Eine Legende jagt die andere

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Federer: "Ein siebenter Titel wäre unglaublich"

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Mit Tränen in den Augen winkt der 19-jährige Roger Federer den Zuschauern in Wimbledon zu und dankt ihnen für ihre Unterstützung.

Hinter ihm verlässt sein Gegner, kein Geringerer als Pete Sampras (seinerzeit 29 Lenze zählend), mit gesenktem Haupt den Platz. Soeben hatte der Schweizer „Mr. Wimbledon“ im Achtelfinale des Turniers von 2001 in fünf dramatischen Sätzen rausgeworfen.

Diese Szene (siehe oben) wurde zum Symbolbild. Es war das Ende einer Ära und der Beginn einer neuen.

Siebenter Titel? „Wäre unglaublich“

Sampras hatte bereits alle seine sieben Triumphe auf dem „Heiligen Rasen“ eingefahren, Federer machte sich zu dieser Zeit gerade erst einen Namen auf dem internationalen Parkett.

Nun, elf Jahre später, könnte sich für „FedEx“ ein Traum erfüllen. Mit sechs Erfolgen liegt er nur noch einen hinter seinem großen Idol.

„Ein siebenter Titel wäre unglaublich“, so Federer. „Ich könnte mit Pete gleichziehen, was absolut fantastisch wäre.“

Federer und Sampras fachsimpeln bei einem NBA-Match

Einst Gegner, heute Freunde

Die Beziehung der beiden Allzeitgrößen hat sich inzwischen längst zu einer Freundschaft entwickelt.

Das Duo, das zusammen nicht weniger als 30 Major-Titel sein Eigen nennen darf, stellte sich in zahlreichen Charity-Matches gemeinsam in den Dienst der guten Sache oder war beispielsweise zu Besuch bei einem Spiel der Los Angeles Lakers.

Nun aber hat Federer vorerst keinen Sinn für Freundschaft, der Fokus gilt einzig und alleine dem Rekordsieg.

Federer mit breiter Brust

Diesen verpasste er in den vergangenen beiden Jahren, nachdem der 30-Jährige jeweils bereits im Viertelfinale die Segel streichen musste. „Ich hätte auch weiter kommen können. Vielleicht war es Pech, vielleicht waren einige Jungs auch zu gut oder ich habe nicht mein Bestes gezeigt.“

Dieses Mal gilt es ein vorzeitiges Ausscheiden um jeden Preis zu vermeiden. „Es liegt an mir, es besser zu machen und den nächsten Schritt zu machen.“ Federer fühle sich unheimlich gut, das Selbstvertrauen sei nach „so vielen gewonnen Turnieren und Matches“ groß.

„Ich bin Match-fit und bereit für das Turnier. Auch das ist ein Schlüssel, um ein Grand Slam zu gewinnen“, sieht er ausschließlich positive Aspekte.

Keine Infos zum Gegner

Zum Auftakt bekommt es der - gemessen an Major-Siegen - erfolgreichste Tennis-Akteur aller Zeiten mit Albert Ramos, von der ATP-Weltrangliste als Nummer 43 der Welt ausgespuckt, zu tun.

Ein Linkshänder, der bei Federer einige Fragen offen lässt. „Ich habe noch nie gegen ihn gespielt. Ich muss mich noch erkundigen, was mich da erwartet. Ich habe viele Lefties in meiner Hälfte, also bereite ich mich auf sie vor.“

Alles andere als ein klarer Sieg wäre eine faustdicke Überraschung. Schließlich hat Federer Großes vor. Der siebente Wimbledon-Erfolg ruft. Und damit eine angenehme „Begleiterscheinung“.

Platz an der Sonne winkt

Sollte Federer in zwei Wochen den Gewinner-Pokal stemmen dürfen, würde er damit auch Novak Djokovic vom Thron stürzen und die Nummer eins erklimmen.

Eigentlich nichts Besonderes, sollte man angesichts der 285 Wochen, die er als Leader in den Jahren 2004 bis 2010 an der Spitze  verbrachte, meinen.

Und doch wäre ein erneuter Gipfelsturm außergewöhnlich: Eine weitere Woche würde die Einstellung des Allzeit-Rekordes bedeuten. Wer ihn hält? Natürlich Pete Sampras

 

Christoph Nister

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