Die wilde Achterbahn-Fahrt der Caroline W.

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Zum 25-jährigen Jubiläum des Generali Ladies Linz (www.generali-ladies.at) dürfen sich die Veranstalter von Österreichs größtem Damen-Tennis-Turnier über einen ganz besonderen Gast freuen.

Erstmals präsentiert sich Caroline Wozniacki vor dem österreichischen Publikum.

Die Dänin, ebenso alt bzw. jung wie das oberösterreichische Traditions-Event, gehört auf der WTA-Tour seit vielen Jahren zur absoluten Weltspitze und ist nach einigen schwierigen Jahren auf dem Weg zurück zu alter Stärke.

67 Wochen an der Ranking-Spitze

Und was das bedeutet, sieht man schnell bei einem kurzen Blick in die Karriere-Statistiken: 67 Wochen lang führte Wozniacki bereits die Damen-Weltrangliste an, gewann dabei 23 WTA-Turniere und stand zwei Mal in einem Grand-Slam-Finale (US Open 2009 und 2014).

Die Jahre 2010 und 2011 beendete sie jeweils als Nummer eins, ehe sie in ein hartnäckiges Formtief schlitterte, aus dem sie sich in den letzten beiden Saison wieder nach oben und zurück in die Top Ten kämpfte.

Geplatzte Traum-Hochzeit mit Golf-Superstar

Für internationale Schlagzeilen sorgte die in ihrer langen Karriere meist von ihrem Vater Piotr betreute Blondine mit polnischen Wurzeln auch mit ihrer Liaison mit Golf-Superstar Rory McIlroy in den Jahren 2011 bis 2014.

Bei der Sylvester-Feier 2013 verkündete das Paar via Twitter sogar die Verlobung. Die geplante Traum-Hochzeit platzte allerdings in letzter Minute.

Wenige Tage nach der Versendung der Einladungen gestand ihr der Nordire nämlich, dass er sich doch noch nicht für die Ehe bereit fühle und die Beziehung beenden wolle.

Rory McIlroy und Caroline Wozniacki

„Es hat sich angefühlt, wie wenn eine dir nahe stehende Person plötzlich stirbt“, erinnerte sich Wozniacki im Mai dieses Jahres in einem Interview mit „Independent“ an diesen furchtbaren Moment zurück.

„Bin in kurzer Zeit erwachsen geworden“

„In meinem Kopf hatte ich alles bis zu diesem Moment. Ich hatte eine großartige Karriere, eine perfekte Familie – alles war super und ich war sehr, sehr glücklich. Wie aus dem Nichts ist dann etwas passiert, mit dem ich nicht gerechnet habe. Von einer Sekunde auf die nächste hat sich mein Leben verändert.“

Wozniacki glaubt allerdings, durch die ganze Geschichte innerlich stärker geworden zu sein. „Ich wusste gar nicht, wie stark ich bin und wie viel ein Mensch aushalten kann. Ich habe viel daraus gelernt und bin in kurzer Zeit erwachsen geworden. Jetzt weiß ich, wer immer für mich da ist und wer nur bei mir ist, wenn es gut läuft“, hat sie Trost im Kreise ihrer Familie und ihrer engsten Freunde gefunden.

Sportlich ging es wieder aufwärts

Sportlich hat sich für das ehemalige Traumpaar die Trennung in jedem Fall ausgezahlt: McIlroy gewann nur wenige Tage später die PGA Championship in Wentworth, Wozniacki zog im selben Jahr bei den US Open ins Endspiel ein.

Nach der Trennung von McIlroy verstärkten sich auch die freundschaftlichen Bande mit Serena Williams, die auf der Damen-Tour gemeinsam mit ihrer Schwester Venus ansonsten eher als unnahbar gilt.

Enge Freundschaft mit Serena Williams

Nach einem gemeinsamen Urlaub in Florida im Mai 2014 hat die 21-fache Grand-Slam-Siegerin aber beinahe schon „BFF“-Status: „Wir sind uns in dieser Zeit sehr nahe gekommen.“

Der Traum von der Familie

„Ich war Nummer eins und hatte bislang eine tolle Karriere. Der Grand-Slam-Titel ist eine der letzten offenen Sachen, die mir noch fehlen. Ansonsten habe ich im Grunde alles gewonnen“, spricht die Dänin mit der Ruhe und Gelassenheit der Erfahrung.

Ewig wolle sie zudem auch nicht mehr Tennis spielen. Der Wunsch nach einer eigenen Familie wird schließlich immer größer.

„In ein paar Jahren habe ich hoffentlich einen netten Ehemann, zwei nette Kinder, für die ich eine gute Mama bin und lebe ein ganz normales ruhiges Familienleben“, spricht sie über Träume, die wertvoller und schöner sind, als es jeder wahr gewordene Traum vom Grand-Slam-Titel jemals sein könnte.

