Mayr-Achleitner stürmt in erstes WTA-Finale

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Toller Erfolg für Patricia Mayr-Achleitner!

Die Tirolerin erreicht beim mit 220.000 Dollar dotierten "Nürnberger Gastein Ladies" in Bad Gastein ihr erstes WTA-Endspiel.

Die 24-Jährige eliminiert im Halbfinale die als Nummer 8 gesetzte Xenia Perwak (RUS) glatt nach 48 Minuten mit 6:0 und 6:0.

Im Finale bekommt es Mayr-Achleitner mit Maria Jose Martinez Sanchez (ESP) zu tun, die sich mit 6:1, 7:5 gegen Katerina Bondarenko (UKR) durchsetzte.

Karriere-Hoch in Reichweite

Die Tirolerin wird damit - zumindest vorübergehend - in die Top 80 der Weltrangliste vordringen.

200 WTA-Zähler sind ihr mit dem ersten Finaleinzug ihrer Karriere ebenso sicher wie 19.000 US-Dollar (13.323 Euro).

Mit einem weiteren Sieg holt die aktuelle Nummer 109 der Welt 37.000 US-Dollar und 280 Punkte und würde sich sogar sehr nahe an ihre bisher beste Platzierung (Nr. 70 im Mai 2009) heranschieben.

Gastein-Antreten beinahe gescheitert

"Ich bin überglücklich, ich könnte die ganze Zeit lachen. Es fällt mir ein Stein vom Herzen - endlich im Finale und das zu Hause. Die ganze Familie, Freunde und Nachbarn sind gekommen", freute sich Mayr-Achleitner.

Sie hat sich mit dem vierten Sieg ohne Satzverlust durchgesetzt und kämpft nun um ihren ersten Titel.

Kurios ist, dass sie noch in Wimbledon gegenüber der APA erwähnt hatte, dass sie heuer nicht nach Bad Gastein kommen werde, da sie noch kein Wild-Card-Angebot erhalten habe.

"Kurzlebig ist Tennis - jeden Tag ändert sich eine Meinung. Ich bin froh, dass es sich doch noch ausgegangen ist."

Erster Österreich-Titel in Gastein?

Mayr-Achleitner, die seit vergangenen Dezember mit ihrem Trainer Michael Achleitner verheiratet ist, könnte sich am Sonntag als insgesamt neunte Österreicherin  nach Petra Huber (1), Barbara Paulus (6), Judith Wiesner (5), Barbara Schett (3), Marion Maruska (1), Patrica Wartusch (2), Tamira Paszek (2) und Sybille Bammer (2) in die Siegerlisten der WTA-Tour eintragen.

Es wäre der erste Turniergewinn einer ÖTV-Spielerin seit Tamira Paszek im Vorjahr in Quebec und der 23. insgesamt.

In Bad Gastein wäre sie die erste Lokalmatadorin, die sich den Siegerscheck holt. Yvonne Meusburger war vor vier Jahren im Gasteinertal ebenfalls im Endspiel gestanden, hatte dieses aber verloren.

"Habe mich in einen Rausch gespielt"

Perwak hatte zuvor noch ihr am Vortag wegen Regens bei 3:0 abgebrochenes Viertelfinale gegen Laura Pous-Tio (ESP) mit 6:2,7:6 gewonnen und kam nach etwa 90 Minuten Pause erneut auf den Center Court.

Da machte die Seefelderin aber kurzen Prozess, denn das Spiel der Linkshänderin liegt ihr sehr.Schon kurz vor Wimbledon hatte sie der Russin im ITF-Challenger-Finale von Zlin nur ein einziges Game überlassen, diesmal gelang der Russin nicht einmal das.

Mit präzisen Vorhandschlägen und einer fehlerlosen Leistung brachte Mayr-Achleitner ihre Gegnerin zur Verzweiflung. "Ja, ich weiß genau, wo sie hin spielt. Ich kenne sie zu gut. Und heute hat alles gepasst, ich habe mich in einen Rausch gespielt."

"Kommen meinem Ziel Top 50 nahe"

Zumindest an diesem Tag hat sie ihr Ziel Top 50 auf dem Platz schon gezeigt, von der gezeigten Form her. "So wie ich heute gespielt habe, kann man schon von Top-30-, Top 40-Niveau ausgehen. Aber es ist wichtig, dass man es nicht nur in Bad Gastein macht. Ich hoffe, es geht so weiter."

Hinzukommt, dass es für Mayr-Achleitner heuer bei den Major-Turnieren gar nicht nach Wunsch gelaufen ist mit bisher drei Erstrunden-Niederlagen.

"Ich stehe relativ gut im Ranking, obwohl es bei den Grand Slams nicht so gut geklappt hat. Wenn sich das auch noch ändert, dann komme ich meinem Ziel Top 50 schon nahe."

"Jetzt ist alles möglich"

Ein Sieg fehlt ihr also noch, dann würde die "Foto-Galerie" der bisherigen Bad-Gastein-Siegerinnen im kommenden Jahr um ihr Bild erweitert werden.

"Das wäre schon einzigartig. Aber es ist alles möglich jetzt", strotzt Mayr-Achleitner vor Selbstvertrauen. Das bisher einzige Duell mit Martinez Sanchez hat sie in ihrem ersten WTA-Halbfinale 2009 in Bogota mit 5:7,5:7 knapp verloren.

"Sie ist eine sehr gute Spielerin. Ihr Aufschlag-Volley-Spiel ist schwer zu lesen. Hoffentlich kann ich mich revanchieren."

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