Das perfekte Karriere-Ende

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Pennetta nimmt 3,3 Mio.-Scheck mit in die Pension

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Flavia Pennetta hielt den US-Open-Pokal noch nicht in den Händen, da sorgte sie an Italiens größtem Tennis-Tag für die nächste riesige Überraschung.

Sie habe noch etwas Wichtiges mitzuteilen, erklärte die 33-Jährige nach dem 7:6 (4), 6:2 über Roberta Vinci während der Siegerehrung im Arthur-Ashe-Stadium - und verkündete ihren Rücktritt mit Saisonende.

Das perfekte "Goodbye"

"So wollte ich Goodbye vom Tennis sagen. Das war mein letztes Match bei den US Open. Ich hätte auf keine bessere Weise aufhören können." Nicht einmal ihre langjährige Weggefährtin Vinci wusste Bescheid.

Nach der innigen Umarmung am Netz verriet Pennetta ihr am Samstag den schon länger gereiften Entschluss, während beide auf ihren Stühlen am Rand des Platzes auf die Ehrung warteten.

Die 32-jährige Bezwingerin von Serena Williams gestand später ein: "Unglaublich, ich habe das nicht erwartet." Nur ihrem Team, ihrer Familie und ihrem Verlobten Fabio Fognini erzählte Pennetta davon, dass sie genug hat von den Mühen eines Tennisprofis mit ständigen Reisen und Turnieren.

Renzi ließ sich einfliegen

Der nach seinem Coup gegen Rafael Nadal in New York ausgeschiedene und heimgereiste Fognini war ebenso wie Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi zum Endspiel eingeflogen.

Als Pennetta nach der Siegerehrung noch Autogramme schrieb, begann der sich lange ankündigende Regen. Mit nassen Haaren kam Pennetta in die Stadion-Katakomben zur italienischen Siegesfeier, zu der Renzi inzwischen von der Ehrentribüne heruntergestiegen war.

Abseits der politischen Probleme in Italien und der Flüchtlingskrise in Europa posierte der Premier entspannt für Erinnerungsfotos zwischen den Finalistinnen und ihren Trophäen.

Siegerscheck über 3,3 Mio. Dollar

3,3 Millionen Dollar brutto nimmt Pennetta für den US-Open-Sieg bald mit in den Ruhestand, gut 700.000 hatte sie in diesem Jahr bisher insgesamt verdient. Die Entscheidung für das Karriereende fiel beim WTA-Turnier in Toronto vor einigen Wochen, ins Grübeln kam Pennetta im 16. Profijahr schon vor längerem.

Der ständige Konkurrenzkampf an 24 Wochen im Jahr sei ihr manchmal schwergefallen, sie habe auch nicht mehr immer die Power. Drei Tage vor den French Open im Mai erwog sie, für Paris abzusagen, trat aber an.

"Doch wenn du zu viel nachdenkst, ist es Zeit, eine Entscheidung zu treffen - weitermachen oder aufhören. Manchmal haben wir Angst vor der Entscheidung, weil wir nicht wissen, wie das Leben danach sein wird", philosophierte Pennetta ernst.

Die Abschiedstournee beginnt

Sie wird nun noch zwei Turniere in China spielen und im Fall der Qualifikation den Saisonabschluss der besten Acht in Singapur. Dank ihres ersten Grand-Slam-Einzeltitels hat Pennetta den Abschluss perfekt hinbekommen.

Einen Tag nach dem verpassten Grand Slam gratulierte auch Serena Williams und twitterte: "Ich werde Dein Lächeln vermissen."

Pennetta avancierte mit dem Sieg zur drittältesten Grand-Slam-Siegerin in der Profiära nach Serena Williams (Paris und Wimbledon 2015) sowie Martina Navratilova (Wimbledon 1990). Bei ihrer 49. Grand-Slam-Teilnahme schaffte sie endlich den großen Wurf. So viele Anläufe hatte vor ihr keine andere Major-Siegerin gebraucht.

Vorstoß auf Platz acht

Die Italienerin ist erst die zweite Spielerin außerhalb der Top Ten nach Kim Clijsters 2009, die das US Open seit der Einführung des Rankings 1975 gewann.

Die US Open sind das einzige Grand-Slam-Turnier, an dem Pennetta weiter als ins Achtelfinale vorgestoßen ist. Sie ist die erst die zweite italienische Grand-Slam-Siegerin nach Francesca Schiavone, die 2010 in Paris triumphiert hatte.

Dank dem Triumph in Flushing Meadows wird sie in der Weltrangliste auf Position 8 erscheinen, womit sie so gut klassiert sein wird wie noch nie. Vinci verbessert sich von Position 43 auf Rang 19.

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