Diskussionen über fairere Aufteilung der Major-Einnahmen

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Bereits seit Freitag vergangener Woche rumort es hinter den Kulissen des letzten Grand-Slam-Turniers des Jahres.
 
Wieder einmal wurde beim Spielermeeting bei den US Open über die (un)gerechte Aufteilung der Einnahmen gerade bei den Major-Turnieren diskutiert.
 
Und auch nicht zum ersten Mal wird hinter vorgehaltener Hand mit einem möglichen Boykott der Australian Open gedroht.
 
Doch werden wie so oft die vielen verschiedenen Interessen der Spieler die für diese drastische Maßnahme nötige Einigkeit verhindern.
 
Roddick wettert gegen Verbände
 
So sieht es auch Andy Roddick, der am Donnerstag seinen 30. Geburtstag feiert.
 
"Es ist wieder einmal dasselbe alte Lied. Die ATP und die ITF wetten gegen uns, dass wir uns nicht einigen können. Und damit sind sie in den vergangenen 25 Jahren gut davongekommen", sagte der nie auf den Mund gefallene US-Amerikaner.
 
 Trotz der jährlichen Preisgeld-Erhöhungen kassieren die Veranstalter freilich weit mehr. Gerade die vier Major-Turniere schütten im Verhältnis zum Gewinn nur etwa zwischen 12 und 16 Prozent an Geldern aus.
 
Bei ATP-Turnieren landen zwischen 20 und 30 Prozent bei den Spielern. Und natürlich wird gerade bei den vier Grand Slams das mit Abstand meiste umgesetzt.
 
Allein die US Open sind das weltweit am stärksten besuchte, jährlich ausgetragene Sport-Event. Außer im "Hurricane"-Jahr 2011 kamen zuletzt immer über 700.000 Zuschauer auf die Riesenanlage in Flushing Meadows. Von TV-Rechten und Werbeeinnahmen ganz zu schweigen.
 
Roddick bringt Kitzbühel ins Spiel
 
Zwar haben Roger Federer und Co. vor einem Jahr vor allem eine Anhebung in den unteren Regionen, sprich für die weniger gut verdienenden Spieler erreicht, doch die Uneinigkeit schwelt wie ein nicht ganz gelöschtes Feuer.
 
"Wir haben es alleine schon mit einer Menge verschiedener Sprachen zu tun, verschiedenen Ansichten. Leuten, die Single spielen, Doppel spielen, solchen die vorzugsweise auf Sand oder Hartplatz spielen", erklärte Roddick die Schwierigkeiten, alle auf einen Nenner zu bringen.
 
Kurioserweise brachte er dabei Kitzbühel ins Gespräch: "Ich sehe es eher so, was das beste für den Sport ist, und nicht so sehr, wie der Cut in Kitzbühel ist." Man soll sich also nicht in Kleinigkeiten verlieren, sondern das große Bild betrachten.
 
Auch Olympiasieger Andy Murray ist der Meinung, dass es zu Neuerungen kommen müsse.
 
"Die Mehrheit der Spieler möchten bei den Grand Slams eine Änderung sehen. Wer weiß, was passieren wird, aber ich hoffe, es wird nicht so weit kommen", sprach er sich nicht für einen Boykott aus. "Das wäre wirklich schlecht für uns alle."
 
Turnierboss Tiley verspicht schnelle Lösung
 
Ausgerechnet das bei vielen beliebteste Major, die Australian Open, könnte da in Mitleidenschaft gezogen werden. Gerade für Verlierer in frühen Phasen, zahlt sich der teure Trip nach "down under" kaum aus.
 
Turnierboss Craig Tiley ist nicht sehr beunruhigt, will aber die Sache ernst nehmen. "Wir sind zuversichtlich, dass die Spieler in Melbourne sein werden und wir werden in den kommenden Monaten an einer Lösung für die Spielerkompensation arbeiten", versprach Tiley.
 
"Das Problem ist, dass Spieler, die um Platz 100 oder schlechter platziert sind, nicht genug Geld verdienen, um sich übers Jahr gesehen zu finanzieren", sieht Tiley eine der Problematiken.
 
Roger Federer, der Präsident im Spieler-Board der ATP, hatte nach dem Meeting vergangenen Freitag allerdings klar gemacht, dass er keinerlei Details über die Inhalte des Meetings öffentlich machen werde.
 
"Natürlich werden immer Gerüchte kursieren, aber so lange ich Präsident bin, wird hinter verschlossenen Türen bleiben, worüber genau gesprochen wurde."

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