Azarenka in den Spuren von Novak Djokovic

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Ihr Name ist Programm: Victoria Azarenka reiht in dieser Saison einen Sieg an den nächsten.

Mit dem souverän gewonnenen Endspiel in Indian Wells gegen Maria Sharapova erhöhte die Weißrussin ihren "Singles Record" bereits auf 23:0.

Schön langsam erinnert der Erfolgslauf der Australian-Open-Gewinnerin an jenen von Novak Djokovic bei den Herren im vergangenen Jahr.

Djokovic startete mit 41 Siegen

Der Serbe stürmte seinerzeit ebenfalls von Erfolg zu Erfolg und wurde erst im Halbfinale der French Open von Roger Federer gestoppt. Nach unglaublichen 41 Siegen in Folge!

Bei den Damen sorgte zuletzt Martina Hingis im Jahr 1997 für einen derartigen Lauf: Die Schweizerin startete damals mit 37:0-Siegen in die Saison.

Davon ist Azarenka noch ein Stückchen entfernt, angesichts der bisherigen Dominanz der 22-Jährigen aus Minsk scheint dies aber nur mehr eine Frage der Zeit zu sein.

Beim Durchstöbern ihrer Statistiken fällt auf: Zu Saisonbeginn fielen Azarenkes Siege deutlich mühsamer aus als in den letzten Wochen.

In Indian Wells kam sie in ihrem Auftaktmatch gegen die aufstrebende Deusche Mona Barthel zwar gehörig ins Wanken, danach setzte Azarenka aber zu einem beeindruckenden Durchmarsch an.

Gala-Vorstellung gegen "Intim-Feindin"

Vor allem gegen ihre neue "Intim-Feindin" Agniezska Radwanska, die Azarenka in Doha wegen einer angeblichen Verletzung Schauspielerei unterstellte, lieferte sie eine beinahe fehlerfreie Performance ab.

Sharapova, die schon im Finale der Australian Open den Kürzeren zog, war von der Vorstellung ihrer Gegnerin jedenfalls beeindruckt.

Lob von Sharapova

"Sie spielt extrem solide und lässt dich jeden Punkt hart erarbeiten", erklärt die aktuelle Nummer zwei der Welt. "Sie zwingt dich, etwas mehr über deine Grenzen zu gehen, als du vielleicht solltest."

Azarenka bestätigt die Analyse ihrer Kontrahentin: "Es war wichtig, dass ich sie unter Druck setze. Wenn Maria nur eine kleine Chance sieht, setzt sie alles daran, diese auch zu nützen."

In Finali gegen Sharapova ungeschlagen

Erfahrungen mit Sharapova hat Azarenka schon einige gesammelt. Im Head-to-Head liegt sie mittlerweile mit 5:3 voran. Seit drei Jahren ist sie gegen die Tennis-Beauty ungeschlagen, in WTA-Finali hat sie eine 4:0-Bilanz.

"Ich habe immer achtsam sein und Druck aufbauen müssen. Mit dem starken Wind war das nicht immer leicht. Ich bin mit der Situation aber gut umgegangen und habe starken Willen bewiesen", so Azarenka.

Runde Turnier Gegnerin Ranking Ergebnis
Finale Indian Wells Maria Sharapova 2 6:2, 6:3
Halbfinale Indian Wells Angelique Kerber 19 6:4, 6:3
Viertelfinale Indian Wells Agniezska Radwanska 5 6:0, 6:2
Achtelfinale Indian Wells Julia Görges 15 6:3, 6:1
3. Runde Indian Wells Svetlana Kuznetsova 27 6:1, 6:2
2. Runde Indian Wells Mona Barthel 37 6:4, 6:7, 7:6
1. Runde Indian Wells Freilos
Finale Doha Samantha Stosur 5 6:1, 6:2
Halbfinale Doha Agniezska Radwanska 6 6:2, 6:4
Viertelfinale Doha Yanina Wickmayer 27 6:0, 6:4
Achtelfinale Doha Simona Halep 63 6:3, 6:1
2. Runde Doha Mona Barthel 39 6:1, 6:0
1. Runde Doha Freilos
Finale Australian Open Maria Sharapova 4 6:3, 6:0
Halbfinale Australian Open Kim Clijsters 14 6:4, 1:6, 6:3
Viertelfinale Australian Open Agniezska Radwanska 8 6:7, 6:0, 6:2
Achtelfinale Australian Open Iveta Benesova 46 6:2, 6:2
3. Runde Australian Open Mona Barthel 44 6:2, 6:4
2. Runde Australian Open Casey Dellacqua 126 6:1, 6:0
1. Runde Australian Open Heather Watson 105 6:1, 6:0
Finale Sydney Na Li 5 6:2, 1:6, 6:3
Halbfinale Sydney Agniezska Radwanska 8 1:6, 6:3, 6:2
Viertelfinale Sydney Marion Bartoli 9 7:5, 6:4
Achtelfinale Sydney Jelena Jankovic 14 6:4, 6:2
1. Runde Sydney Stefanie Vögele 140 6:2, 6:1

Sharapova wünscht sich baldige Revanche

Sharapova: "Derzeit spielt Victoria mit einer Menge Selbstvertrauen und man sieht einfach, dass sie den Ball perfekt trifft. Ich habe heute einfach zuviele Fehler gemacht und nicht konstant genug gespielt, um sie ernsthaft zu gefährden."

Azarenka will am Boden bleiben

Azarenka versucht trotz dieser Lobbekundungen am Boden zu bleiben.

"Für mich ist es aber wichtig, bescheiden zu bleiben. Ich muss weiter meine Arbeit verrichten", erklärt die Weltranglisten-Erste.

"Man darf auch weiterhin nicht auf diese vielen Details vergessen. Ich muss weiter diszipliniert und professionell bleiben."

Ihren Nummer-1-Status will Azarenka nicht allzu ernst nehmen. "Das Beste daran ist, dass ich mich im Raster nicht mehr lange suchen muss - ich bin immer ganz oben", scherzte sie in Indian Wells.

Sharapova hat Lust auf Revanche

Sharapova hat den Blick dagegen schon wieder nach vorne gerichtet. "Ich bin mir sicher, dass wir noch ein paar Mal gegeneinander spielen werden", hat die 24-jährige Russin bereits Lust auf eine Revanche.

Zu dieser könnte es schon bei dem am Montag beginnenden WTA-Premier-Turnier in Miami kommen, wo bereits das nächste Tennis-Highlight auf dem Programm steht.

Abstecher in die Wahl-Heimat

"Ich liebe diese großen Turniere in Kalifornien und Florida, die so kurz hinteriander stattfinden. Ich freue mich schon drauf", blickt Sharapova dem zweiwöchigen Abstecher in ihre Wahl-Heimat mit Vorfreude entgegen.

In Miami fühlt sich Sharapova traditionell pudelwohl, stand sie doch bereits drei Mal im Finale. Dort scheiterte sie auch im Vorjahr. 

Der Name ihrer Bezwingerin? Victoria Azarenka.

Christian Frühwald

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