"Jeder muss Opfer bringen"

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"Ich brauche meinen Kopf für den Platz"

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Tamira Paszek und Linz - eine Geschichte voller Missverständnisse.

Acht Partien, sechs Niederlagen - auch am Dienstagabend gegen US-Qualifikantin Bethanie Mattek-Sands lief es nicht nach Wunsch.

Bei so einem Negativ-Lauf wird auch eine eigentlich ruhige Vorarlbergerin schön langsam sauer.

Nach dem Match sprach sich Paszek demnach auch ihren Frust von der Seele

Sie erzählte über die Trennung von Manager Leitgeb, klagte über den Streit mit Coach Andrei Pavel und sehnte sich nach dem leider unmöglichen Liebesurlaub mit Freund Georg Margreitter.

Tamira Paszek bei LAOLA1 über...

..ihre Negativ-Serie in Linz:

Irgendwie geht hier der Knopf nicht auf. Vier Mal in der Turnier-Geschichte gegen eine Qualifikantin und nur einmal gewonnen – das ist keine gute Bilanz. Ich habe diesmal aber gegen eine Spielerin gespielt, die ein super Tennis gezeigt hat. Zudem habe ich einfach zu viele Fehler gemacht. Es hat einfach nicht sollen sein. Ich will zuhause mein Bestes geben und dann werde ich irgendwie immer ein bisschen nervös. Irgendwann werde ich damit umgehen können.

…ihre fehlende Konstanz:

Das Ziel für die nächste Saison muss sein, endlich einmal gut durchzuspielen. Dafür braucht es natürlich Siege und Selbstvertrauen. Ich darf einfach nicht viel nachdenken. Wenn es einmal schlecht läuft, läuft es halt einmal schlecht. Je mehr ich denke, umso mehr wackelt das Ganze. Ich brauche meinen Kopf für den Platz. Eine eigene Mentalbetreuung will ich nicht in Anspruch nehmen. Wir haben das bislang auch immer alleine bzw. mit meinem Trainer durchgestanden. 

…ihren in Linz abwesenden Trainer Andrei Pavel

Ich hätte ihn sehr gerne dabei gehabt. Das wäre eigentlich auch der Plan gewesen und das wir mir auch sehr wichtig, dass ich das gewöhnte Umfeld auch in Linz habe. Ich werde daraus meine Konsequenzen ziehen. Die Zusammenarbeit wackelt deshalb aber nicht. In diesem Jahr mussten wir einfach ein bisschen basteln, weil sich alles so spontan ergeben hat. Statt zehn Wochen hat er jetzt eh 13 Wochen gemacht und auch die vier Wochen Vorbereitung wird er mit mir machen.

…die Pläne für 2013

Wir besprechen derzeit gerade die Plansetzung für das nächste Jahr. Es soll auf jeden Fall professioneller werden. Natürlich muss sich Andrei Pavel auch um seine Akademie und seine Familien kümmern, in Linz soll er 2013 aber auf jeden Fall dabei sein! Ich habe immer gesagt: Wenn beide das gleiche Ziel haben, müssen auch beide dafür Opfer bringen. Ich will das Jahr auf alle Fälle gesund beginnen. Das wäre mein erster Wunsch für 2013. Im ersten Halbjahr habe ich kaum etwas zu verteidigen. Außerden bin ich bei drei Grand-Slam-Turnieren in der ersten Runde ausgeschieden. Es ist also wirklich einiges drin. Dieses Jahr will ich auch einen Fitness-Coach dazu nehmen, der während der Saison auf der Tour dabei sein wird.

..Fed Cup:

Ich weiß noch nicht einmal, wer Kapitän für 2013 wird. Es weiß aber keiner irgendwas. Eigentlich wollten wir uns nach dem Fed Cup in Israel zusammensetzen, damit wir das ideale Umfeld für 2013 haben. Dann hat es geheißen, dass eh noch so viel Zeit ist und jetzt stehen wir da und sind keinen Schritt weiter. Wir sollten uns einmal als Team zusammensetzen. Unser Ziel ist es ja, aus dieser Gruppe rauszukommen und diesem Ziel müssen wir ein bisschen näher kommen. Deshalb muss auch jeder das gleiche Ziel verfolgen.  Für mich ist der Fed Cup auf jeden Fall ein Thema, auch wegen Olympia 2016.

…die Trennung von Manager Ronnie Leitgeb:

Ich habe entschieden, dass die Zusammenarbeit ein Ende finden wird. Nach diesem Jahr wird jeder seinen gewohnten Weg weitergehen. Freundschaftlich passt nach wie vor alles, es war aber einfach nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe. Ich will es gar nicht groß begründen. Wir wollten es einfach mal ein Jahr probieren und es war nicht so, wie ich es erwartet hatte. Ich kenne und schätze Ronnie sehr lange. Deshalb habe ich das einfach offen angesprochen. Wir saßen in New York mit meinem Papa gemeinsam am Tisch und da haben wir das alles ausgesprochen. Bei Jürgen (Anm.: Melzer) hat es perfekt funktioniert, bei uns eben nicht.

Aufgezeichnet von Christian Frühwald

…ihre Saisonvorbereitung

Zuerst werde ich mir eine Auszeit und zwei Wochen Urlaub nehmen, damit ich mit einem frischen Kopf und neuen Gedanken zurückkomme. Die Vorbereitung werde ich wieder in meinem Appartement in  Florida absolvieren. In Vorarlberg ist es mir zu kalt dafür. In der Vergangenheit hatte ich die Vorbereitung nie mit meinem Trainer machen. Ich hatte da immer nur Hitting Partner dabei. Das wird diesmal schon eine große positive Veränderung werden.

…ihren Urlaub

Den werde ich auf den Malediven verbringen. Allerdings ohne meinem Freund Georg (Anm.: ÖFB-Teamspieler Georg Margreitter). Das wird in den nächsten zehn Jahren nicht anders werden und das haben wir in den letzten viereinhalb Jahren auch schon gewusst. Die Mama wird diesmal mit mir auf Urlaub fahren.

…ihre Karriere-Ziele:

Ich habe heuer den Sprung in die Top 30 geschafft. Schauen wir mal, was noch alles drin ist. Ich war sehr happy, dass ich heuer das Wimbledon-Viertelfinale verteidigt und einen Turniersieg geholt habe. Was mich besonders freut ist, dass ich es heuer erstmals im Doppel in die Top 100 geschafft habe. Andrei hat mir viele Tipps gegeben und mittlerweile macht es mir richtig Spaß. Jetzt geht es halt darum, die neuen Erkenntnisse auch im Einzel umzusetzen und öfter mal ans Netz zu gehen.

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