Nadal scheitert bei den US Open frühzeitig

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Der mit Spannung erwartete Hit zwischen Rafael Nadal und Fabio Fognini brachte in der "night session" der US Open genau das, was man sich davon versprochen hatte.

Nadal, der in diesem Jahr zweimal gegen Fabio Fognini verloren hatte, führte gegen den Italiener schon mit 6:3, 6:4.

Doch vor den Augen von Golf-Star Tiger Woods war Nadal an diesem Abend trotzdem kein Happy End vergönnt. In einem mit zunehmender Dauer immer besser werdenden Klassiker steigerte sich Fognini und spielte sich wahrlich in einen Rausch.

Sieben Breaks in Folge

Der Weltranglisten-32. holte sich die Sätze drei und vier mit 6:4, 6:3. Im fünften Satz wogte das Match hin und her, nicht zuletzt weil es sieben Breaks in Folge gab - völlig ungewöhnlich für ein Herrenmatch.

Mit atemberaubendem Tennis schuf sich Fognini aber die Chance, bei 5:4 auf das Match zu servieren. Und der 28-Jährige nützte den ersten Matchball zum dritten Sieg über Nadal in diesem Jahr und überhaupt im achten Aufeinandertreffen.

"Ich weiß es nicht, es war sehr hart", meinte Fognini um 1:30 Uhr Ortszeit nach dem 3:50-Stunden-Thriller zu den Gründen seines Sieges befragt. "Es war ein unglaubliches Match, ich bin glücklich", freute sich Fognini nach dem ersten Sieg über einen Top-Ten-Spieler auf Hartplatz.

Unglaubliche Serien reißen

Für Nadal war es nach 151 (!) best-of-five-Matches, in denen er mit 2:0-Sätzen geführt hat, die erste Niederlage. Noch nie hatte er sich eine derartige Führung noch aus der Hand nehmen lassen. Fognini trifft nun neuerlich auf einen Spanier. Feliciano Lopez überraschte den als Nummer zehn gesetzten Kanadier Milos Raonic mit einem Drei-Satz-Sieg.

Eine weitere beeindruckende Serie des 29-Jährigen ging ebenfalls zu Ende. Nachdem er zwischen 2005 und 2014 in zehn Jahren in Folge immer zumindest ein Major-Turnier für sich entscheiden konnte, geht er 2015 leer aus. Die Viertelfinal-Teilnahmen in Melbourne und Paris waren das Höchste der Gefühle.

Williams wieder mit Problemen

Indes wankte Serena Williams erneut, doch am Ende hat sie auch die dritte Hürde bei den US Open genommen. Die Weltranglisten-Erste blieb mit einem 3:6, 7:5, 6:0-Erfolg über ihre US-Landsfrau Bethanie Mattek-Sands auf Kurs Kalender-Grand-Slam. Sie trifft nun in New York nicht auf Agniezska Radwanska (POL-15), sondern in Madison Keys neuerlich auf eine Landsfrau.

Zum zehnten Mal in diesem Jahr musste Williams bei ihrem Erfolgslauf bei Grand-Slam-Turnieren einen Satz abgeben, zum achten Mal war es am Freitag der erste. "Ich versuche nicht, am Rande des Abgrunds zu leben. Aber Bethanie hat einfach wirklich gut gespielt und ich habe erst Ende des zweiten Satzes richtig in meinen Rhythmus gefunden", meinte Williams.

In diesem zweiten Satz wurde es nach einer 5:3-Führung für Williams noch einmal richtig eng, als Mattek-Sands dank eines Rebreaks auf 5:5 ausglich. Doch dann machte es "klick" bei der ob des großen Drucks auch nervösen Williams: Acht Games en suite und der Auftritt einer Nummer eins, die als fünfte Spielerin der Geschichte alle vier Major-Turniere im gleichen Jahr gewinnen will.

Sister-Act weiter möglich

Zuvor hatte Altstar Venus Williams für eine Überraschung gesorgt. Im Generationen-Duell mit der erst 18-jährigen Aufsteigerin Belinda Bencic aus der Schweiz setzte sich die 35-jährige US-Amerikanerin mit 6:3, 6:4 durch. Williams, die einen 2:4-Rückstand im zweiten Durchgang wegsteckte und auch das vierte Duell mit Bencic gewann, erreichte damit erstmals seit 2010 (Halbfinale) in Flushing Meadows die Runde der letzten 16.

Schlägt sie am Sonntag die Estin Anett Kontaveit, winkt dem Turnier der berühmte "Sister Act". Venus und Serena könnten im Viertelfinale aufeinandertreffen. Und dies wäre in Anbetracht der Umstände besonders interessant, denn dass ausgerechnet die ältere Schwester der jüngeren beim Marsch in die Geschichtsbücher im Weg stehen würde, hätte eine gewisse Pikanterie.

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"Djoker" ohne Satzverlust

Ohne Satzverlust nach drei Runden blieb hingegen der topgesetzte Novak Djokovic. Der Serbe gab aber beim 6:3, 7:5, 7:5 über den Italiener Andreas Seppi mehr Games ab, als in den ersten beiden Runden zusammen. Der Weltranglisten-25. ließ Djokovic zweieinhalb Stunden hart arbeiten.

"Ich bin zufrieden, aber man kann immer besser spielen. Wir sind ja alle irgendwie Perfektionisten. Aber ich darf die Qualität meines Gegners nicht unterschätzen, der ist aus gutem Grund Nummer 25 der Welt und hat dieses Jahr in Australien Federer geschlagen", stellte Djokovic fest.

Sein nächster Gegner ist Robert Bautista Agut (ESP-23), der sich gegen David Goffin nach 0:2-Sätzen in den vierten Durchgang rettete, dann aber von der Aufgabe des Belgiers profitierte.

Cilic kämpft Kukushkin nieder

Im Gegensatz zu Djokovic ist Titelverteidiger Marin Cilic nur mit Ach und Krach in das Achtelfinale eingezogen. Nicht weniger als 4:11 Stunden musste sich der 26-jährige Kroate abmühen, ehe er den kasachischen Dimitrov-Bezwinger Mikhail Kukushkin mit 6:7 (5), 7:6 (1), 6:3. 6:7 (3), 6:1 niedergerungen hatte. Kukushkin war durchaus auf Kurs, den nächsten Gesetzten aus dem Turnier zu nehmen, führte er doch im zweiten Satz schon mit 5:2.

"Ich bin heute über meinen Kampfgeist glücklich und akzeptiere, dass ich nicht so gut gespielt habe", meinte Cilic, der zugab, dass man als Titelverteidiger etwas Druck verspüre. "Wenn man auf einem großen Court vor vollen Rängen spielt, gibt es einem extra Motivation für Situationen wie heute, als ich einen Satz und 2:5 hinten war", stellte der Kroate fest. Sein Gegner um einen Platz im Viertelfinale ist Jeremy Chardy (FRA-27), der den als Nummer sieben gesetzten Spanier David Ferrer 7:6 (6), 4:6, 6:3, 6:1 ausschaltete.

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