Hurrikan "Irene" steht vor seinem Höhepunkt

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New York - Sie sind die Superstars, die ab Montag beim letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres in Flushing Meadows 14 Tage lange um den Siegerscheck kämpfen.

Die sportlichen Schlagzeilen werden einem Roger Federer, einer Maria Scharapowa und Co. auch gehören, aber am Wochenende vor den US Open ist es der herannahende Hurrikan "Irene", der in aller Munde ist.

 Beinahe gespenstische Stille herrschte am Samstag auf der Riesenanlage.

Exhibition abgesagt

Nach der Absage des "Arthur Ashe-Kids-day", an dem sonst viele Stars bei Exhibitions zu bewundern sind, war abgesehen von den fehlenden Fans nicht einmal die sonst allgegenwärtige Security vor Ort.

Wegen noch am Vormittag einsetzenden Regens konnten viele Spieler nicht mehr trainieren, nur die besser platzierten Akteure ergatterten einen der nur drei Indoor-Courts.

Am Sonntag ist am Höhepunkt des Unwetters überhaupt alles gesperrt, ebenso wie seit Samstagnachmittag Ortszeit alle U-Bahnen, Busverbindungen und natürlich auch die Flughäfen der Metropole geschlossen sind.

Stars bleiben gelassen

Dennoch blieben die Stars alles in allem gelassen.

"Natürlich ist es ein bisschen beängstigend, weil man ja nicht weiß, wie hart es uns treffen wird. Ich habe Familie und wir sind in New York City, das ist nicht irgendeine Stadt. Das ist schon etwas, mit all den Wolkenkratzern", sagte Roger Federer am Samstag.

"Aber wir werden die Nachrichten genau verfolgen und versuchen, die Zeit so sicher, wie wir können, zu überstehen."

"Es wird ein bisschen surreal sein"

Der Sieger der US-Open-Series, Mardy Fish, sah die Sache ebenso wie Maria Scharapowa gelassen, beide sind schließlich in Florida aufgewachsen.

"Es wird schon ein bisschen surreal sein, aber wir hatten einmal drei oder vier Hurrikane in Florida innerhalb eines Jahres", sagte Fish.

Die Russin Maria Sharapova klingt nach ihren vielen Jahren in den USA wie eine US-Amerikanerin und auch sie sieht es lockerer.

"Nun, ich bin ein Florida-Girl, also bin ich so etwas gewöhnt", sorgte sie bei der Pressekonferenz in Flushing Meadows für Gelächter.

Sie glaubt, dass die meisten Menschen ein wenig überreagieren. "Aber natürlich muss man alle Vorkehrungen treffen."

Starke Worte sind notwendig

Diese Vorkehrungen werden in den US-Medien vielleicht dramatisiert, andererseits bedarf es wohl auch starker Worte, um die Menschen in einer Metropole wie New York nachhaltig zu warnen.

An der in den USA verwendeten Redewendung "better safe, than sorry", also: "lieber sicher, als es danach zu bedauern" ist schon etwas dran.

Melzer erlebte schon eine Naturkatastrophe

   Jürgen Melzer konnte am Samstag eine zweistündige Trainingseinheit in der Halle absolvieren, ehe es in eine über 24-stündige Zwangspause ging.

"Jetzt wird ja die Anlage zugesperrt. Man kann sich als Europäer nicht wirklich vorstellen, was es bedeutet, einen Hurrikan zu erleben. Man wird sehen, wie schlimm es wird", sagte Melzer.

 Der 30-jährige Niederösterreicher hat vor zehn Jahren in El Salvador einmal ein katastrophales Erdbeben erlebt.

"Viel schlimmer kann es nicht werden." Damals hatte er ein Beben der Stärke 7,9 erlebt, in dem Land waren über 100.000 Tote zu beklagen.

"Da ich nicht weiß, was mich erwartet, kann ich mich auch nicht fürchten. Vielleicht mache ich mir dann morgen in die Hose", sagte Melzer, der den Sonntag wie der gesamte Tross kaserniert in Manhattan erleben wird. Keine U-Bahn, kein Taxi - die Stadt, die niemals schläft, wird surreal sein.

 Melzer muss übrigens erst am Dienstag oder Mittwoch gegen den Franzosen Eric Prudon auf den Platz. Der exakte Spielplan ist allerdings noch nicht bekannt.

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