Meusburger: Mentale Stärke als Rezept für Erfolgslauf

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6:2,6:2 in nur 70 Minuten gegen eine Nummer 69 der Welt.
 
Spätestens am Samstag mit dem zweiten Finaleinzug ihrer Karriere hat Meusburger bewiesen, dass sie sich die Rückkehr in die Top 100 am Montag wirklich verdient hat.
 
Auch gegen die Weltranglisten-30. Simona Halep (ROU) ist sie am Sonntag (14.00 Uhr) Außenseiterin, doch Meusburger hat viel Selbstvertrauen gewonnen.
 
"Kann es nicht genau erklären"
 
"Es scheint so ja", meinte Meusburger, danach gefragt, ob ihr der Knopf aufgegangen ist.
 
"Es gibt mehrere Gründe. Ich kann es auch nicht so genau erklären. Wir haben einen ordentlichen Plan gemacht, haben ein Ziel verfolgt, alles dafür getan und es ist wirklich in die richtige Richtung gegangen", erklärte die 29-jährige Vorarlbergerin am Samstag.
 
Außerdem hat ihr eine Operation zu Beginn des Jahres die Augen geöffnet. "Nichts Tragisches, aber es hat mir ein bisschen gezeigt, dass Tennis nicht alles ist im Leben", schilderte Meusburger.
 
Sie habe begonnen, anders zu denken, das Tennis mehr zu genießen und sich selbst nicht so unter Druck zu setzen.
 
"Ich bin weder ein besserer Mensch, wenn ich gewinne, noch wenn ich verliere - ich bin immer nur die Yvonne. Das ist mir das Wichtigste. Die Denkweise macht halt schon recht viel aus", glaubt sie einen Hauptgrund für ihre Steigerung zu wissen.
 
Aggressivere Spielweise
 
Spielerisch hat sie mit Trainer Joachim Kretz auch etwas umgestellt, ist etwas aggressiver geworden. "Ich stehe viel näher an der Linie und bestimme das Spiel schon auch."
 
Im Vergleich zum Mai 2007, als Meusburger das erste Mal in den Kreis der Top 100 vorgestoßen ist, ist es nun noch schwerer geworden.
 
"Es bedeutet mir sehr viel, dass ich mir das auch selbst noch einmal beweisen kann, dass ich es schaffen kann. Ich finde, ich hab das auch verdient, was ich alles reingesteckt habe."
 
"Will jedes Match gewinnen"
 
Auch wenn Halep am Sonntag Favoritin ist, gibt sich Meusburger freilich nicht von vorneherein geschlagen. "Ich gehe in jedes Match rein und will es gewinnen. Man darf nicht zu zufrieden sein. Sicherlich wird es nicht leicht, aber das waren die vier Matches davor auch nicht."
 
Ihre größte Stärke sieht die Vorarlbergerin aktuell in ihrer mentalen Kraft. "Ich serviere auch ganz gut und mache sehr wenig Fehler momentan", stellte sie auch fest.
 
"Gegen gute Spieler reicht es heutzutage nicht mehr, wenn du nur hinten hin und her rennst. Du musst dir auch was zutrauen auf dem Platz."
 
Nummer-eins-Status nicht so wichtig
 
Ob sie nun österreichische Nummer eins ist oder nicht, ist ihr nicht so wichtig. "Davon kann ich mir nichts kaufen. Es ist viel wichtiger, wenn ich mich als Mensch und als Spielerin entwickeln kann."
 
Der herannahende 30. Geburtstag am 3. Oktober macht ihr da wenig Kopfzerbrechen.
 
"Ich spiele solange, wie es mir Spaß macht. Ich fühle mich gut und jung, der Körper macht alles mit", so Meusburger, die heuer schon drei Challenger-Turniere gewonnen hat.
 
Top 100 vorerst gefestigt
 
200 WTA-Punkte und 20.000 US-Dollar (15.344,48 Euro) hat Meusburger bereits sicher. Damit wird sie sich für längere Zeit in den Top 100 festsetzen, die Top 85 sollten ihr schon sicher sein.
 
Und auch das Geld kann sie gut gebrauchen, waren die Zeiten gerade vor diesem Jahr doch sehr schwierig.
 
"Das war definitiv nicht leicht. Es hat einige Tage gegeben, wo ich wirklich nicht gewusst habe, wie ich über die Runden komme. Das macht dich aber auch stärker und da lernt man extrem viel. Es gibt immer irgendeinen Weg - von dem her bedeutet es mir sehr viel."
 
Und durch die fixe Qualifikation bei den US Open in Flushing Meadows hat sie zumindest auch schon das nicht unerkleckliche Erstrunden-Geld beim letzten Major sicher. Und muss nicht durch die Qualifikation.
 
"Das freut mich am allermeisten. Es ist echt nicht ohne, drei Runden durch die Quali. Da sieht man, dass man es richtig gemacht hat."

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