(K)ein Ende in Sicht?

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"Ich habe sie schon letztes Jahr verklagt"

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Den 17. Juli 2012 wird Oliver Marach wohl kaum vergessen.

Einen Tag nach seinem 32. Geburtstag verletzte sich der mittlerweile 34-jährige Steirer auf einem Außencourt des Hamburger ATP-Turniers im Training.

Marach prallte gegen eine Metallverankerung am Rand des Platzes, überknöchelte und es folgte eine über sechsmonatige Pause.

Auf dem Trainingsplatz, der bei den vergangenen beiden ATP-Turnieren am Rothenbaum laut Aussagen Marachs zuletzt immer gesperrt war, waren an der Seite mehrere Eisenverankerungen für die winterliche Traglufthalle.

Und eine davon zog bei Marach den Riss des Syndesmosebands und Einrisse der Außenbänder nach sich.

Prozess läuft schon ein Jahr

Selbst die Fortsetzung seiner Karriere stand auf dem Spiel, Marach wollte sich beim Turnierveranstalter rund um Turnierboss Michael Stich bzw. der Versicherung schadlos halten.

Nach mehreren Monaten des ergebnislosen Zuwartens entschied sich Marach für den Gerichtsweg.

"Ich habe sie schon letztes Jahr verklagt. Sechs Monate nach dem Unfall. Ich wollte das alles eigentlich außergerichtlich machen", berichtete Marach am Donnerstag kurz vor dem Abflug nach Panama gegenüber der APA - Austria Presse Agentur.

Marach muss "alles zahlen"

Durch diverse Verzögerungen, u.a. weil die zuständige Richterin schwanger wurde, geht der Prozess, in den laut dem Steirer neben der Versicherung auch der "Club an der Alster" und der Deutsche Tennis-Bund (DTB) involviert sind, nun in die entscheidende Phase.

Im September wird der italienische Profi Daniele Bracciali, der mit Marach in diesem Training auf dem Platz gestanden ist, als Zeuge vernommen.

"Das muss alles ich zahlen, den Flug usw. für Bracciali und den Trainer dann auch noch", schilderte Marach.

Auch die ATP habe sich in diesem Fall sehr neutral verhalten, was Marach von der Vereinigung der Profi-Tennisspieler enttäuschte.

Unfall oder Fahrlässigkeit?

Turnierdirektor Stich habe betont, dass dies eine normale Sportverletzung gewesen sei. Das sieht Marach aufgrund der Metallpfeiler freilich anders.

Marach musste das Turnier in diesem Jahr wieder spielen ("es war das einzige 500-er in der Woche") und hat gesehen, dass der Platz gesperrt war.

"Der Platz ist eigentlich zu klein. Ich bin rausgerutscht, wollte den Ball schlagen, und dann wegen dem 'Eisenstipfl' umgeknickt."

Konkret geht es in dem Prozess freilich um einen Vermögensausfall sowie auch Schmerzensgeld.

Über eine Höhe konnte Marach nichts sagen. "Das kann man schwer berechnen. Ich habe die vergangenen fünf Jahre ja ein relativ konstantes, fixes Einkommen gehabt und dann Turniere nicht spielen können."

Hört Marach auf?

Im Gegenteil, teilweise teure diagnostische und therapeutische Maßnahmen waren vonnöten.

Marach ist aktuell Nummer 45 im Doppelranking. Er spielt die nächsten beiden Turniere in Winston-Salem und die US Open mit dem Mexikaner Santiago Gonzalez.

Ob der Vater einer Tochter seine Karriere 2015 noch fortsetzt, weiß er noch nicht. "Ich hatte heuer ein, zwei Monate, da ging es mir nicht gut, ich war down. Ich schaue mir an, wie das Jahr noch läuft."

Marach wünscht sich freilich auch einen fixen Partner, um das Jahr besser planen zu können.

"Wenn alles passt, würde ich schon noch ein, zwei Jahre dranhängen."

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