Serena Williams - so stark wie nie zuvor?

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Serena Williams wurde am Donnerstag von der WTA wenig überraschend als Spielerin des Jahres ausgezeichnet.

Die US-Amerikanerin gewann in dieser Saison die Grand-Slam-Turniere in Wimbledon und bei den US Open.

Zudem holte sie Olympia-Gold in London und triumphierte bei den WTA Championships in Istanbul am Jahresende.

Siege auch im Doppel

Insgesamt fuhr die 31-Jährige heuer sieben Turniersiege ein.

Neben ihren Einzel-Erfolgen triumphierte sie gemeinsam mit Schwester Venus im Doppelbewerb von Wimbledon und auch bei den Olympischen Spielen.

Für das Geschwister-Paar war es das bereits dritte gemeinsame Olympia-Gold - ein Rekord, der wohl nicht so schnell zu brechen sein wird.

Nur Graf und Navratilova vor Williams

Williams gewann die Auszeichnung der WTA nach 2002, 2008 und 2009 zum bereits vierten Mal.

Nur die Deutsche Steffi Graf (acht Mal) und die US-Amerikanerin Martina Navratilova (sieben Mal) kürten sich öfter zum "WTA Player Of The Year".

2012 besser als 2002

Ein Blick in die WTA-Statistiken zeigt, dass 2012 ihr bislang stärkstes Jahr war - eigentlich unglaublich, wenn man bedenkt, wie lange sie schon dabei ist!

Statistisch schnitt Williams nämlich sogar noch besser ab als im Jahr 2002, als sie drei Grand-Slam-Titel holte und damit den Grundstein für den im Jahr 2003 komplettierten "Serena-Slam" in Melbourne legte.

Damals gewann sie als erste Spielerin seit Steffi Graf 1988 vier Grand-Slam-Titel in Folge. Dieses Kunststück gelang seitdem niemandem mehr - weder im Damen- noch im Herren-Tennis.

"Tendiere eher zu 2002"

Dementsprechend unschlüssig ist Williams auch selbst, ob sie nun 2012 oder 2002 besser war.

"Heuer hatte ich einen etwas zähen Start, ansonsten wäre 2012 wohl wirklich meine mit Abstand beste Saison gewesen", so Williams, die bei den Australian Open im Achtelfinale überraschend gegen Ekaterina Makarova verlor. "Durch den zähen Beginn tendiere ich trotzdem eher zu 2002."

Um einen Überblick zu bekommen, hat LAOLA1 die WTA-Statistiken ihrer erfolgreichsten Jahre kurz zusammengefasst:

"Es ist schwer, mich zu schlagen"

"Ich habe immer gesagt, dass es schwer sein wird, mich zu schlagen, wenn ich gut spiele und keinen Blödsinn mache", fühlt sich Williams in ihren frühen Aussagen bestätigt.

"Das glaube ich immer noch. Ich will nicht überheblich klingen, aber ich kann mich sicher noch verbessern."

Beeindruckendes Comeback

Besonders bemerkenswert ist die Tatsache, dass sie erst im Juni 2011 nach fast zwölfmonatiger Verletzungspause (Fußverletzung und Lungenembolie) wieder auf die Tour zurückkehrte.

Nach nicht einmal einem Jahr war sie aber schon wieder dort zu finden, von wo sie seit fast 15 Jahren nicht wegzudenken ist: In der absoluten Weltspitze!

Bald wieder Nummer eins?

Vorerst liegt Williams zwar nur auf Platz drei des WTA-Rankings, auf die Nummer eins Victoria Azarenka fehlen ihr aber nur 1145 Punkte. Die zweitplatzierte Maria Sharapova hat 645 Zähler Vorsprung.

Da die US-Amerikanerin zu Saisonbeginn nicht viel zu verteidigen hat, erscheint die Wiedereroberung der Nummer eins im Frühjahr mehr als realistisch.

Für viele Experten wäre dies die bislang fehlende Anerkennung der Dominanz der 15-fachen Grand-Slam-Gewinnerin.

Serena Williams hat sowieso nicht vor, in Zukunft lange darüber nachdenken zu wollen, ob denn nun 2002 oder 2012 besser war. "Schließlich gibt es ja auch noch 2013!"

 Christian Frühwald

2002 2003 2008 2009 2010 2011 2012
Bilanz 56-5 38-3 44-8 50-12 25-4 22-3 58-4
Sieg-Percentage 91,8% 92,7% 84,6% 80,6% 86,2% 88,0% 93,5%
Titel 8 4 4 3 2 2 7
GS-Bilanz 21-0 19-1 19-3 23-2 18-1 9-2 17-2
GS-Titel 3 2 1 2 2 0 2
Top 10 17-2 10-3 9-4 14-5 1-3 5-3 18-2
Top 5 11-0 8-2 6-1 7-2 0-1 4-1 15-0
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