Erster Sieg am Centre Court seit 27 Jahren

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Für Englands Fußball-Nationalteam war bei der EURO in der vergangenen Woche im Viertelfinale gegen Italien Endstation.

Die kleine Hoffnung auf den ersten EM-Titel für das Mutterland des Fußballs des erfüllte sich erneut nicht.

Zumindest mischten die „Three Lions“ so lange mit, dass die englischen Sport-Fans nahtlos ihre Landsleute in Wimbledon anfeuern können.

Letzter Damen-Sieg im Jahr 1977

Im Rasen-Mekka hielten sich in der jüngsten Vergangenheit die Erfolge der Einheimischen ähnlich in Grenzen wie im Fußball.

Während die Herren überhaupt schon seit über 70 Jahren auf den ersten Title warten, datiert der Erfolg von Virginia Wade immerhin aus dem Jahr 1977.

Seitdem hatte das britische Damen-Tennis nicht mehr viel zu bieten. Zumindest eine Durststrecke konnte heuer bereits am ersten Spieltag beendet werden.

Durststrecke am Centre Court gebrochen

Die erst 20-jährige Heather Watson konnte am Montag als erste britische Dame seit 1985 ein Einzel-Match am Centre Court gewinnen. Die Nummer drei ihres Landes fegte über Melzer-Freundin Iveta Benesova mit 6:2, 6:1 hinweg.

Die Weltranglisten-103. schaffte damit im dritten Anlauf erstmals den Sprung in die zweite Runde.  

„Hatte viel Spaß“

„Ich war mit meinem Spiel heute sehr zufrieden“, freute sich die von der britischen Kanalinsel Guernsey kommende Nachwuchshoffnung, die seit ihrem zwölften Lebensjahr in der berühmten Bollettieri-Akademie in Florida trainiert.

„Ich hatte viel Spaß auf dem Centre Court. Dort habe ich noch nie gespielt. Die Zuschauer waren einfach fantastisch. “

„Ich habe auf dem Platz eine Gänsehaut bekommen. So etwas muss man selbst erleben. Das ist ein unglaubliches Gefühl“, schwärmt Watson, die auf den Geschmack gekommen ist.

„Das ist einfach mein Traum“

„Diese große Bühne ist der Grund, warum ich mein ganzes Leben Tennis spiele. Ich will weiterhin solche Momente erleben. Das ist einfach mein Traum und ich liebe es, derartige Erfahrungen zu sammeln.“

Watson, die vom Kolumbianer Mauricio Hadad, ehemalige Nummer 78 der Welt, trainiert wird, hat es selbst in der Hand nachzulegen.  Die US-Amerikanerin Jamie Lee Hampton liegt auf jeden Fall in ihrer Reichweite.

Entlastung für Andy Murray?

Erst danach käme es dem Papier nach zum Aufeinandertreffen mit der Weltranglisten-Dritten Agnieszka Radwanska.

Freuen würde sich über einen Sensationslauf sicherlich auch Herren-Star Andy Murray.

Schließlich lastete in den letzten Jahren der Druck der ganzen Nation auf den Schultern des Schotten.

Und daran ist Murray bei den Grand-Slam-Turnieren bislang ebenso zerbrochen wie früher Tim Henman.

Christian Frühwald

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