"Bin mit sechs Jahren hinter dem Lenkrad gesessen!"

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Veni, Vidi, Vica!

Victoria Azarenka eroberte Linz im Sturm.

Mit nur vier Game-Verlusten brauste die Weißrussin bei ihrem Debüt in der oberösterreichischen Landeshauptstadt ins Viertelfinale, wo sie am Freitag (2. Partie nach 14 Uhr) auf Mayr-Achleitner-Bezwingerin Petra Martic trifft.

Zudem beweist die Weltranglisten-Erste auch abseits des Platzes ihre Schlagfertigkeit.

Zu stark für die Konkurrenz?

Ob sie nach zehn Siegen ohne Satzverlust in Folge nicht zu stark für ihre Konkurrenz sei, wollte ein Journalist von ihr wissen?

„Wenn ich jetzt ja sage, dann schreibt ihr sicherlich eine ganz blöde Geschichte“, lächelte die sympathische 23-Jährige.

„Ich will einfach meinen Job so gut wie möglich erledigen und gutes Tennis zeigen. Die ganzen Statistiken interessieren mich eigentlich gar nicht.“

Stillstand bedeutet Rückschritt

Trotz einer beeindruckenden 64:8-Bilanz und fünf Turniersiegen im Jahr 2012 sieht Azarenka auf jeden Fall noch Luft nach oben in ihrem Spiel. Schließlich bedeutet Stillstand Rückschritt.

„Und das würde bedeuten, dass ich bald wieder zurückfallen würde“, will sie den Platz an der Sonne so schnell nicht wieder räumen. „Es ist wichtig für mich, dass ich mich immer weiter steigern kann.“

„Auf dem Court bin ich eine Spielerin, abseits des Platzes bin ich ein ganz normaler Mensch“, meint sie bescheiden.

„So soll es meiner Meinung nach auch sein. Ich nehme meinen Job sehr ernst. Neben dem Platz bin ich aber viel entspannter und habe Spaß. Ich scherze gerne herum und bin gerne ein normaler Mensch.“

In Linz verliebt

Aus diesem Grund habe sie sich auch ein bisschen in die Stadt Linz verliebt, die eine gewisse Natürlichkeit hat, die auch Azarenka selbst in sich trägt.

„Die Stadt ist klein und man kann überall zu Fuß hingehen – das ist sehr angenehm. Auch das Zentrum ist sehr schön. Es gibt kaum Hochhäuser, das macht es gemütlich. Ich mag solche Städte“, hat es Azarenka gerne auch etwas ruhiger.

Das Blut eines Rennfahrers

Das Tier in der Frau erwacht allerdings, wenn sich „Vica“, wie sie von ihren Freunden genannt wird, hinter das Lenkrad setzt.

„Ich will nicht vorlaut wirken, aber manchmal fühle ich mich wie ein Formel-1-Fahrer“, grinst die Tochter eines Fahrschullehrers.

„Ich bin schon mit sechs Jahren zum ersten Mal hinter dem Lenkrad gesessen und mit zehn Jahren Auto gefahren. Aber erzählt das ja nicht der Polizei!“

Ihr größter Wunsch wäre es deshalb auch, einmal mit einem Formel-1-Boliden ein paar Runden zu drehen.

„Das würde ich wirklich gerne machen“, so Azarenka, die sich privat vorläufig mit einem Porsche und einem Mercedes begnügen muss.

Christian Frühwald

Ihrer Meinung sei ihr dies auch im Verlauf dieser Saison gelungen. Trotz ihres perfekten Saisonstarts mit 25 Siegen in Folge.

„Ich habe das Gefühl, dass ich mich als Tennis-Spielerin verbessert habe. Man kann das aber nicht wirklich vergleichen. Es sind andere Matches und andere Gegnerinnen.“

"Bin immer nervös, wenn ich auf dem Platz stehe"

Beinahe 500 solcher Matches hat Azarenka mittlerweile auf der WTA-Tour absolviert. Als Routine sieht die 13-fache Titel-Gewinnerin ihren Job deshalb noch lange nicht.

„Ich bin immer nervös, wenn ich auf dem Platz stehe“, verrät sie. „Das geht aber wohl jedem Athleten so. Deshalb ist es wichtig, wie man damit umgeht und man Erfahrungen sammelt.“

Das Gefühl in einem ausverkauften Stadion vor tausenden von Menschen zu spielen, sei für sie zudem unvergleichlich.

„Ich mag solche Situationen. Es ist sehr aufregend, wenn alle Augen auf dich und deine Gegnerin schauen. Das ist ein unglaubliches Gefühl, das nur schwer zu beschreiben ist.“

Azarenka - ein Mensch, wie du und ich

So spannend Azarenka diesen Star-Faktor auch findet, als unnahbaren Superstar sieht sich die Weißrussin nicht.

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