Christian Frühwald

In einem Spox-Interview zu Jahresmitte schwärmte Wozniacki: „Serena ist einfach eine tolle Frau. Wenn wir zusammen sind, haben wir immer eine großartige Zeit. Wir lachen zusammen und haben viel Spaß, wir sprechen aber auch ehrlich über alles. Serena ist eine großartige Freundin und immer für dich da, wenn du sie brauchst.“

Durch die enge Freundschaft inhalierte Wozniacki vielleicht auch etwas von dem beeindruckenden Sieger-Gen der Ausnahme-Athletin, die heuer beinahe den Karriere-Grand-Slam gewonnen hätte. Schließlich lief es ab diesem Zeitpunkt plötzlich immer besser für die Dänin.

Marathon und Bikini-Shooting

„Ich wollte einfach jedes Match gewinnen, weil ich dann in meiner eigenen kleinen Blase blieb, in der ich an nichts anderes denken musste. Dadurch habe ich eine ganz eigene Art von Sieges-Hunger bekommen und auch mein Selbstvertrauen wurde immer größer. Ich bin jetzt wieder davon überzeugt, zu den Top 5 zu gehören.“

Nach der Saison lebte sich Wozniacki auch abseits des Tennisplatzes etwas aus. So nahm sie am New York Marathon 2014 teil und lieferte mit 3:27 Stunden eine ganz ausgezeichnete Debütanten-Zeit ab. „Es war ein wahnsinniges Erlebnis, das ich nie vergessen werde“, meinte sie nach dem ersten Marathon ihres Lebens.

Kurz danach ließ sie sich für die Bikini-Ausgabe der Sports Illustrated ablichten und ließ dabei die Herzen ihrer männlichen Fans höher schlagen.

„Es war schon immer ein Traum von mir. Ich wollte schon immer Teil der Sports Illustrated Swimsuit Issue sein“, meinte Wozniacki, die damit in die Fußstapfen von Anna Kournikova, Maria Sharapova oder Daniela Hantuchova stieg.

„Nur sehr wenige kriegen ja die Chance, deshalb habe ich mich extrem gefreut, als ich den Anruf und das Angebot bekam.“

Goßes Ziel Grand-Slam-Titel

So sehr Wozniacki aber auch die kurzen Auszeiten vom Tennis genießt, so fokussiert begibt sich die ehrgeizige Tochter eines ehemaligen Fußball-Profis auch wieder zurück an die Arbeit. Schließlich will sie sich nach ihrem Traum von der Nummer eins auch jenen vom Grand-Slam-Titel erfüllen.

„Ich arbeite jeden Tag extrem hart daran, dieses Ziel zu erreichen. Ich will unbedingt einen Grand-Slam-Titel gewinnen und ich hoffe, dass es nur eine Frage der Zeit ist“, stellt die 23-fache WTA-Titelträgerin klar.

Warum es bislang nicht mit dem erhofften Triumph klappen wollte, ist Wozniacki selbst ein Rätsel: „Ich weiß nicht, ob etwas fehlt. Ich habe im Prinzip jede Spielerin auf der Tour geschlagen und bewiesen, dass ich es drauf habe.“

„Bin gut genug für Grand-Slam-Titel“

„Es geht einfach darum, genau das richtige Timing zu erwischen und während zwei bestimmten Wochen in absoluter Topform zu sein. Es ist nicht einfach, ein Grand-Slam-Turnier zu gewinnen. Wenn es einfach wäre, würde es ja jeder schaffen.“

„Es ist aber auch nicht einfach, andere Turniere zu gewinnen oder die Nummer eins zu werden. Ich glaube daran, dass ich gut genug bin, um Grand-Slam-Titel zu gewinnen.“

35 Mal hat es Wozniacki bislang bei den großen Major-Events probiert, 35 Mal ist nichts passiert. Ins Zweifeln kommt die selbstbewusste junge Dame aber trotzdem nicht. An ihrem Stil will sie nichts ändern.

Keine Änderung am Spielstil

„Ich habe mit meiner Art zu spielen so viel gewonnen, aber für ein Grand Slam soll es nicht reichen? Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass es um mein Spiel geht, oder dass ich irgendetwas daran ändern müsste. Meine Stärke ist es, aus der Verteidigung heraus aggressiv zu werden. Das ist mein Tennis“, erklärt die für ihre Konter-Schläge gefürchtete Defensiv-Spielerin, die im Head-to-Head gegen Power-Frau Serena Williams mit 1:10 zurückliegt.

„Ich habe das Gefühl, dass ich mich ständig verbessere. Ich spiele definitiv besser als zu der Zeit, als ich die Nummer eins war. Aber der Punkt ist: Alle anderen Spielerinnen verbessern sich auch, das Niveau wird allgemein immer höher.“

Sollte es mit dem ersehnten Grand-Slam-Titel doch nicht klappen, bricht für Wozniacki, die in ihrer Karriere schon über 20 Millionen Dollar Preisgeld verdiente und im Jahr 2011 von Forbes als global zweitbestverdienende Sportlerin hinter Maria Sharapova präsentiert wurde, aber auch nicht die Welt zusammen.

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