Melzer mit Auftakt zufrieden

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Nur Jürgen Melzer ist aus dem österreichischen Quartett in den Einzelbewerben der mit 23,718 Mio. Dollar dotierten US Open in Runde zwei noch übrig geblieben.

Der Weltranglisten-17. hat nach einer denkbar ungünstigen Vorbereitung zumindest einmal die erste Hürde genommen. Der glatte Dreisatz-Sieg über den Franzosen Eric Prodon am Dienstag hat Melzer daher auch eine nötige Portion Selbstvertrauen gebracht.

Melzer war am Mittwoch im Doppel-Einsatz, und muss im Einzel gegen den Russen Igor Kunizyn gar erst wieder am Freitag auf den Platz.

"Wichtig, dass ich körperlich auf dem Damm bin"

Vielleicht gelingt Melzer just in Flushing Meadows der "turnaround" einer für ihn durchwachsenen Saison.

Die Hartplatz-Saison in Übersee hatte für den 30-jährigen Niederösterreicher ja schlecht begonnen: In Washington musste er gegen Donald Young (USA) wegen einer Oberschenkelzerrung aufgeben, nach knapp zwei Wochen Pause und Therapien setzte es dann Auftaktniederlagen in Cincinnati und Winston-Salem.

In einem mentalen Tief hat er sich wegen der drei frühen Niederlagen aber nicht befunden.

"Man kann es einfacher erklären mit einer Verletzung. Es ist schwieriger, wenn man fit ist und dreimal eine auf den Hut kriegt. Ich kann die Matchpraxis nicht herzaubern. Für mich ist wichtiger, dass ich körperlich wieder auf dem Damm bin", stellte Melzer fest.

Respekt vor Kunizyn

Die Leistung gegen Prudon am Dienstag war solide, vor allem mit dem platzierten Aufschlag war der Deutsch Wagramer zufrieden.

Zur guten Form fehlt ihm aber schon noch einiges, merkte er an: "Es fehlt die Selbstverständlichkeit von hinten wirklich voll durchzuschwingen und an die Linien zu gehen. Aber das ist normal, wenn man nicht die Matchpraxis hat, die man eigentlich gerne hätte. Ich glaube, dass es in der nächsten Runde schon einiges besser wird", hofft Melzer.

Zum zweiten Mal nach einer Viertelfinal-Niederlage 2008 in Pörtschach ist nun Kunizyn sein Gegner. "Er verteilt die Bälle sehr gut und hat eine gute Rückhand. Der Aufschlag ist nicht sein bester Schlag", wusste Melzer über den Weltranglisten-62., der über zwei Tage Einzel-Pause nach einem Fünfsatz-Match gegen Matthias Bachinger (GER) nicht unglücklich sein wird.

"Er ist einer, der dich spielen lässt. Es wird also darauf ankommen, dass ich selbst aggressiv bin. Da muss ich an die Linien gehen."

Gutes Los

Steigert sich Melzer kontinuierlich in das letzte Grand-Slam-Turnier des Jahres, dann ist auch von der Auslosung her bis ins Achtelfinale viel möglich. Bezwingt er Kunizyn, dann trifft der Wahl-Wiener entweder auf Ernests Gulbis (LAT) oder Gilles Muller (LUX).

Gulbis hat am Dienstag den als Nummer 16 gesetzten Russen Michail Juschni mit einem glatten Dreisatz-Sieg aus dem Bewerb genommen. Melzers erster möglicher gesetzter Gegner käme dann erst im Achtelfinale - allerdings niemand Geringerer als Rafael Nadal.

Doch Melzer blickt vorerst nicht so weit, das Siegen ist derzeit nicht so selbstverständlich wie es schon war.

Saison verlief nicht nach Wunsch

Das Jahr des Jürgen Melzer ist wahrlich zu großen Teilen nicht nach seinem Geschmack verlaufen: Nach dem Australian-Open-Achtelfinale samt erstmaligen Einzug in die Top Ten hatte der Linkshänder noch ein großes Highlight mit dem Halbfinal-Einzug beim Masters-1000-Turnier in Monte Carlo - nach seinem ersten Sieg über Roger Federer im Viertelfinale.

Es folgte noch ein Viertelfinale in Barcelona, danach aber Auftakt-Niederlagen in Madrid und Rom, wo er sich gegen Florian Mayer eine Rückenverletzung zuzog.

Mit Ach und Krach wurde Melzer für die French Open wieder halbwegs fit und scheiterte dann als Halbfinalist 2010 früh in Runde zwei, auch in Wimbledon musste er sich schon in der dritten Einzelrunde verabschieden.

Beziehungsende mit Jukic nach Wimbledon

Mit Iveta Benesova holte er zwar an der Church Road überraschend den Mixed-Titel, dafür endete sein privates Doppel mit Mirna Jukic nach über zwei Jahren im Anschluss an Wimbledon.

Nun will sich Melzer bei den US Open wieder "durchbeißen" und gemeinsam mit Philipp Petzschner, der heuer auch schon mehrmals aus gesundheitlichen Gründen zurückgeworfen worden ist, auch im Doppel wieder Siege einfahren.

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