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Das Finale: Perfektion gegen Selbstvertrauen

Unterschiedlicher könnten die Halbfinali der EuroVolley wohl nicht verlaufen.

Auf der einen Seite das klare 3:0 Italiens über Titelverteidiger Polen und auf der anderen Seite der 3:2-Thriller Serbiens über EM-Favorit Russland.

Der Balkan-Sechs gelang damit eine dicke Überraschung. Denn vor der EuroVolley lief es für Serbien keineswegs nach Wunsch.

"Wir waren nicht in Form, haben in den Testspielen schlechte Leistungen gebracht", erklärte Aufspieler Vlado Petkovic. "Wir sind deshalb nur mit dem Ziel hierhergekommen, einen Platz unter den besten Sechs zu erreichen."

Überragender Miljkovic

Fünf Siege in genauso vielen EM-Spielen haben die Brust der Truppe von Trainer Igor Kolakovic aber deutlich anschwellen lassen. Petkovic: "Das Selbstvertrauen ist zurückgekehrt."

Gegen Russland wurde dies augenscheinlich. "Wir hatten nicht die Körpergröße und die Stärke des russischen Teams, aber wir hatten den Willen. Mehr gibt es zu diesem Spiel nicht zu sagen", meinte Superstar Ivan Miljkovic knapp.

Der Kapitän war einmal mehr das Um und Auf im serbischen Team und mit 28 Punkten Topscorer auf dem Court.

Eine Frage des Schlummertrunks

Bei Italien schwärmte alles von der Glanzleistung gegen Polen, die laut Coach Mauro Berruto nahe der Perfektion war. Deren endgültige Erreichung wolle man sich noch für das Finale aufheben, denn "wir sind noch immer hungrig", betonte der Teamchef der "Squadra Azzurra".

"Ich bin stolz. Einfach nur stolz. Das ist der beste Begriff für dieses Spiel meiner Mannschaft", erklärte Berruto, dessen Team vor allem einen Vorteil hat: Frische.

Während Italien einen Blitzsieg hinlegte, musste Serbien 24 Stunden vor dem Match um Gold über fünf nerven- und vor allem kraftraubende Sätze.

Für den vom Sieg über Russland noch euphorisierten Petkovic war dies allerdings kein Thema. "Heuteabend trinken wir zwei Bier, dann können wir alle gut schlafen und sind bereit für das Finale", grinste der 27-Jährige mit dem gefühlvollen Händchen.

Das nötige Know-how

Die Spielweise des Gegners kennen die Serben ohnedies bestens. "Wir haben etliche Spieler, die in Italien spielen. Wir wissen, was uns erwartet", sagte Petkovic.

Die Favoritenrolle schob er zwar den Italienern zu, mit dem Nachsatz allerdings: "Wer Russland schlägt, kann auch Italien schlagen."

Reinhold Pühringer

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