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Abschied ohne Wehmut für Sybille Bammer

2:6, 1:6 – mit diesem Ergebnis verabschiedete sich Sybille Bammer am Donnerstag in Bad Gastein endgültig in den Tennis-Ruhestand.

Landsfrau Yvonne Meusburger zeigte sich nach dem Überraschungssieg der Oberösterreicherin über Simona Halep gewarnt und wollte nichts anbrennen lassen.

Böse ist ihr Bammer ob der klaren Niederlage aber nicht.

Von Wehmut keine Spur

„Yvonne hat einfach besser gespielt. Ich habe mir auch nicht mehr erwartet. Die Partie hat mir trotzdem Spaß gemacht. Es waren ein paar gute Ballwechsel dabei.“

Schon in Paris verkündete Bammer ihr baldiges Karriereende mit einem Lächeln im Gesicht. Von Wehmut ist auch in Bad Gastein nichts zu bemerken.

Gespräche mit dem OÖTV

Im September wird die ehemalige Nummer 19 der Welt in der österreichischen Staatsliga zu sehen sein.

Erst dann wird es auch weitere Gespräche mit dem oberösterreichischen Tennisverband geben, was ihre berufliche Zukunft betrifft.

„Ich brauche ja auch erst eine gewisse Auszeit. Zuerst werde ich mich erholen und dann frisch eine neue Herausforderung angehen.“

Eines kann Bammer in jedem Fall ausschließen: Den Posten des Fed-Cup-Kapitäns!

„Dafür habe ich mit diesem Bewerb zu schlechte Erfahrungen gemacht“, so Bammer, die einen Trainerjob aber durchaus in Erwägung zieht.

Senioren-Gastspiele ausgeschlossen

Ebenfalls nicht zur Debatte stehen spätere Comebacks à la Thomas Muster.

„Selbst wenn es eine Champions Tour für Damen geben würde, würde ich wohl nicht eingeladen werden, weil ich nicht so gut gewesen bin.“

Bei den Herren ist von wenigen Gastspielern abgesehen ein Grand-Slam-Titel oder eine Nummer-1-Position erforderlich.

Für die rot-weiß-rote Zukunft ist Österreichs langjährige Nummer eins zuversichtlich. Besonders der Erfolgslauf von Tamira Paszek ins Wimbledon-Viertelfinale stimmt Bammer positiv.

Bammer traut Paszek viel zu

„Ich glaube, dass Tamira in Zukunft weiter gut spielen und in der Weltrangliste weit nach vorne kommen wird.“

Auch den  anderen Österreicherinnen wie Meusburger, Mayr-Achleitner, Klaffner oder Hofmanova traue sie den (erneuten) Sprung in die Top 100 zu.

Einen guten Ratschlag hat Bammer ebenfalls für ihre Nachfolgerinnen parat: „Wichtig ist, dass man sich Ziele setzt und hart daran arbeitet. Man muss sich in jedem Bereich weiter verbessern. Ganz egal ob Technik oder Kondition.“

Christian Frühwald

"Kein schlechtes Gewissen mehr"

„Es war eine sehr schöne Zeit mit vielen Höhen und Tiefen. Es ist jetzt aber ein gutes Gefühl, die Karriere beendet zu haben.“

„Ich brauch kein schlechtes Gewissen mehr haben. Ich muss nicht mehr professionell sein und kann jetzt machen was ich will“, freut sich die 31-jährige Mutter der zehnjährigen Tina, für die im September am Stiftsgymnasium Wilhering ebenfalls ein neuer Lebensabschnitt beginnt.

Ein paar Tage Pause in Salzburg

„Jetzt mache ich mal ein paar Tage Pause und genieße die Zeit mit der Familie.“ Lebensgefährte Christoph wird seine beiden Mädchen am Freitag Nachmittag aus Gastein abholen.

„Vielleicht schauen wir dann in die Felsentherme oder wir fahren nach Zell am See und erholen uns dort ein bisschen.“

Ein besonderes Abschieds-Programm hat die Familie aber nicht geplant.

Kroatien-Urlaub im August?

Erst im August ist ein längerer Urlaub geplant. „Tina würde gerne nach Kroatien fahren“, verrät Bammer, die eine Destination auf jeden Fall ausschließen kann.

„Zu den US Open fahre ich sicher nicht. Da habe ich etwas Besseres zu tun. Das schaue ich mir maximal vor dem Fernseher an.“

Den Tennisplatz wird Bammer aber trotzdem weiterhin regelmäßig aufsuchen. „Ein Leben ohne den Sport kann ich mir nicht vorstellen“, erklärte sie schon bei den French Open.

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