Einstellung und Tempo war dem Übungsleiter noch eine dritte positive Komponente aufgefallen. „Auch unser Penalty-Killing hat mir gefallen, in Oulu haben wir uns da noch viel schwerer getan. Dass meine Mannschaft allerdings kein einziges Powerplay bekommt, habe ich noch nie erlebt“, wunderte Pokel sich, nur um sofort nachzuschieben, dass „dies nicht der Grund für unser Ausscheiden war“.

„Sie waren einfach eine Klasse für sich“, sagte er abschließend, als mehrere Herren in Anzügen – allesamt Betreuer von Kärpät – die Mixed Zone passieren.

„Wie viele Coaches habt ihr eigentlich? Vier? Fünf?“ fragte der US-Amerikaner lachend, bevor er alleine in die Kabine entschwand und der Klassenunterschied ein letztes Mal deutlich wurde.

 

Fabian Santner

„Sie spielen ohne Scheibe sehr kompakt und verteidigen die neutrale Zone äußerst geschickt, außerdem ist es unglaublich schwer, sie von der Scheibe zu trennen“, so Pokel. „Wir haben es mit ein paar Hypbrid-Icing-Spielzügen versucht, wollten so durch diese 3-2-Kette durchkommen“, erklärte er den Plan, den Puck schon aus dem eigenen Drittel tief zu spielen und nachzufahren.

Doch auch darauf wussten die Finnen eine Antwort. Sie verlagerten ihr Forechecking weiter nach vorne und luchsten den Caps-Verteidigern just in dem Moment, in dem der Pass kommen sollte, die Scheibe ein ums andere Mal erfolgreich ab und sorgten so für brandgefährliche Konter.

„Wenn bei diesen Spielzügen das Timing nicht hundertprozentig stimmt, dann hat der Gegner schon gewonnen“, weiß auch Pokel.

Caps verlieren erhobenen Hauptes

Die Capitals können die europäische Bühne dennoch erhobenen Hauptes verlassen. Vor 4.700 lautstarken Fans gaben die Caps nie auf und versuchten bis zur Schlussminute, das Unmögliche zu erzwingen.

„Ich bin nicht glücklich, aber sehr stolz. Wir haben Herz gezeigt und 60 Minuten gekämpft“, strich der Caps-Coach das Positive an der Niederlage heraus. „Außerdem darf man nicht vergessen, dass wir seit dem 21. August nicht mehr mit vollen Lineup gespielt haben. Wenn wir drei Top-Spieler (Gratton, Jessiman, MacArthur, Anm.) vorgeben müssen, ist es gegen ein Team wie Kärpät sehr schwer.“

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