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Ein Team voller Charakterköpfe

Das Ziel ist klar: Bei der am Samstag beginnenden Heim-EM wollen Österreichs Volleyballer die Gruppenphase überstehen.

Dazu muss aber einer aus dem Trio Slowenien (Samstag), Türkei (Sonntag) und Serbien (Montag) geschlagen werden.

Die Einzelspieler betreffend sind allerdings alle drei Nationen über den rot-weiß-roten Kader zu stellen. Wenn die Truppe von Teamchef Michael Warm Erfolg haben will, dann wird dies wohl nur über das Kollektiv möglich sein.

LAOLA1 zerlegt deshalb die österreichische Grund-Sechs plus Libero in ihre Einzelteile und beleuchtet, wer im Teamgefüge welche Rolle einnimmt:

Der Chef: Daniel Gavan

Daniel Gavan bestimmt, wo es lang geht

„Daniel ist ganz klar der Leader im Team“, erklärt Warm. Zusätzlich zu seiner eigentlichen Stärke, dem Block, verfügt der Akteur von Hypo Tirol über ein starkes Service.

Mit 34 Jahren ist er nicht nur der älteste, sondern auch der erfahrenste Spieler des Nationalteams. „Wo Daniel hinschaut, schauen alle hin“, so der Teamchef weiter.

Für den Deutschen genügt oft ein einzelner Blick in die Augen seines Kapitäns, um zu wissen, wie sich ein Spiel entwickelt. „Wenn ich dort das Glitzern in den Augen sehe, weiß ich, dass wir das Spiel gewinnen.“

Der Kämpfer: Thomas Zass

Thomas Zass soll für die Punkte sorgen

Sein Wechsel von Amstetten zu Paris Volley kommt nicht von ungefähr. Niemand im ÖVV-Team ist so ehrgeizig wie das 21-jährige Sprungwunder auf der Diagonalangreifer-Position.

„Thomas ist oft unzufrieden, weil er immer noch mehr will“, urteilt Warm. Selbst wenn der ÖVV-Topscorer eine gute Partie abliefert, will er sich verbessern. „Dann kommt er nachher zu mir und meint, dass diese drei Sachen nicht gut waren und will wissen, wie er die trainieren kann“, staunt Warm. „Er geht immer voran. Sein Wille ist enorm.“

Die gute Seele: Philipp Schneider

Wichtig für das Gefüge: Philipp Schneider

Der Montpellier-Legionär ist Gavans Zimmerkollege.

„Philipp sorgt für den sozialen Ausgleich im Team. Er kümmert sich still um alle Spieler und schaut darauf, dass sie in der Mannschaft gebunden werden“, charakterisiert Warm den 29-Jährigen, der auf der Position des Außenangreifers eine fixe Größe im Team ist.

Allerdings ist sein EM-Einsatz aufgrund einer Bauchmuskelverletzung fraglich. Marcus Guttmann würde dann in die Startsechs rutschen.

Das Hirn: Oliver Binder

Binder machte zuletzt einen großen Sprung

Auf dem Court hat er die Fäden in der Hand. Der 26-Jährige von den hotVolleys bestimmt in seiner Funktion als Aufspieler die Offensiv-Züge der ÖVV-Sechs.

„Olli ist kein emotionaler Mensch, der im Vorfeld die Klappe groß aufreißt. Durch seine Leistungen hat er aber alle überzeugt“, schildert Warm. „Er redet nicht – er tut es einfach.“ Der 26-Jährige ist in puncto Taktik Warms verlängerter Arm.

Der Spaßvogel: Simon Frühbauer

Für jeden Spaß zu haben: Simon Frühbauer

„Simon trägt das Herz auf der Zunge“, meint Warm schmunzelnd über seinen Außenangreifer. Durch seine Persönlichkeit lockert der 23-jährige Kärntner das Spiel sowie die Trainingsarbeit des Teams immer wieder auf.

„Simon lebt von der Emotion. Mit Tränen in den Augen könnte er nicht spielen.“ Kleiner Nachteil: Ist die Stimmung einmal im Keller, schlägt sich das auch auf seine Leistung nieder.

Der Ruhepol: Gerald Reiser

Gerald Reiser punktet mit seiner Erfahrung

Die Karriere des 31-Jährigen stand zuletzt auf der Kippe. Verletzungen hatten den Ex-Legionär zurückgeworfen.

„Bei Aich/Dob hat Gerald viel zu wenig trainiert. Körperlich war er in einem desaströsen Zustand“, verrät Warm, der aber froh ist, dass der Blockspezialist die Kurve bekommen hat. „Er ist keiner, der glitzert. Er macht einfach sein Ding und bringt darüber hinaus auch viel Erfahrung mit.“

Das Gegengewicht: Fred Laure

Fred Laure tritt als Libero in Aktion

Auch wenn der Libero mit seinen 1,80 m der Kleinste im Team ist, seine Stimme hat großes Gewicht. „Fred ist in gewisser Weise ein Gegenpol zu Daniel (Gavan; Anm.)“, spricht Warm von einer regulierenden Wirkung.

„Wenn Daniel zu stark in eine Richtung geht, wirkt er dagegen.“ Die Harmonie ist dadurch aber keineswegs gefährdet. Kein Wunder, sind doch Gavan und Laure auch bei Meister Hypo Tirol ein eingespieltes Gespann.

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