"Du musst dir den Arsch aufreißen"

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Die erste der beiden Österreicherinnen im Hauptbewerb des mit 250.000 Dollar dotierten "Generali Ladies" in Linz ist nicht unerwartet in der ersten Runde ausgeschieden.

Lisa-Maria Moser war am Dienstag in der tipsArena gegen die Bulgarin Tsvetana Pironkova letztlich ohne Chance, nach nur 63 Minuten kam mit einem 2:6,3:6 das Aus für die 23-jährige Steirerin.

Als Nummer 395 hatte Moser als sechstbeste ÖTV-Spielerin im WTA-Ranking eine Wildcard erhalten. Gegen die Nummer 44, die diesjährige Sydney-Siegerin Pironkowa, kam sie erst im zweiten Satz ein wenig auf Touren.

Moser vom Publikum angetan

"Am Ende habe ich mich ein bisserl entspannt und habe dann phasenweise zum Tennis spielen angefangen. Ich habe mir sehr schwergetan. Ich habe zwar schon in Bad Gastein ein bisserl Erfahrung gesammelt, aber hier ist es anders, weil doch mehr Leute zuschauen", erklärte Moser.

Es war nach ihrem Viertelfinale in Bad Gastein im Vorjahr, dem Achtelfinale an gleicher Stelle sowie dem Erstrunden-Aus 2014 in Nürnberg erst ihr viertes Turnier in einem Hauptfeld der WTA-Tour.

"Ich komme gerade von einem 10.000er-Turnier, da hat kein Hansl zugeschaut", erzählte Moser lachend. Dieses Future in Antalya hat der Schützling von Karl-Heinz Wetter zuletzt übrigens gewonnen.

Top-100 im Bereich des Möglichen

Im Vorjahr, nach dem Viertelfinale in Bad Gastein, hatte man der Steirerin schon größere Sprünge - auch im Ranking - zugetraut. Auch sie selbst. "Das war definitiv ein Fehler, den ich gemacht habe. Zu hoffen, dass es so weitergeht, aber mit nur hoffen kommt man nicht weiter", erklärte Moser und spricht von einer harten Lektion, die sie lernen musste. "Du musst arbeiten, auf den Platz gehen und dir jeden Tag - Entschuldigung - den Arsch aufreißen."

Moser, die auch in ein Förderungsteam des Sponsors "Generali" aufgenommen wurde, sieht sich jetzt aber auf einem guten Weg. Die Top 100, in denen mit Patricia Mayr-Achleitner eine rot-weiß-rote Spielerin gerade noch vertreten ist, sieht sie "auf jeden Fall" im Bereich des Möglichen.

"Es kann schnell gehen, oder seine Zeit brauchen. Es kommt nicht von heute auf morgen. Die, die in meinem Alter Top 100 stehen, die arbeiten wirklich schon seit sie 16 sind." Bei Moser sei das alles erst später gekommen, "aber dafür habe ich die Matura." Die fünfjährige Matura im Sport-BORG in Graz, die sie daher erst mit 19 abschließen konnte, hat die sportliche Entwicklung freilich etwas verzögert.

Wetter soll weiterhelfen

Was ihr noch fehlt im Vergleich zu einer Pironkova? "Die Konstanz, die Erfahrung und die Kaltschnäuzigkeit." Helfen soll ihr dabei der frühere Coach von Jürgen Melzer. Seit März 2013 arbeitet sie mit Karl-Heinz Wetter.

"Ich habe seither einen Riesensprung gemacht. Er ist extrem streng mit mir und ich habe eine sehr kurze Leine, aber er weiß, was er tut. Ich bin so froh, dass ich mit ihm trainieren kann." Moser hat in diesem Jahr noch einige kleinere Turniere in Nordamerika im Visier.

Damit ist im diesmal lediglich zwei ÖTV-Spielerinnen umfassenden Feld nur noch Patricia Mayr-Achleitner im Bewerb. Die Tirolerin, die als 100. gerade noch in den Top 100 aufscheint, bekommt es allerdings am Mittwoch mit dem Topstar des Turniers zu tun: Der kanadischen Aufsteigerin und Nummer 6 der Welt, Eugenie Bouchard.

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