Mit wem man in Wimbledon noch rechnen sollte

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Die Favoritenlisten für die Grand-Slam-Turniere der vergangenen Jahre umfassten meist nur vier Namen: Novak Djokovic, Roger Federer, Rafael Nadal und Andy Murray.

Auch in Wimbledon wird dieses Quartett in den nächsten zwei Wochen ein gewaltiges Wörtchen um den Titel mitzureden haben.

Nur mehr 50-Prozent-Quote

Doch die "Big Four" sind nicht mehr unantastbar. Von den letzten sechs Grand-Slam-Turnieren ging nur mehr die Hälfte an die Superstars:

Djokovic gewann in Wimbledon 2014 und Melbourne 2015, zudem triumphierte Nadal im vergangenen Jahr in Paris.

Die Konkurrenz hat Blut geleckt. Auch in Wimbledon träumen wieder viele Akteure vom ganz großen Wurf.

LAOLA1 hat sich umgesehen, welche Spieler abseits des Spitzen-Quartetts die besten Chancen auf einen möglichen Triumph im Tennis-Mekka haben.

Stan Wawrinka

Ganz gerecht ist es ja nicht, jemanden in die Liste der Geheim-Favoriten einzuordnen, der erst vor wenigen Wochen in beeindruckender Manier den zweiten Grand-Slam-Titel seiner Karriere einfahren konnte. Um aus den“ Big Four“ die“ Big Five“ zu machen, dafür hat der 30-jährige Schweizer dann aber doch noch nicht genug gewonnen. Dass er das Potenzial dazu hat, hat er in Roland Garros bewiesen, als er im Endspiel Novak Djokovic beinahe schon eine Lehrstunde erteilte. Auf Rasen lief es bislang durchwachsen: Seinem Erstrunden-Sieg im Londoner Queen’s Club über den letztjährigen Wimbledon-Viertelfinalisten Nick Kyrgios folgte eine knappe Niederlage gegen den Südafrikaner Kevin Anderson, der sich auf Rasen allerdings auch sehr wohl fühlt.

Tomas Berdych

In Wimbledon erreichte Tomas Berdych im Jahr 2010 sein bislang einziges Grand-Slam-Finale, in dem er gegen Rafael Nadal den Kürzeren zog. Seit Jahren ist der mittlerweile 29-jährige Tscheche ein fixer Stammgast in den Top Ten, der ganz große Durchbruch blieb ihm durch die „Big Four“ aber immer wieder versagt. Ob es für den 1,96 Meter großen Rechtshänder in Wimbledon 2015 endlich klappt? Beim Vorbereitungs-Turnier in Halle verlor er nach zwei glatten Auftaktsiegen im Viertelfinale gegen den kroatischen Aufschlag-Kanonier Ivo Karlovic.

Gael Monfils

Vor elf Jahren gewann Gael Monfils nach Melbourne und Paris auch den Junioren-Bewerb von Wimbledon. Den hohen Erwartungen nach seiner erfolgreichen Karriere im Nachwuchs-Tennis wurde der französische Publikumsliebling aber nie gerecht. Vor allem zahlreiche Verletzungen warfen den schlaksigen Rechtshänder immer wieder weit zurück. Auch die Vorbereitung für Wimbledon lief nicht nach Wunsch: In Halle musste Monfils gegen Andreas Seppi im Viertelfinale wegen einer Adduktoren-Verletzung aufgeben. Wenn er fit ist, kann er in Wimbledon trotzdem einigen Schaden anrichten.

Jo-Wilfried Tsonga

Nachdem Jo-Wilfried Tsonga wegen einer Unterarmverletzung erst verspätet in die neue Saison starten konnte, kam er mit Fortdauer der Sandplatz-Saison so richtig in Schwung: Bei den French Open wurde der 30 Jahre alte Franzose erst im Halbfinale vom späteren Sieger Wawrinka gestoppt. Auch auf Rasen fühlt sich Tsonga dank seines starken Aufschlags traditionell wohl. 2011 und 2012 stand er jeweils im Halbfinale. Auf ein Vorbereitungs-Turnier verzichtete Tsonga wie übrigens auch Novak Djokovic in dieser Saison. Hinter seiner Form steht also ein kleines Fragezeichen.

Milos Raonic

Das Spiel von Milos Raonic ist eigentlich wie gemacht für Rasen-Tennis. Dank seines starken Aufschlags ist er bei seinen Service-Games beinahe unantastbar und im Gegensatz zu einigen anderen Kanonen-Aufschlägern kann der 24-jährige Kanadier auch von der Grundlinie ganz ordentliches Tennis spielen. Im Vorjahr setzte er dies bereits in die Praxis um, als er erst im Halbfinale an Roger Federer scheiterte. Auch in diesem Jahr muss sich der Schützling von Ivan Ljubicic vor keinem Spieler im Tennis-Mekka fürchten.

Gilles Simon

Gilles Simon verfügt zwar nicht über das klassische Rasen-Spiel, dass dies aber auch gar nicht notwendig ist, bewies Andy Murray vor zwei Jahren. Der Schotte, wie Simon für seinen defensiven Stil bekannt, triumphierte damals im Finale über Novak Djokovic. Der 30-jährige Franzose bewies im Londoner Queen's Club mit seinen Siegen über David Goffin, Thanasi Kokkinakis und Milos Raonic, dass mit ihm auch in Wimbledon zu rechnen sein wird.

Kevin Anderson

Kevin Anderson stoppte den Lauf von Simon im Queen’s Club. In drei Sätzen hatte der 29-jährige Südafrikaner knapp das bessere Ende für sich. In seiner Heimat hat Rasen-Tennis eine große Tradition. Dementsprechend fühlt sich der 2,03 Meter große Rechtshänder aus Johannesburg pudelwohl im All England Club. Im Vorjahr scheiterte Anderson im Achtelfinale an Andy Murray, gegen den er auch im Finale vom Queen‘s Club verlor.

Christian Frühwald

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