Williams steht einen Sieg vor dem "Serena-Slam"

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Serena Williams steht nur mehr einen Sieg von ihrem vierten Grand-Slam-Triumph in Folge entfernt.

Die 20-fache Major-Siegerin zog dank einem Zweisatzsieg gegen Maria Scharapowa in ihr achtes Wimbledon-Finale ein.

Dort trifft sie am Samstag (15:00 Uhr) mit der Spanierin Garbine Muguruza auf eine Final-Debütantin.

Dominant wie nie zuvor

Auch Maria Scharapowa schaffte es auf dem Centre Court im Halbfinale nicht, den ersten Finaleinzug von Williams am "heiligen Rasen" seit ihrem letzen Triumph 2012 zu verhindern.

Die in Florida lebende Kalifornierin tritt mit knapp 34 Jahren so dominant wie kaum je zuvor auf. 2015 hat Williams auf dem Platz erst eine Niederlage erlitten, bei Major-Turnieren ist sie seit 27 Spielen ungeschlagen.

Gegen Muguruza bietet sich Williams nun die Gelegenheit, zum zweiten Mal nach 2002/03 vier Major-Turniere in Serie zu gewinnen.

Damit würde sich ihr die Chance bieten, Mitte September bei den US Open in New York als erste Frau seit Steffi Graf 1988 den Grand Slam zu komplettieren und damit alle vier Grand-Slam-Turniere in einem Kalenderjahr zu gewinnen.

Williams betont locker

All das scheint die Nummer eins der Tennis-Welt jedoch ziemlich kalt zu lassen. Zumindest versucht sie, wie schon seit Beginn des Turniers, Druck von ihren Schultern zu nehmen.

"Natürlich wäre ich nicht glücklich, würde ich am Samstag verlieren", meinte Williams. "Ich habe aber schon viele Grand-Slam-Titel gewonnen. Ich bin in einer Position, in der ich keinen zusätzlichen Wimbledon-Titel mehr gewinnen muss", stellte sie klar.

Angesprochen auf das anstehende Finale ist sie relativ gelassen: "Auch Muguruza hat ein Grand-Slam-Finale zu verlieren", sagte Williams.

Erster spanische Finalistin seit 1996

Ihre zwölf Jahre jüngere Gegnerin, die als erste Spanierin seit Arantxa Sanchez-Vicario 1996 in einem Wimbledon-Endspiel steht, konnte es nach ihrem Sieg gegen Agnieszka Radwanska (POL-13) selbst nicht glauben.

"Ich bin überrascht, denn die beiden Turniere vor Wimbledon waren nicht so erfolgreich für mich", meinte Muguruza. In Eastbourne schied sie im Achtelfinale aus, eine Woche davor war in Birmingham bereits in Runde eins Endstation gewesen.

Auch in Wimbledon hatte es für die gebürtige Venezolanerin bisher nicht nach Wunsch geklappt. Das Erreichen der zweiten Runde 2013 beim ersten Antreten war das höchste der Gefühle.

"Ich bin mental stärker geworden. Außerdem habe ich gelernt, wie ich auf Rasen spielen muss", erklärte sie ihren sechs Spiele andauernden Erfolgslauf beim wichtigsten Tennisturnier der Welt. "Jetzt will ich das Turnier auch gewinnen", zeigte sie sich nach ihrem Halbfinalsieg über Radwanska angriffslustig.

Muguruza schlug Williams in Paris 2014

Dem Finale um die Wimbledon-Krone blickt Muguruza voller Vorfreude entgegen: "Ich denke es ist das beste Finale, das dir passieren kann. Serena im Endspiel von Wimbledon gegenüber zu stehen ist das härteste Match, das man haben kann. Wenn du von einem Grand-Slam-Titel träumst, dann willst du ihn gegen Serena gewinnen", streute Muguruza ihrer Gegnerin Rosen.

Die Titelhoffnungen der 21-jährigen sind durchaus berechtigt, hat sie doch das Aufeinandertreffen der beiden bei den French Open 2014 gewonnen.

In der zweiten Runde hatte sich die WTA-Nummer 20 mit 6:2, 6:2 durchgesetzt. Für Williams war diese Niederlage eine Art Schlüsselerlebnis: "Nach manchen Niederlagen bist du einfach nur enttäuscht, aus anderen Misserfolgen kann man lernen. Aus dieser Pleite konnte ich in letzter Zeit am meisten mitnehmen", sagte die bald 34-Jährige. Bei den diesjährigen Australian Open setzte sie sich gegen die Ibererin dann 2:6, 6:3, 6:2 durch.

Als bisher bestes Grand-Slam-Resultat hatte Muguruza vor Wimbledon jeweils ein Viertelfinale bei den French Open 2014 und 2015 zu Buche stehen. Ihr bisher bestes Ranking vom 23. März 2015 (WTA Nr. 19) wird sie auf jeden Fall überbieten. In der neuen Weltrangliste wird sie neben Carla Suarez Navarro als zweite Spanierin in den Top Ten aufscheinen.

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