Thiem nach Sparring-Session gegen Djokovic gerüstet

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Am Dienstag (3. Partie nach 17 Uhr MEZ) greift Dominic Thiem bei den US Open ins Geschehen ein.

Zum Auftakt wartet der spanische Weltranglisten-76. Daniel Gimeno-Traver. Eine machbare Erstrunden-Aufgabe. Das sieht auch Coach Günter Bresnik im Gespräch mit LAOLA1 so.

„Die Auslosung ist prinzipiell in Ordnung. Wenn ich in Runde eins gegen Gimeno-Traver spiele, darf ich mich nicht beschweren.“

1:1 im Head-to-Head

Zwei Mal trafen die beiden bislang schon aufeinander - jeweils in Österreich. 2011 gewann der Spanier auf Sand in Kitzbühel, in der Wr. Stadthalle hatte Thiem 2013 das bessere Ende für sich.

"Ein Vorteil ist auf jeden Fall, dass ich Gimeno-Traver kenne. Ich habe schon zweimal gegen ihn gespielt, aber zweimal in Österreich, was etwas anderes ist", sagte der junge Lichtenwörther über die Auslosung.

"Kein Hartplatz-Spezialist"

„Er hat eine ausgezeichnete Vorhand, aber auch eine wesentlich schwächere Rückhand. Zudem ist er ist sicherlich kein Hartplatz-Spezialist", analysiert Bresnik, der aber auch weiß, dass bei Thiem mittlerweile „eine hohe Erwartungshaltung“ herrscht.

„Jeder glaubt, dass er auch hier wieder dritte, vierte Runde spielen muss. Das ist aber alles andere als einfach“, weiß Bresnik.

In der dritten Runde würde es Thiem dem Papier nach immerhin mit dem frischgebackenen Turniersieger von Winston-Salem und der aktuellen Nummer 14 der Welt, Kevin Anderson, zu tun bekommen

„Will wieder in die zweite Woche kommen“

Im Vorjahr schaffte Thiem bei den US Open mit dem Einzug ins Achtelfinale das bislang beste Grand-Slam-Ergebnis seiner Karriere.

Im Training konnte sich Thiem mit Novak Djokovic messen

„Der Wechsel von Sand- auf Hartplatz nach Kitzbühel inklusive Zeitumstellung ist einfach nicht optimal. Dadurch reißt du dir ein Loch auf, das du dann auch wieder flicken musst“, verweist er auf die knappe Anreise aus Tirol.

Warum es dann eine Woche später in Cincinnati gegen Martin Klizan ebenfalls nicht nach Wunsch lief?

„Dominic hat 4:1 im dritten Satz geführt. Bei 4:2 hatte Klizan seinen ersten Breakball überhaupt. Ein schlechtes Game hat die Partie zum Kippen gebracht. Er hat – wie auch schon gegen Gulbis – nicht schlecht gespielt“, sieht der Betreuer keinen Grund zur Panik.

Perfekte Vorbereitung in den Hamptons

Zudem habe sich Thiem in den vergangenen Tagen perfekt auf das letzte Grand-Slam-Turnier des Jahres vorbereiten können. Ein mit Bresnik befreundeter amerikanischer Millionär stellte dem Youngster seine Villa in den Hamptons zur Verfügung.

Die am Ostende von Long Island liegende Region gilt als Mekka der Superreichen, wo zahlreiche Stars wie Mariah Carey, Steven Spielberg oder Jennifer Lopez ihre Wochenend- bzw. Sommerresidenz haben.

Beim Abendessen in einem Restaurant habe man sogar Hilary Clinton und Heidi Klum getroffen. „Meist fliegen die aber nur mit dem Hubschauer über einen drüber. Zum Händeschütteln mit den Stars sind wir nicht gekommen“, streicht Bresnik den beschaulichen Charakter der Promi-Gegend hervor.

„Da hatte er sehr viel Ruhe und genug Zeit, um sich von der Tour zu erholen.“ Zeit, die Thiem dringend brauchte. Nach dem erfolgreichen Sommer mit den Turniersiegen in Umag und Gstaad sowie dem Halbfinal-Einzug in Kitzbühel war etwas die Luft raus.

„Ich will auch heuer wieder in die zweite Woche kommen“, fiebert der aktuelle Weltranglisten-20. seinem Auftaktmatch entgegen.

„Dafür habe ich viel trainiert und unzählige Bälle geschlagen. Vor allem will ich die Amerika-Tournee mit einem Erfolgserlebnis beenden“, spielt er auch auf die misslungenen Auftritte vor Flushing Meadows an.

Sowohl in Montreal als auch bei der Generalprobe in Cincinnati setzte es für den Niederösterreicher jeweils in Runde eins das Aus.

"Das Glück, das ich in der Sand-Saison gehabt habe, ist mir da ein bisserl abhandengekommen. Das war letztes Jahr genau gleich. Da bin ich auch mit zwei Erstrunden-Niederlagen hergekommen und dann habe ich hier ein gutes Turnier gespielt. Ich hoffe, dass es wieder so sein wird."

Bresnik sieht keinen Grund zur Panik

Für Coach Günter Bresnik kam zumindest die erste Niederlage in Montreal gegen Stallkollege Ernests Gulbis wenig überraschend.

Erfolge mussten verdaut werden

„Solche erfolgreichen Wochen muss man – so blöd es klingt - auch erst einmal verdauen. Er hat dadurch in kurzer Zeit sehr viele Matches gespielt. Solche Erfahrungen muss man erst einmal machen. Da war er sicherlich etwas ausgelaugt“, erklärt Bresnik.

„Es war wichtig, dass er jetzt einmal eine Woche Pause hatte. Im Herbst spielt er ja auch wieder fünf, sechs Turniere am Stück. Das ist schon eine große Belastung.“

Das Schwierige seien neben der mangelnden Regeneration auch die fehlenden Möglichkeiten zur Weiterentwicklung.

Thiem feilte an technischen Feinheiten

„Während der Turnierzeit kann man kaum Dinge im Spiel verbessern, sondern maximal das Level halten."

"Für den nächsten Schritt muss man noch einmal richtig anschieben. Er bräuchte eine sehr gute Vorbereitungszeit von November bis Weihnachten“, liegt Bresnik die verpasste Saisonvorbereitung, die Thiem wegen einer Virus-Erkrankung fast komplett versäumte, immer noch schwer im Magen.

Deshalb war der ehemalige Coach von Boris Becker und Horst Skoff doppelt froh, dass nun zumindest in den Hamptons etwas an technischen Feinheiten gefeilt werden konnte.

Mit Gulbis und einem Doppel-Spezialisten trainierte Thiem vor allem Aufschlag, Slice und Volley.

Sparring mit Djokovic

Bereits seit Freitag passt sich der Lichtenwörther in Flushing Meadows den dortigen Gegebenheiten an.

Zum Auftakt spielte er gleich einen Sparring-Satz gegen den Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic, am Samstag folgte eine Session mit Aufschlag-Kanonier John Isner – jeweils auf den großen Courts.

Dabei fielen Thiem auch große Unterschiede bei den Belägen auf: "In den Stadien sind die Plätze eher langsamer, die Außenplätze sind schneller."

Bresnik war mit den Vorstellungen seines Schützlings gegen die Stars jedenfalls zufrieden: "„Da hat er das Training der letzten Tage gut ins Spiel umsetzen können.“

„Schauen wir mal, was er in der ersten Runde zusammenbringt.“

Christian Frühwald

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