ÖVV-Team will gegen Slowenien überraschen

Aufmacherbild

Das österreichische Volleyball-Nationalteam geht am Samstag (15.30 Uhr) in der Wiener Stadthalle zum Auftakt der EuroVolley als Außenseiter in das Eröffnungsmatch der Gruppe A gegen Slowenien.

Zwar hat sich die ÖVV-Truppe in der Vorbereitung auf die Heim-EM gesteigert, doch sind die Slowenen in jüngster Zeit zum Medaillen-Geheimfavoriten aufgestiegen.

Um den angestrebten Aufstieg sollte es für Österreich ohnehin am Sonntag gegen die Türkei gehen.

Kader bleibt unverändert

Da in den vergangenen Tagen für die EM keine verletzungsbedingten Ausfälle zu beklagen waren, ließ ÖVV-Teamchef Michael Warm mit Nennschluss Freitag seinen 14-köpfigen Kader unverändert.

Philip Schneider hat seine am Dienstag erlittene Bauchmuskelzerrung soweit überwunden, dass ihn Warm im Abschlusstraining am Freitag einem leichten Belastungstest unterziehen konnte.

"Wir werden erst vor dem Spiel wissen, ob es für ihn schon gegen Slowenien reicht", erklärte der Coach.

Keine EM-Erfahrung im ÖVV-Team

Der Deutsche gab zu bedenken, dass es im heutigen Volleyball wohl einzigartig sei, dass keiner seiner Spiele EM-Erfahrung hat. Die in Prag spielenden Deutschen haben etwa nur zwei "Frischlinge" im Aufgebot.

"Meine Jungs sind diesbezüglich alle blank, aber sie gehen es mit Liebe und Emotion an."

Mit dem Umzug am Donnerstag ins offizielle EM-Hotel hat Warm bei seinen Leuten auch eine Stimmungsänderung festgestellt. "Aber sie werden es schaffen, die Nervosität in Handeln umzusetzen."

Mit Mut zum Erfolg

Mit offensivem, mutigem Spiel wollen die Österreicher den kompakt aufgestellten Slowenen beikommen.

In der in der Stadthalle absolvierten Abschlusseinheit wurde viel an Service und Angriff gearbeitet sowie das kämpferische Element forciert.

Warm: "Wir sind gut vorbereitet, aber Slowenien ist eine gute Klasse über uns. Wir müssen viel riskieren, um eine Chance zu haben. Wenn es nur hin und her geht, gewinnen sie. Mit vorsichtigem Spiel bekommen wir eine auf die Schnauze."

Slowenen zu Fehlern zwingen

Dem 43-jährigen ist klar, dass durch waghalsiges Spiel zwangsläufig mehr Fehler passieren werden, zu solchen sollen aber auch die Slowenen gezwungen werden.

Um dem Publikum das fehleranfällige Spiel näher zu bringen, soll der Hallensprecher die Fans sozusagen dahingehend vorwarnen.

Etwaige Pfiffe könnten sonst bei den ÖVV-EM-"Rookies" Unsicherheit nach sich ziehen. Den Slowenen traut Warm jedenfalls viel zu: "Ich rechne damit, dass sie bei dieser EM sehr weit kommen können."

Chancenverteilung 50:50

Gezählte 215 Ball- und etwa 80 Kraft-Einheiten sowie viele Video-Sessions hat das ÖVV-Team in den vergangenen vier Monaten absolviert.

Slowenien-Coach Veselin Vukovic zollte dem Gastgeber-Team im Gespräch mit der APA daher auch Respekt, sah die Chancenverteilung 50:50. "Am ersten Tag ist es für jedes Team schwierig, Kleinigkeiten und wer die langen Punkte gewinnt, wird entscheidend sein."

Sechs der Slowenen verdienen ihr Geld im Ausland - drei in Italien, zwei in Belgien und einer in Polen.

Slowenen mit bescheidenem Ziel

Seiner jungen Truppe setzt Vukovic mit dem Aufstieg in die Play-off-Runde um den Viertelfinal-Einzug und damit Gruppenrang drei ein recht bescheidenes Ziel, nachdem das in den vergangenen drei EM-Turnieren verpasst wurde.

Doch mit dem Gewinn der EM-Quali-Gruppe ging es aufwärts. Es folgte Platz drei in der European League und vergangenes Wochenende ein Turniersieg in Frankreich.

Die EM-Veranstalter hoffen auf eine mit gut 9.500 Fans möglichst ausverkaufte Halle D, wofür es an der Tageskasse noch einen Ansturm auf die Tickets geben müsste.

Die Eröffnung wird Bundeskanzler Werner Faymann vornehmen, ihr Kommen ebenfalls angekündigt haben Sportminister Norbert Darabos und BSO-Präsident Peter Wittmann. Als Volleyball-Weltpremiere bietet der ORF die Partie Sehebehinderten in Zweikanalton-Funktion eine "Audio-Description" an.

Zum Seitenanfang» 0 Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen