Altmeister Federer erfindet sein Spiel neu

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Roger Federer gibt sich nicht damit zufrieden, 17 Grand-Slam-Titel gewonnen zu haben.

Der Schweizer ist Weltrekordler, doch seine Erfolge gehören der Vergangenheit an.

Seit mehr als drei Jahren wartet der vielleicht beste Spieler aller Zeiten auf einen Major-Triumph. Ein zusätzlicher Antrieb, sich weiterzuentwickeln.

Stillstand ist Rückschritt, heißt es so schön. Keiner weiß das besser als Federer. Auch heute noch, mit 34 Jahren, zählt er bei jedem großen Turnier zu den Favoriten, doch mehr als zwei Wimbledon-Finali waren in den letzten Jahren nicht drin.

Mache nie die Rechnung ohne Roger

Viele halten ihn bereits für zu alt, um noch einmal den ganz großen Wurf zu landen. Damit könnten seine Kritiker allerdings einen ganz entscheidenden Fehler begehen – man sollte nie die Rechnung ohne „FedEx“ machen.

Der älteste Spieler, der sich je in den Top 2 der Weltrangliste klassierte, lässt mit einem deutlich aggressiveren Spielstil aufhorchen und brachte in den letzten Wochen selbst die besten Spieler der Gegenwart zum Verzweifeln.


Andy Murray und Novak Djokovic waren beim ATP 1000 Turnier in Cincinnati völlig entnervt, als er deren zweites Service brutal attackierte, beim Aufwurf nach vorne stürmte und plötzlich mitten im Feld stand, um den Ball frühzeitig zu retournieren.

Elf Mal versuchte er diese Taktik gegen den Serben, seines Zeichens die unangefochtene Nummer eins der Welt, sieben Mal ging der Punkt an Federer. Dabei war dieser Hurra-Stil zunächst gar nicht als mögliche Option für sein Spiel gedacht.

Aus Spaß wurde schnell Ernst

„Ich habe es im Training mehr aus Spaß probiert, was ganz gut geklappt hat. Deshalb habe ich es immer und immer wieder versucht. Es wirkt so, als würde mir das nicht so schwer fallen“, findet er immer größeren Gefallen an seiner Überfall-Taktik.

Der US-amerikanische Journalist Christopher Clarey benannte diesen „Kamikaze-Halbvolley-Service-Return“ zunächst ganz schlicht nach seinem Erfinder: „Federer“. Das gefiel dem Altmeister nicht besonders, daher ließ er sich den Namen „SABR“ als Abkürzung für „Sneaky Attack by Roger“ ("Listige Attacke von Roger") einfallen.

Der Erfolg gibt ihm bislang zweifellos Recht, zuletzt gewann er das ATP-1000-Event in Cincinnati in eindrucksvoller Manier. „Er ist hier aggressiver als in jedem anderen Turnier“, tat Final-Verlierer Djokovic die 6:7, 3:6-Pleite als Ausrutscher ab und erklärte seine Niederlage damit, dass ihm der Belag nicht so entgegenkommt wie seinem Kontrahenten.

Auch Rafael Nadal, über Jahre hinweg der große Rivale Federers, scheint von der SABR-Einführung wenig angetan. „Ich habe gesehen, dass er fantastisch gespielt hat, er hat den Ball exzellent gefühlt. Ich weiß aber nicht, ob das (dauerhaft) funktioniert. Er macht es auch ohne (SABR) fantastisch. Es ist zu viel“, erklärte der Spanier vor Beginn der US Open und ergänzte: „Ich denke nicht, dass er das noch oft macht.“

Flexibilität ist das Zauberwort

Federer hat längst den Gegenbeweis erbracht und sein variantenreiches Spiel auch in New York um eine spektakuläre Option erweitert. Mit Leonardo Mayer, Steve Darcis und Philipp Kohlschreiber bekamen dies drei Herausforderer schmerzlich zu spüren.

Wenngleich der Eidgenosse gegen den Deutschen aufgrund von vermeidbaren Fehlern erstmals nach 79 Aufschlagspielen wieder sein Service abgeben musste, untermauerte er bislang eindrucksvoll seine Rolle als Mitfavorit auf den Siegerscheck über 3,3 Millionen US-Dollar.

Wer sich auch im Achtelfinale gegen US-Aufschlagriese John Isner zahlreiche Vorstöße beim zweiten Service seines Gegners erwartet, könnte allerdings enttäuscht werden. „Es ist nicht meine Idee, diesen Schlag auch gegen einen Spieler wie ihn häufig zu benutzen. Ich glaube auch nicht, dass es entscheidend sein wird“, erklärt der Baseler.

Federer weiß als gewiefter Taktiker, dass Einheitsbrei keinen dauerhaften Erfolg mit sich bringt: „Ich werde es immer abwechslungsreich gestalten, um es meinen Gegnern möglichst unangenehm zu machen. Ich werde nicht so spielen, wie sie es gerne hätten. Sie sollen nie wissen, was auf sie zukommt.“


Christoph Nister

 

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