Paszek steht erneut im Viertelfinale von Wimbledon

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Tamira Paszek hat ihren sensationellen Erfolgslauf auch am Montag fortgesetzt und mit dem neunten Sieg en suite wie schon 2011 das Viertelfinale der All England Championships in Wimbledon erreicht.
 
Die 21-jährige Vorarlbergerin benötigte im Achtelfinale gegen die als Nummer 21 gesetzte Roberta Vinci lediglich 63 Minuten, ehe sie mit einem sicheren 6:2,6:2 über die Italienerin hinweggebraust war.
 
Beeindruckender Aufstieg
 
Wer hätte das vor einigen Wochen für möglich gehalten?
 
Am 4. Juni scheiterte die damals beim 75.000 Dollar dotierten Rasen-Challenger in Nottingham topgesetzte Österreicherin gleich in der ersten Runde an einer gewissen Alison Riske (USA).
 
In der Woche darauf in Birmingham ebenfalls gleich zum Auftakt an der Britin Anne Keothavong.
 
Und nun steht Paszek doch tatsächlich im Tennis-"Mekka" wieder unter den besten acht Spielerinnen.
 
Paszek dominiert von Beginn weg
 
Die Art und Weise wie Paszek auf Court 12 von Beginn weg das Spiel gegen Vinci dominierte, war beeindruckend.

Es war übrigens jener Platz, auf dem sie im Vorjahr Francesca Schiavone in der dritten Runde nach insgesamt 3:41 Stunden mit 11:9 im dritten Satz förmlich niedergerungen hatte.
 
Etwas mehr als ein Jahr später war von einem Kampf keine Rede. Die einzige Gemeinsamkeit war die Nationalität ihrer Gegnerin: Doppel-French-Open-Siegerin Vinci stammt wie Schiavone aus Italien.
 
Schnelle 4:0-Führung
 
Doch an diesem Tag half auch das Anfeuern von Roland-Garros-Finalistin Sara Errani gar nichts: Gegen eine von der Vor- und Rückhand immer wieder punktende Paszek (19 Winner) war für Vinci kein Kraut gewachsen.
 
Paszek ging rasch 4:0 in Führung, musste zwar zum 4:2 den Aufschlag abgeben, holte dann aber Satz eins nach nur 27 Minuten souverän.
 
Im zweiten Durchgang ließ sich Paszek von einem Serviceverlust zum 2:2, also dem Rebreak von Vinci, auch nicht aus der Ruhe bringen und ließ der Weltranglisten-23. in der Folge gar kein Game mehr.
 
Nach etwas mehr als einer Stunde riss Paszek beide Arme in die Höhe und bedankte sich beim Publikum. "So macht das Spaß!", schrie sie lachend in Richtung Manager und ÖTV-Präsident Ronnie Leitgeb.
 
Paszek auch noch im Mixed im Einsatz
 
Paszek, die freilich auch von ihrem Vater Ariff Mohamed und ihrem Trainer Andrei Pavel angefeuert wurde, war am Montag noch ein zweites Mal im Einsatz. Sie spielte an der Seite von Julian Knowle im Mixed-Doppel in der zweiten Runde.
 
Die Weltranglisten-37. hat damit alle Punkte aus dem Vorjahr verteidigt und 145.000 Pfund (179.722 Euro) Preisgeld sicher.

Paszek Vinci
  1. Aufschlag
37 von 51 (73%) 18 von 43 (42%)
Asse 2 0
Doppelfehler 0 2
Unerzwungene Fehler 11 16
Punkte 1. Aufschlag 23 von 37 (62%) 8 von 18 (44%)
Punkte 2. Aufschlag 8 von 14 (57%) 8 von 25 (32%)
Punkte Rückschläger 27 von 43 (63%) 20 von 51 (39%)
Breakbälle 6 von 8 (75%) 2 von 5 (40%)
Gesamtpunkte 58 36

Ihre nächste Gegnerin ist die an Nummer zwei gesetzte Weißrussin Viktoria Azarenka, die die an 14 gereihte Serbin Ana Ivanovic mit 6:1, 6:0 vom Platz fegte.
 
"Ich habe wirklich gut gespielt und mich im Vergleich zu den Vorrunden gesteigert", resümierte Asarenka nach dem vierten glatten Erfolg in diesem Turnier. "Sie hat zuletzt auf Rasen sehr gut gespielt, das wird eine schwere Aufgabe, aber ich freue mich drauf", meinte die Australian-Open-Siegerin.
 
Revanche für 2011
 
Damit kommt es wie erwartet zur Revanche aus dem Vorjahr.
 
2011 hatte Azarenka den Lauf der Tamira Paszek im Viertelfinale gestoppt: 6:3,6:1 hieß es damals, als zuvor nach nur einem gespielten Game auf Platz 1 wegen Regens abgebrochen werden musste und auf dem Center Court weitergespielt wurde.
 
"Sie war 'on fire' dieses Jahr. Sie hat die Nummer 1 der Welt geschafft, den Grand Slam in Australien gewonnen. Aber ich bin 'confident' (zuversichtlich), spiele sehr gutes Tennis momentan und bin körperlich fit", sagte Paszek. "Ich werde rausgehen, aggressiv spielen, und definitiv nicht wie letztes Jahr auf Fehler warten."
 
Ein Jahr später ist Paszek natürlich wieder Außenseiterin: Aber sie kommt mit noch mehr Selbstvertrauen in ihr zweites Viertelfinale.
 
Neun Siege en suite, Siege gegen die Nummern 9, 8 und 7 der Welt und seit Eastbourne insgesamt sieben abgewehrte Matchbälle zeugen davon.

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