"Dann läuft die Partie ein bisschen anders"

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Nach dem vierten Spieltag der US Open 2015 ist noch ein Österreicher in der dritten Runde übrig geblieben.

Nach dem Einzug von Geburtstagskind Dominic Thiem in die Turnier-Phase der besten 32, ist für Jürgen Melzer am Donnerstagabend (Ortszeit) in New York das Aus gekommen.

Der 34-jährige Qualifikant unterlag wie befürchtet Tomas Berdych (CZE-6) nach 2:03 Stunden mit 6:7(2),1:6,3:6.

Nach vier Siegen en suite ist der kleine Lauf von Melzer beim mit 42,3 Mio. Dollar dotierten letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres also das Aus gekommen.

"Dann läuft die Partie anders"

Der Niederösterreicher hatte aber vor allem im ersten Durchgang durchaus Chancen. Sowohl bei 5:4, als auch bei 6:5 hatte Melzer je einen Satzball und war auch bis zum Tiebreak bei seinen Aufschlag-Games sicherer.

"Er hat die Breakbälle sehr risikoreich und gut gespielt und war bei mir weit weg von einem Break. Im Endeffekt verdiene ich, den ersten Satz zu gewinnen, dann läuft die Partie ein bisschen anders", ärgerte sich Melzer über die vergebene Chance.

"Der erste Satz war sehr tough, aber ich habe dann ein gutes Tiebreak gespielt", stellte Berdych nach seinem fünften Sieg im siebenten Duell mit dem Österreicher fest. Auch der Tscheche wusste, dass dieser Auftaktsatz der Schlüssel für einen letztlich klaren Sieg war.

Melzer hat es nicht verlernt

Diese Art von Matchverlauf hat Melzer gegen Berdych schon öfters erlebt. "Sobald der einen Rhythmus gefunden hat, dann drückt er mich weg." Darum wäre der Satzgewinn doppelt wichtig gewesen.

Nach erfolgreicher Qualifikation und dem Drei-Satz-Sieg über Dennis Kudla nahm er nun der Nummer sechs der Welt fast einen Satz ab.

"Natürlich sieht man, dass ich es nicht ganz verlernt habe, dass ich dabei bin, vor allem, wenn ich ein paar Matches gewonnen habe. Das ist für mich keine große Überraschung."

Doch er werde bei Major-Turnieren wohl nicht mehr so oft spielen. "Soll ich noch vier, fünf haben. Das sind dann die Chancen, die man nützen möchte, und das ärgert mich."

Vom Grand Slam auf Challenger-Ebene

Melzer will nun in der restlichen Saison noch alles rausholen, muss sich allerdings mit einer wieder recht stark schmerzenden Schulter auseinandersetzen.

Geplant sind Challenger-Einsätze in Istanbul und Izmir, danach Wien.

Sein Ziel für den Saison-Rest: "Dass ich es hoffentlich noch schaffe, in den Hauptbewerb der Australian Open zu kommen, aber es sind einige Punkte, die ich noch machen müsste."

Keine Gedanken an 2016

Aktuell hat er sich etwa um 22 Plätze an Position 110 verbessert. Die Challenger-Ebene fällt Melzer aber schwerer als die ATP-Tour, auch weil er da viele Leute nicht kennt. "Das ist schon ein Riesennachteil." An 2016 hat er "noch nicht eine Sekunde gedacht".

An ein Aus denkt Melzer aber auch noch nicht, zumal er in New York ja wieder ein kräftiges Lebenszeichen gegeben hat. Doch erstmals nach all den Jahren macht ihm das Reisen nicht mehr so viel Spaß.

"Heuer kämpfe ich zum ersten Mal damit", gesteht der frühere Weltranglisten-Achte.

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