Die Wiederentdeckung der Leichtigkeit des Seins

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Das Ergebnis war zwar das gleiche, doch irgendwie war doch alles anders.

Österreichs Volleyballer verloren auch das letzte Gruppenspiel der Heim-EM in der Wiener Stadthalle gegen die hochfavorisierten Serben mit 0:3 (-16,-19,-16) und schieden damit als Vorrunden-Letzter sang- und klanglos aus.

Dennoch präsentierte sich die rot-weiß-rote Auswahl zu den beiden vorangegangenen Auftritten verändert.

Es war die Lockerheit, die in das Spiel der Österreicher zurückgekehrt war. "Ich habe das schon vor der Partie in der Kabine gemerkt, wo diesmal wieder der Schmäh rannte", verrät Fred Laure im Gespräch mit LAOLA1.

"An den beiden Tagen zuvor ist es ernst zugegangen, alle waren fokussiert und voll konzentriert. Dabei hatte uns die Lockerheit schon bei unserer Überraschung gegen Brasilien ausgezeichnet."

Pause für den Star

Für den Schuss Entspannung hatte freilich die Ausgangslage gesorgt.

Nach zwei Niederlagen war Österreich bereits fix ausgeschieden und das Match gegen die Ballkünstler vom Balkan praktisch nur noch zum Genießen da.

Dass es letztendlich trotz aller Lockerheit nicht zu mehr reichte, lag an der Übermacht der Serben, die sich sogar den Luxus gönnten, Superstar Ivan Miljkovic draußen ließen.

Von der EM mitgenommen

Für die junge ÖVV-Equipe war die Heim-EM trotz des sportlichen Fehlschlags eine wichtige Erfahrung.

"Es war das erste Mal, dass wir so viel Rummel hatten", gesteht Laure, der mit 27-Jährigen und reichlich Champions-League-Erfahrung eigentlich zu den gestandenen Nationalspielern gehört.

Boom im Mini-Format

Der gebürtige Steirer durfte in allen drei Partien nach des Gegners Angriffsbällen hechten. Seine persönliche Bilanz fällt erwartungsgemäß wenig zufriedenstellend aus.

"Ich habe zwar konstant meine Leistung gebracht, aber nicht überragend gespielt. Doch genau das hätte es von jedem von uns gebraucht, damit wir weiter gekommen wären."

Laure versteht, dass mit der Heim-EM eine große Chance ausgelassen worden ist, einen Volleyball-Boom in Österreich zu entfachen.

Nichtsdestotrotz glaubt er, dass dennoch etwas bewirkt werden konnte. "Auch nach zwei Niederlagen sind viele Fans gekommen. Ich glaube, dass wir neue Anhänger dazu gewinnen konnten", freut er sich.

Zu kurzfristig

Aus Laures Sicht ist die EM für das Wirken von Teamchef Michael Warm, der erst seit eineinhalb Jahren im Amt ist, noch zu früh gekommen ist.

"Seit er da ist, hat er extrem viel bewegt. Davor wurde viel weniger mit dem Nationalteam gearbeitet."

Viel herumgekommen

Für Laure und Kollegen endet mit dem Abenteuer Heim-EM auch eine Zeit voller Entbehrungen. "Ich freue mich schon auf ein paar freie Tage in Innsbruck", meint der 1,82-m-Mann.

"In den letzten Monaten waren wir so viel unterwegs, dass wir scherzhaft schon überlegt haben, als Hoteltester anzufangen."

Und da sind sie wieder: das Lächeln, der Spaß - kurz: die Lockerheit, mit der vielleicht alles ganz anders gekommen wäre.

 

Reinhold Pühringer

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