Das Spiel der Tamira Paszek

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Volle Konzentration bei den "Big Points"

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Dank ihrem unglaublichen Erfolgslauf kann Tamira Paszek in Österreich sogar ein bisschen aus dem alles überdeckenden Schatten der EURO heraustreten.

Wie aus dem Nichts startete die 21-jährige Vorarlbergerin mit Beginn der Rasen-Saison plötzlich so richtig durch.

Nach dem sensationellen Turniersieg in Eastbourne schaffte sie am Samstag gegen Yanina Wickmayer (Spielbericht) mit dem bereits achten Sieg in Folge nun auch in Wimbledon den Sprung ins Achtelfinale.

Gewinnt Paszek auch am Montag gegen die an 21 gesetzte Italienerin Roberta Vinci, würde sie im berühmten All England Club zum zweiten Mal in Folge unter den letzten acht stehen.

Statistik-Spielereien

Doch was macht die Dornbirnerin derzeit so stark? LAOLA1 hat sich durch die offiziellen Statistiken geblättert und einige interessante Fakten zusammengesammelt.

Wer sich an das Herren-Tennis der 90er Jahre zurückerinnert, dem werden sofort endlose Aufschlag-Orgien in den Sinn kommen.

Ballwechsel waren kaum vorhanden, ein Break stellte meist mehr als die halbe Miete für den Satzgewinn dar.

Viele Breaks

Mit dem Rasen-Spiel von Tamira Paszek haben derartige Spielabläufe aber so gut wie gar nichts zu tun. Vielmehr orientiert sich die 1,65 Meter große Rechtshänderin am Elvis-Presley-Klassiker "Return to sender".

Augenscheinlich ist allerdings auch, dass Paszek bei ihren eigenen Aufschlagspielen erhebliche Probleme hat.

In den letzten Monaten feilte sie zwar ordentlich an ihrem Service, im Vergleich zu vielen Spitzenspielerinnen ist aber immer noch Luft nach oben.

Zweiter Aufschlag ein beliebter Angriffspunkt

Vor allem der zweite Aufschlag ist ein beliebter Angriffspunkt in Paszeks Spiel. "Power-Ladies" können beim Return oft voll attackieren. 

Diese Schwäche machte zu Jahresbeginn schon Serena Williams bei den Australian Open deutlich.

Wickmayer mit Vorteilen bei Paszeks zweitem Aufschlag

Auch die sehr kraftvoll spielende Wickmayer konnte Paszeks "Achillesferse" oft ausnützen. Beim zweiten Aufschlag machte Paszek nur zu 37 Prozent den Punkt.

Erst, wenn der Ball einmal im Spiel war, konnte die Österreicherin ihre Vorteile von der Grundlinie ausspielen. 

Besonders der dritte Satz gegen Wickmayer zeigte dies deutlich auf. In sieben von zwölf Games setzte sich die Rückschlägerin durch.

Nicht umsonst gilt Paszek für viele Experten als eine der besten Return-Spielerinnen auf der WTA-Tour.

Bei den "Big points" mental stark

In Wimbledon überzeugte sie vor allem mental bei der Verwertung ihrer Breakchancen. Zudem bewies sie auch bei der Abwehr von Breakbällen ihre Nervenstärke.

Nur bei den abgewehrten Breakbällen gegen Wickmayer fiel Paszek knapp unter die 50-Prozent-Marke. Ansonsten lag sie bei den "Big Points" meist deutlich darüber, wie folgende Statistik aufzeigt.

Gegnerin Wozniacki Cornet Wickmayer
genützte Breakchancen 7 von 10 (70%) 6 von 11 (55%) 8 von 13 (62%)
abgewehrte Breakchancen 15 von 22 (68%) 2 von 3 (67%) 8 von 17 (47%)

Für das Duell gegen Vinci stimmen diese Daten allesamt recht zuversichtlich.

Die 29-Jährige aus Palermo setzt in ihrem Spiel weniger auf Kraft als vielmehr auf Konstanz und Ausdauer.

Erst im Viertelfinale würde es dem Papier nach wie im Vorjahr zum Duell mit "Power-Frau" Victoria Azarenka kommen.

Wir wollen zwar nicht vorgreifen, aber wie formulierte es vor ein paar Jahren ein österreichischer Fußballer so schön? "Träumen ist erwünscht!"

Christian Frühwald

Wozniacki Cornet Wickmayer
  1. Aufschlag
64% 69% 62%
Asse 5 0 7
Doppelfehler 5 0 6
Punkte 1. Aufschlag 57% 62% 53%
Punkte 2. Aufschlag 51% 67% 37%
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