Federer: "Jedes Finale ist eine einmalige Chance"

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Leicht ist die Ausgangsposition von Novak Djokovic am Sonntag im Finale von Wimbledon wahrlich nicht.

Denn beinahe die gesamte Tennis-Welt wird ab 15 Uhr voraussichtlich im Lager seines Kontrahenten stehen.

Es gibt wohl wenig Menschen, die Roger Federer in seinem mittlerweile zehnten Endspiel im Tennis-Mekka nicht den Sieg vergönnen würden.

Alleiniger Rekordsieger

Für den bald 34-jährigen Schweizer wäre es ein ganz besonderer: Als erster Spieler überhaupt würde er zum achten Mal den Einzel-Titel im All England Club holen. Derzeit teilt er sich die Spitzenposition mit dem US-Amerikaner Pete Sampras und dem Briten William Renshaw.

„Acht ist meine Lieblingszahl“, scherzte Federer schon vor wenigen Wochen als er in Halle bereits seinen achten Titel beim deutschen Traditions-Rasen-Event einfuhr und von einem „perfekten Super-Omen“ für Wimbledon sprach.

Im Head-to-Head gegen Djokovic liegt der Eidgenosse mit 20:19 hauchdünn in Front. Die letzten beiden Duelle gingen aber ebenso verloren wie das letztjährige Endspiel an der Church Road.

Federer im Turnierverlauf souveräner

Im Turnierverlauf präsentierte sich allerdings der Weltranglisten-Zweite („Ich denke auch nicht mehr an das Finale 2014“) souveräner.

Federer musste nur ein einziges Mal seinen Aufschlag abgeben (im Viertelfinale gegen Gilles Simon) und überzeugte mit fast perfektem Rasen-Tennis.

Seine Topform gipfelte im Drei-Satz-Erfolg über Mit-Favorit Andy Murray. Nach dem Match sprach Federer von „einer der besten Partien meiner Karriere“.

Der 17-fache Grand-Slam-Gewinner ließ gegen den Wimbledon-Sieger von 2013 und den Gewinner der Olympischen Spiele 2014, die ebenfalls im All England Club ausgetragen wurden, nur einen einzigen Breakball zu.

Murray von Federer beeindruckt

„Ich habe sicherlich kein schlechtes Match, sondern sogar relativ gut gespielt“, war der Schotte von der Leistung des Maestros beeindruckt.

„Roger hat aber einfach fantastisch serviert und mir keine Chancen gegeben. Er hat mich extrem unter Druck gesetzt.“

Roger Federer Novak Djokovic
Alter
33 28
Wohnort
Bottmingen/Schweiz Monte Carlo
Größe
1,85 m 1,88 m
Ranglistenposition
2 1
Grand-Slam-Titel
17 8
Grand-Slam-Finals
26 17
Wimbledon-Titel
7 2
Wimbledon-Teilnahmen
17 11
Wimbledon-Finals
10 4
Turniersiege insgesamt
86 53
Turniersiege 2015
4 5
Preisgeld
90,9 Mio. Dollar 79,4 Mio. Dollar
Head-to-Head
20 Siege 19 Siege

Dementsprechend hoch schätzt Murray auch Federers Chancen auf seinen achten Streich in Wimbledon: „Wenn er so serviert wie gegen mich, kann man nicht viel machen.“

Murray verlor schon drei Grand-Slam-Finali gegen Federer. So stark wie heuer in Wimbledon habe er ihn aber selten zuvor gesehen. „Ob er in der Form seines Lebens ist, kann ich nicht sagen. Das müsst ihr ihn selbst fragen. So gut wie diesmal, hat er aber noch nie gegen mich aufgeschlagen.“

Djokovic: „Der größte Spieler aller Zeiten“

Auch Finalgegner Djokovic weiß, was auf ihn zukommt: „Wir wissen alle, wie gut er ist. Er ist der größte Spieler aller Zeiten. Man kann ihn nicht genug loben, für das, was er geleistet hat. Hier in Wimbledon liebt er es zu spielen. Hier spielt er sein bestes Tennis. Der Centre Court von Wimbledon ist sein Platz.“

Trotzdem fühlt sich der serbische Weltranglisten-Erste für seinen neunten Grand-Slam-Titel bzw. seinen dritten Erfolg in Wimbledon gerüstet: „Ich fühle mich gut.“

Federer versucht, vor seinem möglicherweise letzten Major-Endspiel, die Ruhe zu bewahren. „Ich bin einfach glücklich, dass ich wieder in einem Finale stehe. Gegen wen ich spiele ist egal, es ist immer eine einmalige Chance.“

Christian Frühwald

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