Trimmel: Keine Zukunftssorgen

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Trimmel stimmt Schett zu, sieht aber Potential

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Nach dem Ausscheiden der beiden einzigen ÖTV-Spielerinnen im Hauptbewerb des Generali Ladies in Linz in Runde eins gehen die Achtelfinali des größten österreichischen Damen-Turniers ohne Lokalmatador in Szene.

Spätestens seit dem Rücktritt von Yvonne Meusburger ist die Lücke noch offensichtlicher geworden.

Vorwürfe von verschiedenen Seiten, wonach der ÖTV kein Konzept für die Damen habe, wies Sportdirektor Clemens Trimmel im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur aber zurück.

"Das kann ich so nicht bestätigen. Was wir machen, gilt sowohl für Burschen/Männer als auch für Mädels/Damen. Nämlich, dass wir das nationale Leistungszentrum in der Südstadt stärken."

"Dort gibt es ein Trainerteam, wo das Angebot auch für Damen steht", erklärte der Wiener, der ja auch als Davis-Cup- und Fed-Cup-Kapitän in Personalunion fungiert.

Ein Beispiel dafür sei, dass auch Nachwuchsdame Pia König seit drei Monaten in der Südstadt arbeite.

Auf in die Südstadt

Er wiederholte seine Einladung an alle Spielerinnen, in der Südstadt mitzutrainieren und will auch mit dem einen oder anderen Camp einen neuen Zusammenhalt schaffen.

"Wir werden in Zukunft gemeinsame Trainingstage organisieren, für die mein großes Ziel ist, dass wir einen erweiterten Fed-Cup-Kader zusammenbringen. Ich bin der Überzeugung, gemeinsames Training bringt die Leute weiter. "

"Wir können uns nicht um alle Karrieren der Spielerinnen und Spieler kümmern, aber wir wollen mit dem neuen Headcoach Michiel Schapers und auch mit mir inhaltlich den Leuten weiterhelfen."

Trimmel sorgt sich nicht um Zukunft

Geht es nach Trimmel, so soll noch in diesem Jahr im November oder Dezember eine solche Woche stattfinden.

Eingeladen sollen aber nicht nur die Spielerinnen, sondern auch deren Coaches und bei den Jüngeren eventuell auch die Eltern werden. "Aber es ist schwierig, alle unter einen Hut zu bringen."

Auch wenn mit Meusburger nun die aktuell beste Spielerin aufhört, so ist Trimmel um die Zukunft nicht bange, auch wenn ein Vorstoß des Nachwuchses noch nicht unmittelbar zu erwarten ist.

Die mittlerweile 18-jährige Barbara Haas gilt seit Jahren als Riesentalent und wurde medial schon vorab zelebriert.

"Es gibt Ernährungsvorträge, Judith Draxler-Hutter arbeitet mit Kindern im Mentalbereich. Man muss auch die Kinder schulen in Richtung: gemeinsam sind wir stark".

Das sei mit 17, 18, 19 Jahre alten Spielern schon schwieriger, derartiges Gedankengut zu verbreiten.

Erfreut ist Trimmel, dass mit Gabriel Huber, der "klar beste 15-Jährige in Österreich in der Südstadt trainiert."

Der Tiroler hat sich die Südstadt zwei Wochen angesehen und sich für eine Bindung samt Ausbildung in der gerade erst eröffneten Liese-Prokop-Privatschule für Hochleistungssportler entschieden. In dieser Schule wird ein Oberstufenrealgymnasium und eine Handelsschule zusammengefasst.

"Wir haben tolle Talente"

Trimmel geht zwar auf die Nachwuchshoffnungen zu, abwerben komme für ihn aber nicht infrage. "Das ist nicht mein Stil."

Auch Tamira Paszek sieht die österreichische Tennis-Welt nicht ganz so schwarz. "Wir haben tolle Talente in Österreich. Es braucht ein bisserl Zeit, ein bisserl Glück und das richtige Timing und es werden bessere Zeiten wiederkommen."

Die Tatsache, dass sich die Spielerinnen im eigenen Land eher aus dem Weg gehen, statt sich im internen Duell zu stärken, untermauert die Vorarlbergerin.

"Ja, das muss ich leider bestätigen. Schade eigentlich, weil wir hätten in den letzten Jahren einige gehabt, die zwischen 30 und 100 waren."

Auch wenn es ein Einzelsport sei, so fehlt Paszek "ein bisschen der Zusammenhalt wie man das in anderen Ländern sieht."

Barbara Haas zu früh gelobt

"Der Hype um sie hat definitiv sehr früh angefangen. Sie gefällt mir sehr gut, weil sie eine Kämpferin ist und für das Tennis lebt. Da ist sicher großes Potenzial vorhanden, aber es ist noch ein weiter Weg", glaubt Trimmel.

Mit Julia Grabher, Lena Reichel und Mira Antonitsch seien auch die jüngeren Jahrgänge durchwegs gut besetzt, "aber die brauchen natürlich noch".

Man dürfe aber auch nicht vergessen, dass eine Tamira Paszek im Dezember erst 24 wird. Trimmel wünscht sich möglichst bald ein schlagkräftiges Team, um auch im Fed Cup wieder aus der Euro/Afrika-Zone rauszukommen.

"Aber es spiegelt unser derzeitiges Leistungsvermögen wider." Er hofft auf gemeinsame, interne positive Konkurrenz, die sich auch positiv auf die Leistung auswirkt.

Trimmel gibt Schett recht

Da gibt Trimmel der früheren Weltranglisten-Siebenten Barbara Schett Recht, die diese "Eigenbrötlerei" schon vor einigen Wochen im LAOLA1-Gespräch bekrittelt hatte.

"Unsere Meinung deckt sich da zu 100 Prozent, weil wir noch aus einer Zeit kommen, wo das für uns gang und gäbe war. Sie war auch ein Südstadt-Kind, sie hat sich auch an den Älteren orientiert. Es muss in regelmäßigen Abständen versucht werden, dass die Leute gemeinsam trainieren", lautet Trimmels Credo.

Allerdings sind die Spieler freilich auch beeinflusst, von Eltern, ihren Trainern oder sonstigem Umfeld. Ob der enge Markt im kleinen Österreich da auch Auswirkung hat, bejaht Trimmel.

"Natürlich. Wir haben gute Trainer in Österreich, die vielleicht auch ihr Wissen nicht weitergeben wollen, im Sinne des Athleten. In meiner Position, der den Blick auf das gesamte österreichische Tennis hat, ist das natürlich schade."

Der beste Nachwuchsspieler Österreichs in der Südstadt

Mit den jüngeren Athletinnen und Athleten habe man schon begonnen, auch Schwerpunkte zu setzen.

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