Endlich Zeit zum Durchschnaufen

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Thiem will Zeit nutzen, um Akkus aufzuladen

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Der erhoffte neuerliche Einzug ins Achtelfinale der US Open ist Dominic Thiem verwehrt geblieben.

Nach der 3:6, 6:7, 6:7-Niederlage gegen Kevin Anderson hatte der 22-jährige Niederösterreicher schon bald wieder den Fokus auf die nächsten Woche und Ziele gelegt.

Batterien aufladen

Bis zum nächsten ATP-Turnier, seinem Auftakt der Hallen-Saison in St. Petersburg hat Thiem jetzt knapp zwei Wochen Zeit, die Batterien neu zu laden.

"Der Tank ist jetzt natürlich nicht mehr ganz voll. Aber jetzt ein paar Tage zu Hause werden mir guttun, das erste Mal seit vor Wimbledon", freut sich Thiem einmal aufs Heimkommen. Danach zurück in die mitteleuropäische Zeit und mit dem Training für die Indoor-Saison beginnen. "Dann wird der Tank sicher wieder voll sein für die letzten Turniere."

Spiel unter dem Dach

Nach St. Petersburg stehen für den Weltranglisten-20. mit Peking, Shanghai, Wien, Basel und Paris noch fünf weitere Turniere einer kräfteraubenden Saison auf dem Programm. Doch das Spiel unter dem Dach mag Österreichs Nummer eins. "Wenn man einmal nicht in die Sonne schaut, wenn kein Wind da ist, das ist sicher ganz gut."

Besonders freut sich Thiem auf sein Heimturnier in Wien, das ab heuer den ATP-500er-Status hat. "Das ist richtig geil. Der Nachteil ist halt, dass es besser besetzt sein wird. Ich hoffe, dass ich gesetzt bin und dann werde ich alles geben."

Punkteverlust "keine Katastrophe"

Bei den US Open hat er im Vergleich zum Vorjahr nun 90 Punkte verloren, "was keine Katastrophe ist". Das letzte Major des Jahres war für ihn das beste dieses Jahres. "In Australien und Paris will ich nächstes Jahr unbedingt besser spielen." Jedenfalls geht er, versichert er, "hochmotiviert" in die restliche Saison. "Ich habe viele Sachen gesehen, die ich besser machen muss."

Ein ganz großes Ziel wäre es für ihn, sein Ranking noch so zu verbessern, dass er für die Australian Open im Jänner unter den Top 16 Gesetzten ist. "Da muss ich halt bei den großen Turnieren besser spielen, ich habe jetzt drei 250er gewonnen." Und wenn man bei größeren Turnieren wie in Asien gut spiele, dann müsse man eben auch solche Leute wie Anderson schlagen.

Olympia hat keinen Reiz

In Sachen Doppel würde Thiem 2016 gerne mit einem Partner fix spielen, allerdings will er die Grand Slams da eher auslassen, weil er es als Nachteil sieht, Einzel und Doppel bei den Majors zu spielen. "Sonst ist es das beste Training, das es gibt für Return und Volley."

Die bevorstehenden Olympischen Spiele haben keinen wirklichen Reiz für den Jungstar. "Ich bin kein Riesenfan von Olympia - also im Tennis generell. Ich finde auch den Turnierkalender ein bisserl eine Frechheit, dass das alles wegen Olympia so zusammengestaut wird."

Nur eine Medaille zählt

Es gäbe kleine Turniere, die sehr darunter leiden würden. "Die sich extrem bemühen wie Gstaad, Umag und Kitzbühel, und jetzt alle in einer Woche sind. Hamburg ist für die Deutschen ein Wahnsinn, theoretisch könnten die Deutschen in der gleichen Woche Davis Cup spielen, das ist eigentlich ein Witz."

Der Kampf um Medaillen hat für Thiem "nicht den höchsten Stellenwert". "Vielleicht ändert sich das, wenn ich älter werde. Nichtsdestotrotz will ich es schon spielen, weil es einfach fast vorgegeben wird." Er spiele jedenfalls "tausendmal lieber ATP-Turniere, tausendmal lieber Davis Cup als Olympia". Zudem: "Bei Olympia zählt wieder nur, wenn man eine Medaille macht, das ist extrem schwer."

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