Federer, Murray und Djokovic rittern um den Titel

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Aus dem mit Spannung erwarteten Vierkampf um den US-Open-Titel der Herren ist in diesem Jahr nichts geworden.
 
Nach der Absage des Vorjahresfinalisten Rafael Nadal wegen seiner anhaltenden Knieprobleme wird die Entscheidung wohl zwischen Australian-Open-Champion und Titelverteidiger Novak Djokovic, Wimbledonsieger Roger Federer und Olympiasieger Andy Murray fallen.
 
Letzterer hofft auf seinen ersten Major-Titel überhaupt, hat zuletzt im Vorfeld des Turniers auf den US-Hartplätzen aber noch nicht zu seiner Form gefunden.
 
Federer will an alte Erfolge anschließen
 
Der topgesetzte Federer möchte nach seinem Lauf von 2004 bis 2008 in Flushing Meadows an alte Erfolge anschließen. 2009 stand er zuletzt im US-Open-Endspiel, als Juan Martin del Potro (ARG) seinen bisher einzigen Major-Sieg gefeiert hat.
 
Dass der seit 8. August 31-jährige Schweizer wieder das Zeug für Grand-Slam-Siege hat, hat er heuer mit seinem siebenten Wimbledon-Titel bewiesen.
 
Daran ändert auch die vier Wochen später erlittene Niederlage im Olympia-Finale ebenfalls auf dem "heiligen" Rasen nichts.
 
Murray mit Olympia-Sieg im Rücken
 
Geändert hat sich die Ausgangslage freilich für Andy Murray, denn der Schotte hat endlich den ersten großen Titel seiner Karriere eingeheimst und viel Druck von sich genommen.
 
Der 25-jährige Weltranglisten-Vierte hat mit dem Olympiasieg vor eigenem Publikum viel Selbstvertrauen für große Aufgaben getankt. Seither lief es aber nicht gut für ihn.
 
Nach einem Achtelfinal-Aus in Toronto wegen einer Knieverletzung musste sich Murray auch beim zweiten Masters-1000-Turnier en suite in Cincinnati schon im Achtelfinale verabschieden.
 
1,9 Mio. Dollar mehr Preisgeld
 
Bei den mit insgesamt 25,526 Mio. US-Dollar (20,7 Mio. Euro) dotierten US Open geht es nach einer neuerlichen Aufstockung um bereits jeweils 1,9 Mio. Dollar Preisgeld für den Sieg in beiden Einzel-Bewerben.
 
Doch der schnöde Mammon steht für Federer und Djokovic und wohl auch Murray schon lange nicht mehr im Vordergrund.
 
Serena Williams als große Favoritin
 
Bei den Damen wird der Sieg nur über Wimbledon-Champion und Olympiasiegerin Serena Williams führen. Zwar beendete Angelique Kerber den nach Williams' Erstrunden-Niederlage bei den French Open begonnenen Siegeslauf von 19 Matches en suite in Cincinnati, doch bei ganz großen Turnieren kann sich die noch 30-jährige US-Amerikanerin besonders motivieren.
 
Die Weltranglisten-Vierte stand im Vorjahr nach ihrer langen Verletzungspause schon wieder im Endspiel - und sie ist seither noch stärker geworden.
 
Maria Scharapowa, die topgesetzte Wiktoria Asarenka und mit Abstrichen auch Agnieszka Radwanska (verletzte sich in New Haven aber an Schulter) sowie Petra Kvitova können Williams wohl am ehesten gefährlich werden.
 
Titelverteidigerin Stosur nicht in Form
 
Für die überraschende Vorjahressiegerin Samantha Stosur, der seit dem French-Open-Semifinale Anfang Juni in seither nur vier Turnieren keine zwei Siege en suite gelungen sind, wird die erfolgreiche Titelverteidigung wohl kaum möglich sein.
 
Und auch für die sentimentale Favoritin im Damen-Feld sollte es wohl eher nur für den Beginn der zweiten Turnierwoche reichen: Kim Clijsters, die US-Open-Championesse 2005, 2009 und 2010, wird zum zweiten und letzten Mal ihren Abschied aus dem internationalen Profitennis zelebrieren.
 
Nur Melzer und Paszek fix im Hauptbewerb
 
Aus österreichischer Sicht gibt es, zumindest was die Quantität der Spieler betrifft, Magerkost: Nur Jürgen Melzer und Tamira Paszek, die aktuellen Nummern 1 des rot-weiß-roten Tennis und auch einzige Top-100-Spieler, sind fix im Hauptbewerb.
 
Für Melzer war der Fünfsatz-Erstrunden-Sieg über Stanislas Wawrinka in Wimbledon noch das beste Einzel-Ergebnis der vergangenen Monate.
 
Überhaupt war dieser Erfolg über den Schweizer der bisher einzige bei einem Major 2012, denn in Melbourne (Ivo Karlovic) und Paris (Michael Berrer) kam jeweils gleich zum Auftakt das Aus für den Niederösterreicher. In Winston-Salem bestreitet er in der Nacht auf Donnerstag sein Achtelfinale.
 
Paszeks Berg- und Talfahrt
 
Paszek hatte ein rabenschwarzes erstes Halbjahr, erst Mitte Juni zeigte sie dann plötzlich groß auf: Mit dem Titel in Eastbourne und unmittelbar danach dem zweiten Wimbledon-Viertelfinale en suite schöpfte sie wieder ihr großes Potenzial aus.
 
Die Berg- und Talfahrt setzte sich mit dem Erstrunden-Aus bei den Olympischen Spielen, dem Viertelfinale beim WTA-Premier-Turnier in Montreal sowie der Auftakt-Aufgabe in Cincinnati wegen Kopfschmerzen fort.
 
Dennoch haben sowohl Melzer als auch Paszek bei guter Auslosung am Donnerstag (18.00 Uhr MESZ) Potenzial für mehr als nur einen Sieg.

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