"Ich bin dem Rasen nicht mehr abgeneigt"

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Von ihrem vor drei Jahren mit erreichten Career High (WTA-Nummer 70) ist Patricia Mayr-Achleitner derzeit als 93. zwar noch ein Stückchen entfernt, geht es nach den Plänen der 25-jährigen Tirolerin soll sich dies aber schon bald ändern.

„Mein Level ist um einiges gestiegen“, erklärt Mayr-Achleitner im Gespräch mit LAOLA1.

„Gegenüber dem vergangenen Jahr sehe ich schon eine große Steigerung. Ich bin heute sicher besser als damals, als ich noch auf 70 gestanden bin.“

Nachdem sie gemeinsam mit ihrem Mann Michael Achleitner ihr Tennis umstellte, sei ihr Spiel „viel schneller“ geworden.

Regeneration hat höheren Stellenwert

Außerdem habe nun die Regeneration einen hören Stellenwert. „Ich spiele nicht mehr so viele Turniere wie früher und mache mehr Pausen, damit ich ausgeruht zu jedem Turnier komme.“

Und wenn Mayr-Achleitner „Turnier“ sagt, dann meint sie damit auch nur mehr die großen WTA-Turniere. Die Zeiten, als sie sich mit zahlreichen Challenger-Starts in der Weltrangliste nach oben hangelte, gehören der Vergangenheit an.

„Gegen die Besten der Besten“

„Für mich ist es wichtig, nicht mehr nur die kleinen Challenger zu spielen, sondern bei den großen WTA-Turnieren gegen die Besten der Besten. Nur so kann man sein Niveau verbessern. Es macht mich besser, wenn ich jede Woche gegen harte Brocken spiele.“

„Man kann bei einem 25.000er durchaus mal etwas Matchpraxis und Selbstvertrauen sammeln. Auf Dauer machen sie einen aber müde und sie geben nur wenig Punkte und wenig Geld.“

Knappe Niederlagen gegen Top-Spielerinnen

Mayr-Achleitner ist sich aber auch bewusst, dass die Luft an der Spitze dünn ist. „Wenn zwei gute Spieler gegeneinander spielen, spielt immer auch ein bisschen das Glück mit“, hadert die Tirolerin ein bisschen mit den knappen Niederlagen der letzten Wochen.

Bei den French Open musste sie sich in der ersten Runde der ehemaligen Weltranglisten-Ersten Jelena Jankovic nur hauchdünn geschlagen geben.

In Bad Gastein war für die Vorjahres-Finalistin in der letzten Woche trotz einer starken Leistung im Achtelfinale gegen groß aufspielende Yanina Wickmayer Endstation.

„Mir fehlt nur ein kleiner Schritt“

Mayr-Achleitner ist aber zuversichtlich, dass sie schnell einen Lauf bekommen kann, wenn ihr einmal in so einer Partie der Knopf aufgeht. „Es kann schnell gehen. Mir kommt vor, als ob mir nur ein kleiner Schritt fehlen würde.“

Überfällig wäre auf jeden Fall wieder einmal ein Sieg bei einem Grand-Slam-Turnier. Zum letzten Mal schaffte sie in Wimbledon 2009 den Sprung in die zweite Runde eins Majors. Danach war – auch durch Auslosungspech begründet – acht Mal in Folge gleich zum Auftakt Endstation.

In Wimbledon hofft Mayr-Achleitner, diesen Negativlauf beenden zu können. Auf ein Vorbereitungsturnier verzichtete die Tirolerin, die sich lieber in der Heimat mit Sparring-Partner Johannes Ager auf Kunstrasen einschlug.

Mit dem Spiel auf Rasen habe die ehemalige Sandplatz-Liebhaberin keine großen Probleme mehr. Schließlich habe sie seit ihrer Umstellung den Schwerpunkt immer mehr auf Hartplatz gelegt.

„Das ist auch wichtig, da es immer mehr Turniere auf Hartplatz gibt“, erklärt Mayr-Achleitner. „Ich spiele jetzt auch schon sehr gerne darauf – das war früher nicht immer so."

"Ich bin dadurch auch dem Rasen nicht mehr abgeneigt. Ich brauche halt immer ein paar Tage zur Vorbereitung. Im Vorjahr habe ich gegen Marino eine gute Partie gespielt. Da ist sicher auch in Wimbledon viel drin. Wenn ich wieder Jankovic kriege, wird es halt wieder schwer.“

Irgendwann sollen die Top 30 fallen

Von kurzfristigen Rückschlägen will sich Mayr-Achleitner aber sowieso nicht unterkriegen lassen. „Mein Ziel vom ganzen Tennis-Leben sind die Top 30. Dafür gebe ich mir aber Zeit.“

„Ich bin sicher noch nicht am Limit. Da ist noch einiges drin. Sei es konditionell, mental oder technisch. Ich glaube, dass ich auf einem guten Weg bin. Und ich habe ja gehört, dass man mit 28, 29 sein bestes Tennis spielt“, will sie sich nicht unter Druck setzen.

Mayr-Achleitner könnte Paszek ablösen

In Wimbledon könnte sie zudem einen kleinen Motivationsschub kommen. Sollte der Negativlauf von Tamira Paszek auch im All England Club seine Fortsetzung finden, würde Mayr-Achleitner wahrscheinlich bald die Nummer eins Österreich sein. Schließlich hat die 21-jährige Dornbirnerin nach ihrem Viertelfinal-Einzug im Vorjahr satte 500 Punkte zu verteidigen.

„Lieber wäre es mir, wenn ich mit Siegen an ihr vorbeikommen würde“, relativiert Mayr-Achleitner die mögliche Ablöse. „Außerdem bringt es mir nicht viel, wenn ich Nummer eins in Österreich bin, obwohl ich nur auf 140 stehe.“

Ein bisschen stolz würde sie die prestigeträchtige Titulierung allerdings schon machen. „Natürlich ist es schön, wenn die Mayr-Achleitner endlich einmal nicht mehr nur die Nummer zwei ist. Das würde mich natürlich freuen.“

Christian Frühwald

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