Lehrstunde für Dominic Thiem

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Thiem scheitert an Berdych: "Er war viel besser"

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Tennis-Jungstar Dominic Thiem ist am Dienstag im Achtelfinale der US Open in New York glatt ausgeschieden.

Der Niederösterreicher verlor einen Tag vor seinem 21. Geburtstag in der 4. Runde des Grand-Slam-Hartplatzturniers gegen den favorisierten Weltranglisten-Siebenten Tomas Berdych aus Tschechien mit 1:6,2:6,4:6.

Der ungesetzte Debütant hatte es im "Big Apple" mit einem glatten Erfolg gegen den Spanier Feliciano Lopez erstmals in seiner noch jungen Karriere unter die letzten 16 eines der großen vier Turniere geschafft.

Ein Achtelfinal-Einzug war zuvor erst fünf weiteren Österreichern gelungen, zuletzt Jürgen Melzer 2013 in Wimbledon.

Sieben Breakmöglichkeiten im ersten Satz

Im ersten Duell mit dem ehemaligen Wimbledon-Finalisten Berdych hatte Thiem aber keine Chance.

Der 28-Jährige spielte äußerst druckvoll und machte kaum Fehler, während Thiem seine nur anfangs vorhandenen Chancen nicht nutzen konnte.

In Satz eins ließ Thiem sieben Breakmöglichkeiten aus. Gleich im ersten Game und später noch einmal hatte er bei 40:0 jeweils deren drei en suite.

Im Gegensatz dazu nutzte Berdych seine beiden Chancen eiskalt aus, womit der Satz nach nur 28 Minuten zu Ende war.

Berdych: "Das erste Game war der Schlüssel"

Das Auftaktspiel sei richtungsweisend gewesen, betonte Berdych später im Sieger-Interview am Court.

"Das erste Game war der Schlüssel für das Match. Ich habe es geschafft, es bei 0:40 noch zu drehen und später noch einmal, das war sehr wichtig. Danach hat heute alles gut funktioniert", sagte er.

Der Tscheche, 2012 schon einmal im New-York-Halbfinale, hielt den hohen Druck auch im zweiten Durchgang aufrecht und schaffte sofort das nächste Break.

In dieser Tonart ging es im nur spärlich gefüllten Louis-Armstrong-Stadion weiter, ehe auch dieser Satz nach rund einer halben Stunde zugunsten des Favoriten entschieden war, der diesmal keine Breakmöglichkeit mehr zugelassen hatte.

"Er war einfach viel besser"

Gegen Ende des Durchgangs musste sich Thiem am Oberschenkel behandeln lassen, er hatte bei schwülwarmen Bedingungen offenbar mit muskulären Problemen zu kämpfen.

Trotzdem fand der Lichtenwörther danach etwas besser ins Spiel. Berdych blieb aber insgesamt der Stärkere, machte das einzige Break zum 3:2 und servierte schließlich nach insgesamt 1:38 Stunden sicher aus.

 



"Das Ergebnis sagt alles. Er war einfach viel besser, hat mir keine Chance gelassen. Ich wollte ihn unter Druck setzen, aber er hat mich unter Druck gesetzt. Er hat wirklich extrem stark gespielt. Und ich nicht gut genug, um mithalten zu können", erklärt Thiem in einer ersten Reaktion auf "Facebook".

"Unterschied zwischen Top-50- und Top-10-Spieler gezeigt"

"Berdych hat mir heute gezeigt, was der Unterschied von einem Top-50-Spieler zu einem Top-10-Spieler ist. Aufschlag, Rückschlag, Grundschläge, Beinarbeit, Tempo, Stabilität. Ich muss das alles verbessern, wenn ich auch einmal dort hin will, wo er seit Jahren steht", so der Niederösterreicher weiter.

Im Moment sei er über das Ausscheiden enttäuschter als über die Erfolge zuvor.

Thiem darf sich jedoch dank der zuvor sehr starken Auftritte bei seinem ersten vierten Major-Turnier mit dem erstmaligen Vorstoß unter die Top 40 der Welt und dem größten Siegerscheck seiner noch jungen Karriere trösten. Für den Achtelfinaleinzug erhält er umgerechnet 143.000 Euro.

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