Melzer verliert Thriller in fünf Sätzen

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Österreichs Tennis ist in der dritten Einzel-Runde der mit 23,718 Mio. Dollar dotierten US Open in New York nicht mehr vertreten.

Jürgen Melzer vergab am Freitag gegen den Weltranglisten-62. Igor Kunizyn aus Russland eine 2:1-Satzführung und musste sich letztlich nach 3:27 Stunden mit 6:3,3:6,6:1,2:6,6:7(5) geschlagen geben.

Für den Vorjahres-Achtelfinalisten ist diese Niederlage doppelt bitter, weil der Weltranglisten-17. auch im ATP-Ranking an Boden verlieren wird.

Kein Happy End

Nur zwei Punkte hatten dem verbissen kämpfenden, aber nicht in Hochform agierenden Melzer im spannenden Finish gefehlt.

Doch Kunizyn, der auch vor drei Jahren in Pörtschach die bisher einzige Begegnung der beiden gewonnen hatte, nützte bei 6:5 im Tiebreak gleich seinen ersten Matchball.

Dabei hatte sich Melzer zuvor bei einem 2:4, 0:30-Rückstand bei eigenem Aufschlag noch einmal zurückgekämpft und den Satz auf 5:4 umgedreht. Alles sah danach aus, als könnte Melzer den Kopf noch einmal aus der Schlinge ziehen.

Guter Start

Dabei hatte es für den dreifachen Turniersieger, der bei den Australian Open mit dem Achtelfinale sein bestes Major-Ergebnis 2011 erreicht hat, ganz nach Plan begonnen. Melzer gelangen Breaks zum 4:3 und 6:3. Nach 35 Minuten hatte er Kurs auf die dritte Runde genommen. Doch dann viel Melzer spielerisch stark zurück, sein Gegenüber nützte dies zu einem 4:0-Vorsprung.

Das war zu viel, auch wenn Melzer noch ein Rebreak gelang und er auf 3:4 verkürzte. Nach dem Satzgleichstand wieder das Bild von Satz eins, Melzer dominierte den dritten Durchgang klar und gewann 6:1.

Kein ÖTV-Spieler im Einzel mehr im Bewerb

Ein vergebener Breakball zum 2:0 zu Beginn des vierten Satzes sollte sich rächen, Österreichs Nummer 1 gab seinen Aufschlag zum 1:2 und 2:5 ab. Nach 2:25 Stunden ging das Match in den fünften Satz.

Melzer war der letzte Österreicher im Einzel der 131. Auflage der US Open im Bewerb, die restlichen drei ÖTV-Spieler, Andreas Haider-Maurer, Tamira Paszek und Mayr-Achleitner waren allesamt schon in der ersten Runde gescheitert.

"Da brauche ich mich nicht anlügen"

Jürgen Melzer war nach seinem frühen Aus natürlich unzufrieden.

"Es war für mich das erwartet schwierige Match. Ich spiele noch nicht so wie ich mir das vorstelle, das weiß ich, da brauche ich mich nicht anlügen. Es ist halt sehr up and down. Der Aufschlag war nicht vorhanden heute. Wenn du dir jeden Punkt erspielen musst, ist es schwierig."

Vergebene Chancen

Melzer, der in den Wochen vor den US Open einer Oberschenkelzerrung erlitten und dadurch Matchpraxis verpasst hat, habe den Anfang des zweiten Satzes "verschlafen" und nach einem souveränen dritten Durchgang einen Breakball zum 2:0 im vierten Satz nicht genützt.

"Wenn ich den mache, hätte ich wahrscheinlich die Partie gewonnen", glaubt Melzer, der während des Matches insgesamt vier Schläger ausprobierte und mit verschiedenen Bespannungshärten experimentierte.

"Es ist schade, weil man steht so lange drinnen und kämpft, das kann man mir nicht abstreiten. Mit 5:4 im Tiebreak im fünften zu führen, und dann mache ich bei 5:5 zwei Eigenfehler, die tun weh."

Im Doppel noch dabei

Für den 30-jährigen Niederösterreicher ist das Turnier aber noch nicht vorbei.

Er spielt am (heutigen) Samstag noch sein Zweitrunden-Doppel an der Seite von Philipp Petzschner (GER) gegen die Israeli Jonathan Erlich/Andy Ram (1. Match um 18.30 Uhr MESZ).

Danach gilt die gesamte Konzentration dem Davis-Cup-Play-off vom 16. bis 18. September in Belgien. Melzer und Co. wollen in Antwerpen unbedingt den Klassenerhalt in der Weltgruppe schaffen.

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