McEnroe: "Murray hat eine tolle Zukunft vor sich"

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Für viele Experten war Andy Murrays Sieg in Wimbledon die Geburt eines neuen Dominators auf der ATP-Tour.

Mit dem heiß ersehnten ersten britischen Herren-Triumph im All England Club könnte sich der Knoten beim 26-jährigen Schotten endgültig gelöst haben.

„Ich glaube, dass jetzt alles leichter wird. Ich hoffe es zumindest“, meinte Murray nach seinem Final-Sieg über Novak Djokovic.

McEnroe: „Er hat eine tolle Zukunft vor sich“

Der frühere Weltranglisten-Erste John McEnroe sieht dies ähnlich. „Ich wäre überrascht, wenn er jetzt nicht mindestens sechs Majors gewinnen würde“, sagte der US-Amerikaner im Gespräch mit der BBC. „Er hat eine tolle Zukunft vor sich.“

Für McEnroe, der in seiner Karriere selbst sieben Grand-Slam-Titel gewann, ist ein neues Zeitalter im Tennis angebrochen. „Das ist eine große Sache“, erklärte McEnroe. „Das ist ein neues Gesicht, das sich in den Kreis der Großen einreihen wird.“

Murray trotzt der Presse

Die historische Bedeutung des Erfolgs ist alleine schon durch die Beendigung der 77-jährigen Durststrecke der Briten in Wimbledon zu erklären. McEnroe: „Jedes Jahr haben die Leute dieselbe Frage gestellt – jetzt wird Andy den Namen Fred Perry nie wieder hören müssen.“

Dadurch sollte sich für Murray auch das bislang etwas durchwachsene Verhältnis zur Presse ändern. „Andy selbst hat gemeint, dass er bei der Pressekonferenz nach dem Finale ein bisschen trotzig reagierte, weil er alle Zweifler endlich eines Besseren belehren konnte. Hoffentlich bekommt er nun den Respekt, den er sich verdient hat.“

Becker: „Kein ‚One-Slam-Wonder‘!“

Murray stand bei seinen letzten vier Grand-Slam-Turnieren im Endspiel und gewann davon zwei. Für McEnroe wird dies auch in den nächsten Jahren ähnlich sein.

„Er hat die Chance, die Nummer eins zu werden, wenn das Jahr weiter gut für ihn verläuft. In den nächsten zwei bis vier Jahren wird er nur ganz schwer zu schlagen sein“, prophezeit „Big Mäc“.

Ähnlich sieht es Boris Becker in seiner Kolumne im „Telegraph“: „Das ist erst der Beginn! Murray ist kein ‚One-Slam-Wonder‘. Er ist erst 26 Jahre alt und hat noch einige große Ziele vor sich."

"Von insgesamt sieben Grand-Slam-Endspielen gewann er zwei, er hat sicher noch einen großen Hunger auf mehr.“

Rusedski erwartet Final-Neuauflage bei den US Open

Becker freut sich vor allem auf die sich abzeichnende Rivalität mit Novak Djokovic. „Wahrscheinlich werden sich beiden in Zukunft noch öfters in einem Grand-Slam-Finale gegenüberstehen.“

Der britische Ex-Profi Greg Rusedski erwartet dies schon bei den Ende August beginnenden US Open in Flushing Meadows. „Ich sage voraus, dass die beiden auch in New York ins Endspiel einziehen werden.“

Federer für McEnroe kein Thema mehr

McEnroe glaubt, dass zumindest mit Nadal auch weiterhin zu rechnen sein wird. „Es hängt von Rafa ab – wir hoffen alle, dass er wieder zurückkommt und nicht nur auf Sand um große Titel mitspielen kann. Wenn wir drei große Spieler hätten, wäre das schon eine feine Sache.“

Für Federer sieht der US-Amerikaner dagegen keine rosige Zukunft: „Roger ist derzeit nicht gut drauf und mit fast 32 Jahren ist es nicht mehr leicht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er gegen die jüngeren Leute über fünf Sätze gehen kann.“

Christian Frühwald

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