Thomas Zass stellt sich dem Abenteuer Paris

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Der Senkrechtstarter hebt ab – und zwar Richtung Paris.

Vor knapp einer Woche sickerte durch, dass Thomas Zass in der kommenden Saison für den französischen Hauptstadtklub, Paris Volley, schmettern wird.

Auch Österreichs Meister Hypo Tirol war am Shootingstar von AVL-Ligist Amstetten, der auch im Nationalteam zu den Leistungsträgern zählt, dran gewesen.

Für mindestens ein Jahr

Eingefädelt hat den Transfer zu Paris sein kanadischer Spielervermittler, den die Franzosen auf ihrer Suche nach einem Diagonalangreifer konsultierten. Der Manager schlug sogleich Zass vor und Paris sagte „Oui“.

„Die erste Kontaktaufnahme fand vor fünf Wochen statt“, berichtet der 22-Jährige im Gespräch mit LAOLA1.

Danach ging alles ganz schnell. Knapp einen Monat später hat der sprunggewaltige 1,93-m-Mann bereits einen Einjahresvertrag mit beiderseitiger Option auf ein weiteres unterschrieben.

Luft anhalten und rein ins Vergnügen

Allerdings erfordert so viel Unkompliziertheit auch Mut zum Risiko. Weil umgesehen hat er sich beim seinem künftigen Klub noch nicht.

Das Umfeld kennt er nur vom Hörensagen und die Mannschaft von einer Hand voll Videos, die ihm sein Nationalteamkollege Philipp Schneider, der für Montpellier spielt, zugeschanzt hat.

 „Sicherlich ist es auch ein klein wenig ein Sprung ins kalte Wasser“, weiß Zass.

Nichts geschenkt

Doch was erwartet den gebürtigen Tiroler sportlich? Die abgelaufene Saison beendete Paris in der 14 Teams umfassenden Ligue A auf dem sechsten Platz.

Noch unklar ist, inwieweit Zass für die Grund-Sechs vorgesehen ist. „Ich habe gehört, dass der zweite Diagonalangreifer noch nicht fix ist“, erklärt der AVL-Topscorer.

Dass er vielleicht gar nur als Ergänzungsspieler geholt wurde, lässt ihn kalt: „Bei diesem Verein in dieser Liga sehe ich es nicht so eng, ob ich als Erster oder Zweiter spiele, weil die Chance muss ich mir sowieso erarbeiten und geschenkt wird mir auf so einem Niveau auch nichts.“

Einer reibt sich die Hände

Mit Wohlwollen nahm ÖVV-Teamchef Michael Warm den Transfer zur Kenntnis. Denn Zass ist nach Peter Wohlfahrtstätter (zu Antwerpen) der zweite Nationalspieler, der in den vergangenen Wochen den Weg ins Ausland fand.

„Das ist ein gutes Signal für die ganze Nationalmannschaft und die Arbeit, die hier geleistet wurde. Ob diese Spieler letztendlich bei einem Top-Verein in Österreich oder im Ausland landen, ist nicht das Entscheidende. Wichtig ist, dass sie den Weg ins Profitum schaffen“, wünscht sich der Deutsche einen noch größeren Pool an potenziellen Akteuren für seine Auswahl.

Der Wechsel von Zass zu Paris Volley, das er als „Top-Adresse“ bezeichnet, hat aber noch eine zusätzliche Bedeutung. Warm: „Das hat eine Vorbild-Funktion für die Jugendlichen, die sehen: Wenn man sich voll auf den Volleyball-Sport konzentriert, kann man ganz viel erreichen.“

Mündlicher Aufholbedarf

Aufgrund des dichten Nationalteam-Programms mit European League, Testspielen und EM wird das Frankreich-Abenteuer für Zass erst Ende September beginnen.

Bis es so weit ist, gibt es aber noch einige wichtige Punkte auf der „To do“-Liste des dritten ÖVV-Legionärs. So spricht er etwa noch kein Französisch. „Darum werde ich wohl nicht herumkommen“, grinst er.

In diesem Sinne: Bonne Chance!

Reinhold Pühringer

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