Babsi Schett analysiert die Linz-Stars

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Die amtierende Wimbledon-Siegerin, eine ehemalige Nummer 1 und sieben Top-20- bzw. 14 Top-30-Spielerinnen – das Starterfeld beim Generali Ladies Linz 2011 kann sich wahrlich sehen lassen!

„Heuer ist es wirklich total offen. Mit Tamira Paszek haben wir noch dazu eine starke heimische Spielerin dabei“, ist Barbara Schett im Gespräch mit LAOLA1 von der großen Dichte im Raster beeindruckt.

"Feld von den Persönlichkeiten her total super"

Eine echte Titel-Favoritin gibt es dadurch nicht. „Eine Prognose kann man im Vorfeld kaum abgeben. Man muss erst mal die ersten Runden abwarten“, so Schett, die auch heuer wieder als offizielle Turnier-Botschafterin fungiert.

Die 35-jährige Tirolerin schwärmt aber nicht nur über die sportliche Qualität der Athletinnen: „Das Feld ist auch von den Persönlichkeiten her total super. Es wird heuer unglaublich spannend und interessant!“

Für LAOLA1 hat unsere ehemalige Nummer sieben der Welt die Linz-Stars unter die Lupe genommen.

Andrea Petkovic

Es ist natürlich super, dass die deutsche Nummer eins in Linz dabei ist. Sie hat eine sehr konstante Saison hinter sich, stand drei Mal im Viertelfinale eines Grand-Slam-Turniers und ist hinter Kvitova an Nummer zwei gesetzt. Für mich ist sie unglaublich, weil sie seit dem Sommer mit einem Meniskus-Einriss spielt. Es scheint ihr aber ganz gut zu gehen. Sie ist ein Typ, der auch viele Zuschauer anzieht. Vor allem mit ihrem Sieges-Tanz, den wir in Linz hoffentlich auch wieder sehen werden.

Jelena Jankovic

Ich kann mich nicht erinnern, dass eine Spielerin jemals so früh zu einem Turnier gereist ist. Schon am Mittwoch ist Jankovic in Linz angekommen. Ich glaube, dass sie sich einfach gut auf das Turnier vorbereiten will. Ihre Saison ist ja relativ durchwachsen. In der letzten Woche hat sie in Peking gegen Tamira verloren. Das hat ihr sicher auch nicht getaugt. Deshalb will sie jetzt in Linz sicher alles geben. Ich persönlich traue ihr hier aber nicht so viel zu. Sie spielt nicht aggressiv genug – das ist in der Halle ein Nachteil. Da sollte man doch mehr Gas geben. Außerdem hat sie nicht viel Selbstvertrauen. Jankovic ist aber ein Typ. Wenn sie bei einem Turnier ist, ist immer was los.  

Petra Kvitova

Ihr Stern ist heuer in Wimbledon aufgegangen. Den Turniersieg hätten Petra Kvitova vorher wohl nicht viele Leute zugetraut. In Linz wird jetzt natürlich mit ihr zu rechnen sein. Auch wenn sie zuletzt nicht ihr bestes Tennis zeigen konnte. In der letzten Woche in Peking verlor Kvitova schon in der ersten Runde gegen die Schwedin Sofia Arvidsson. Deshalb wird sie in Linz jetzt sicherlich wieder voll motiviert sein, möglichst weit zu kommen.

Sabine Lisicki

Bei ihr kommt immer Freude auf, wenn man ihr zuschaut oder mit ihr spricht. Lisicki hat eine unglaublich positive Natur und ist immer gut drauf. In Wimbledon hat sie heuer das Semifinale erreicht. Die Deutschen pushen sich derzeit gegenseitig nach oben. Lisicki will natürlich immer besser sein als Petkovic. Von der Spielweise ist sie allerdings komplett anders. Lisicki schlägt gut auf und spielt irrsinnig aggressives Tennis von hinten. Sie ist auch eine Spielerin, die sehr nahbar ist und auf auch abseits des Courts auf die Leute zugeht.

Dominika Cibulkova

Dominika Cibulkova ist ein Gast, den wir schon des öfteren in Linz begrüßen durften. Sie spielt sehr konstant. Durch ihre Größe ist sie ein bisschen eingeschränkt, da sie ja doch relativ klein ist. Sie ist aber unglaublich schnell und wendig am Platz und immer für eine Überraschung gut. Sie kann jederzeit eine Top-10-Spielerin sagen – das hat sie schon oft bewiesen. Außerdem ist sie eine ganz Quirlige, die gut aus sich rausgeht.

Maria Kirilenko

Derzeit ist Maria Kirilenko wirklich gut drauf. In Asien hat sie zwei Mal in Folge US-Open-Gewinnerin Samantha Stosur geschlagen. Jeder hat gewusst, dass sie gut spielen kann. Meist macht sie sich selbst aber zu viel Druck, dass sie Matches gewinnen muss. Wenn Kirilenko gegen gute Spielerinnen führt, traut sie sich oft den Sieg nicht zu. Sie ist ein bisschen eine Spätstarterin, kann aber auch alle schlagen. Zudem ist sie natürlich sehr schön zum Anschauen.

Anastasia Pavlyuchenkova

Anastasia Pavlyuchenkova hat bei den US Open Aufsehen erregt. In New York hat sie irrsinnig gutes und vor allem sehr aggressives Tennis gezeigt. Bis ins Viertelfinale hat sie es damit geschafft. Pavlyuchenkova bringt ihre Gegnerinnen zum Laufen und ist eine total gute Persönlichkeit. Sie ist positiv, locker und lacht immer. Sie war schon bei den Junioren jahrelang die Nummer eins und hat extrem viel Potenzial. Den Umstieg auf die WTA-Tour hat sie total gut geschafft. Sie ist vielleicht ein bisschen moppelig und schaut nicht ganz fit aus, unterschätzen darf man sie deshalb aber nicht. Sie kann in Linz alle schlagen. Und zudem ist sie wie gesagt ein ganz nettes Mädl und eine sehr sympathische Persönlichkeit.

Aufgezeichnet von Christian Frühwald

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