"Spieler haben Respekt vor mir"

Aufmacherbild
 

Cilic fühlt sich für die Titelverteidigung gerüstet

Aufmacherbild
 

Es war ein besonderer Moment für Marin Cilic, als er in dieser Woche erstmals in diesem Jahr die Anlage von Flushing Meadows betrat.

„Wunderschöne Erinnerungen kamen auf, wahrschlich die besten Erinnerungen, die ich in meinem Leben jemals hatte“, beschrieb der 26-jährige Kroate seine Gefühle.

Im Vorjahr sicherte er sich bei den US Open sensationell den ersten und bislang einzigen Grand-Slam-Titel seiner Karriere als er im Überraschungs-Finale gegen den Japaner Kei Nishikori die Oberhand behielt.

Turbulentes Jahr 2015

Davor eliminierte er unter anderem den fünffachen Sieger Roger Federer und den Tschechen Tomas Berdych. Als Nummer 14 der Setzliste war er der am schlechtesten gesetzte Spieler seit Pete Sampras (17) im Jahr 2002, der bei den US Open den Titel holen konnte.

„Wieder hier zu sein, zaubert mir ein großes Lächeln ins Gesicht“, meinte Cilic, der die großen Erwartungen für diese Saison nicht erfüllen konnte.

Wegen einer Schulterverletzung musste er bei den Australian Open passen, danach kam er erst langsam auf Touren. In Wimbledon erreichte der Weltranglisten-Neunte immerhin das Viertelfinale.

„Ein wunderschönes Gefühl“

Doch diese schwierige Zeit gerät in Vergessenheit, wenn Cilic durch die Katakomben der Anlage in New York schlendert.

„Wenn ich durch die Gänge spaziere und mir die Fotos der früheren Champions ansehe und auf einmal mein Bild entdecke, ist das einfach ein wunderschönes Gefühl. Ein Gefühl, das ich mein gesamtes restliches Leben haben werde.“

Warum es für Cilic im Vorjahr so ausgezeichnet lief, ist für den Schützling von Goran Ivanisevic leicht erklärt. „Ich hatte einfach die perfekte Balance zwischen Spaß auf dem Court und voller Konzentration. Ich hoffe, dass mir das auch heuer wieder gelingt.“

Schon im Viertelfinale gegen Nishikori?

In der ersten Runde trifft Cilic auf einen Qualifikanten. In Runde drei könnte es mit einem Duell gegen Grigor Dimitrov den ersten echten Prüfstein geben. Schon im Viertelfinale könnte es zur Neuauflage des Vorjahres-Endspiels gegen Nishikori kommen.

Cilic sieht eine steigende Formkurve

Keine leichte Aufgabe für jemanden, der bei den Generalproben in Montreal und Cincinnati jeweils frühe Niederlage einstecken musste.

Cilic fühlt steigende Formkurve

Trotzdem fühlt sich Cilic für das Unternehmen „Titelverteidigung“ gerüstet: „In den letzten beiden Monaten ist meine Formkurve stetig nach oben gegangen. Diesen Prozess macht jeder Tennis-Spieler durch“, so Cilic, der sein bestes Ergebnis in Washington erzielte, als er erst im Halbfinale an Nishikori scheiterte.

„Ich bin mit meinem Spiel ganz zufrieden und ich glaube, dass ich wieder auf dem Level vom Vorjahr spielen kann.“

"Spieler haben heute Respekt vor mir"

Druck spüre Cilic nach seinem großen Erfolg keinen. Er sieht den Triumph vom Vorjahr vielmehr als Vorteil.

„Die Spieler haben heute mehr Respekt vor mir als davor. Dafür habe ich mir Verantwortung, meine beste Leistung zu zeigen. Der Titel hat sich sehr positiv auf meine Karriere ausgewirkt und mir einen großen Motivationsschub gegeben.“

Christian Frühwald

Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen