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"Mit Sieg würde er Geschichte schreiben"

2007 hat ihn Roger Federer im Finale besiegt, 2010 holte sich Rafael Nadal mit einem Viersatz-Sieg über ihn seinen ersten US-Open-Titel: Doch wer soll Novak Djokovic, der mit einer sensationellen 57:2-Bilanz nach New York gekommen ist, bei seinem siebenten Versuch in Flushing Meadows stoppen?

Auch wenn der in diesem Jahr zur Nummer 1 der Welt aufgestiegene Serbe zuletzt über Schulterprobleme klagte, er ist unangefochten der große Favorit des mit 23,718 Mio. Dollar (16,4 Mio. Euro) dotieren Turniers.

"Er würde Geschichte schreiben"

"Ich würde ihn gerne siegen sehen, weil damit würde er auch Geschichte schreiben", sagte John McEnroe wohlweislich noch ehe Titelverteidiger Rafael Nadal am Donnerstag zum Interview und zur Auslosung ins Pressezentrum in Flushing Meadows gekommen ist.

Aber natürlich ist auch Nadal, der sich heuer mit dem sechsten French-Open-Triumph seinen bereits zehnten Grand-Slam-Titel gesichert hat, heiß auf mehr.

Nadal überall begehrt

"Vergangenes Jahr war sehr emotional für mich. Ich hatte hier nie mein bestes Tennis gezeigt. Dann habe ich im Finale eine meiner besten Partien überhaupt gespielt", erinnerte sich Nadal lächelnd. Vor einem Jahr hat er mit nur 24 Jahren schon seinen Karriere-Grand-Slam geschafft.

Höchste Zeit also auch für seine Biografie "Rafa", die er bei seinem Besuch in der "Late Night Show" von US-Talk-Ikone David Letterman vorstellte. "Ich war schon ein bisschen nervös, mein Englisch ist ja immer noch nicht perfekt", gestand Nadal.

Auf dem Platz muss ihm in den ersten Runden wohl gar nicht angst und bange werden. Sein erster gesetzter Gegner könnte in Runde drei Ivan Ljubicic (CRO-30) werden, im Achtelfinale würde sich Tennis-Österreich den als Nummer 17 gesetzten Jürgen Melzer als Kontrahent wünschen.

Übrigens: Nadal wird auch nach den US Open in New York (und auch anderswo) omnipräsent sein: Der Spanier ist das Gesicht einer neuen Armani-Werbekampagne.

Interessante Auslosung

Djokovic, dessen beeindruckende Jahresbilanz ihm schon neun Saisontitel, darunter die Australian Open und erstmals Wimbledon, beschert hat, muss Nadal diese Zusatzeinnahme nicht neiden: Der 24-jährige Serbe hat 2011 allein aus Preisgeld schon 8,3 Mio. US-Dollar (5,75 Mio. Euro) gemacht.

Wenn ihm seine angeschlagene Schulter keine Probleme macht, sollte er bis ins Viertelfinale durchspazieren. Dort könnte Gael Monfils (FRA-7) ein erster Prüfstein sein, mögliche Halbfinal-Konkurrenten wären Roger Federer (SUI-3), Jo-Wilfried Tsonga (FRA-11) oder Mardy Fish (USA-8).

Tsonga könnte übrigens in Runde zwei Gegner von Andreas Haider-Maurer sein, wenn dieser die erste Hürde (einen Qualifikanten) meistert.

Schlägt "x-factor" zu?

John McEnroe rechnet mit Andy Murray als "x-factor" für die US Open. "Er stand bisher dreimal in einem Grand-Slam-Finale. Er ist sicher der nach einem Erfolg hungrigste Spieler da draußen", sagte die Tennislegende in New York.

Auch wenn Murray zuletzt im Finale in Cincinnati von der Aufgabe von Djokovic profitierte - Selbstvertrauen hat er sich allemal geholt.

Ausgangslage bei Damen klar

Bei den Damen ist nach der Absage der zuletzt zweimal en suite erfolgreichen, aber nun wieder verletzten Kim Clijsters die Ausgangslage relativ klar: Maria Sharapova und die nach ihrer Verletzungspause zuletzt wieder bärenstarke Serena Williams sind die Topfavoritinnen.

Victoria Azarenka war der Pechvogel der Auslosung am Donnerstag, denn irgendjemand musste die im Ranking und daher auch in der Gesetztenliste noch zurückliegende Williams ja zugelost bekommen.

Azarenka mit Los-Pech

Nun kommt es bei normalem Verlauf schon in der dritten Runde zum Schlager der als Nummer vier gesetzten Weißrussin gegen die Nummer 28 des Turniers, die heimliche Top-3-Spielerin Williams.

Scharapowa ist nach ihrem Titel in Cincinnati schon auf Platz vier vorgestoßen, nach der Clijsters-Absage ist sie als Nummer 3 gesetzt.

Ihr erster echter Prüfstein könnte im Viertelfinale Wimbledonsiegerin Petra Kvitova werden. Letztere spielt in der zweiten Runde gegen Patricia Mayr-Achleitner, wenn sich die Tirolerin zuvor gegen die Rumänin Monica Niculescu durchsetzt.

Paszek zuerst gegen Usbekin

Österreichs Nummer 1 und 37 der Welt, die zuletzt ins Wimbledon-Viertelfinale vorgestoßene Tamira Paszek, trifft auf die Usbekin Akgul Amanmuradova.

Ist sie fit und in Form, darf man der 20-jährigen Vorarlbergerin aber auch einen Zweitrundensieg gegen Daniela Hantuchova (SVK-21) zutrauen. Gegen die als Nummer 15 gesetzte Swetlana Kuznezova (RUS) würde es in Runde drei dann schon sehr schwierig, im Achtelfinale würde dann die topgesetzte Caroline Wozniacki (DEN) warten.

Letztere hat trotz ihrer Nummer-1-Position nicht wirklich jemand auf der Rechnung. Die bisher ohne Majorsieg dastehende Dänin wird nach wenig überzeugenden Auftritten nicht am Finalwochenende erwartet.

Das Herren-Finale wird übrigens am 11. September auch im Zeichen des Zehn-Jahres-Tags der 9/11-Anschläge stehen, vor Beginn wird es eine Gedenkzeremonie geben.

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