ÖTV-Präsident Leitgeb: "Gibt Vielzahl von Themen"

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Ende März hat Ronnie Leitgeb die Nachfolge von Ernst Wolner als ÖTV-Präsident angetreten.

Ein halbes Jahr später hat sich der frühere Trainer und Manager von Thomas Muster den großen Überblick verschafft und er weiß, dass er noch viel Arbeit vor sich hat.

Doch der 52-jährige Mödlinger, der ja mit Jürgen Melzer und Tamira Paszek auch die aktuell besten Tennis-Spieler Österreichs managt, sieht den Österreichischen Tennisverband (ÖTV) auf einem gutem Weg.

Eine Vielzahl von Themen

"Es ist spannend. Es gibt eine Vielzahl von Themen. Es ist eine sehr bewegte Materie, die einen großen Spagat vom internationalen Spitzentennis bis an die Basis zur Jugend und bis zum Breitensport erfordert", erklärte Leitgeb im Gespräch mit der APA.

Daher kann man die Handschrift des neuen Präsidenten in der Öffentlichkeit noch nicht so klar sehen.

"Es wird noch einige Zeit dauern, bis es auch das Gesicht nach außen bekommt, wie wir uns das vorstellen. Aber wir sind auf einem guten Weg und unsere Mitarbeiter sind sehr engagiert und fleißig", bestätigte Leitgeb und ergänzt, "wenn dieses Tempo beibehalten wird, dann haben wir eine gute Chance, dass der österreichische Tennis-Verband und auch der -Sport insgesamt eine Vorreiter-Rolle übernehmen kann."

Trainer sollen an einem Strang ziehen

Eines der Ziele Leitgebs beim Amtsantritt war es u.a., die Trainerausbildung dank eines Lizenzierungsverfahrens auf neue Beine zu stellen.

Dazu soll es nun am Wochenende vor dem Erste Bank Open in Wien (13./14.10.) eine Auftaktveranstaltung geben, zu der der ÖTV alle Trainer einladen möchten.

"Wir wollen einmal sehen, wer sind die Trainer in Österreich, die bereit sind, an einem Strang zu ziehen."

Es ginge dabei noch nicht so sehr um Inhalte, sondern "um dieses Zusammengehörigkeitsgefühl und die Wertschätzung des ÖTV an die Trainer".

Leitgeb will diese Leute "als Botschafter des ÖTV fördern" und unterstützen und ihnen auch "eine Aufwertung ihres Berufsbildes mitgeben".

Organisatorische Probleme reißen nicht ab

Die Tatsache, dass man im nationalen Leistungszentrum Südstadt nur Untermieter ist und es auch immer wieder Schwierigkeiten bei Heim-Davis-Cup-Veranstaltungen gibt, eine geeignete Halle zu finden, stößt Leitgeb nach wie vor sauer auf.

Noch hat es keine Gespräche mit der Politik gegeben. "Man muss das in Stufen sehen, das ist mein altes Trainerdenken: Zuerst muss man sozusagen trainieren und seine Hausaufgaben machen, dann kann man die Forderungen stellen."

Der ÖTV sei der erste gewesen, der mit einem Konzept im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2016 gekommen ist.

"Wir sind dabei, dieses Konzept in einen Feinschliff zu bringen und dann mit Jahresbeginn zu starten. Wenn das wahrgenommen wird, werden wir auch Unterstützung finden", glaubt Leitgeb.

Leitgeb vor Kasachstan-Duell vorsichtig

Im Hinblick auf die kürzlich erfolgte Davis-Cup-Auslosung der Weltgruppe 2013, die Jürgen Melzer und Co. vom 1. bis 3. Februar ein Auswärts-Duell mit Kasachstan beschert hat, ist Leitgeb vorsichtig.

"Natürlich ist es das Land, das uns gerade noch von der Gesetzten-Position weggedrängt hat, und von der Papierform her sicher der bestmögliche Gegner. Andererseits muss man sagen, gerade Kasachstan hat in der Vergangenheit gezeigt, dass sie immer wieder zwischen Weltgruppe und Relegation pendeln", warnt der ÖTV-Präsident.

"Auch dort ist das neue Nationalbewusstsein ein großes Thema - aus dieser Sicht würde ich diesen Gegner nicht unterschätzen."

Freude über AHM und Melzer Rhythmus

Besonders erfreut ist Leitgeb, dass mit Andreas Haider-Maurer nun endlich wieder ein zweiter ÖTV-Spieler an die Top 100 anklopft.

"Man kann auch sagen, das Davis-Cup-Team steht und fällt mit seinem zweiten Spieler. Da bin ich sehr froh, dass Andi wieder seinen Rhythmus gefunden hat auf dem Weg zurück unter die ersten 100 und vielleicht sogar noch weiter."

Von Jürgen Melzer wisse man, was man von ihm erwarten kann. "Eine Partie im Davis Cup hat er immer noch gewonnen, da mach' ich mir weniger Sorgen. Er wird auch auf der Tour wieder seinen Rhythmus finden."

Die Heirat Melzers kann Österreichs Nummer 1 durchaus auch zusätzlichen Aufwind geben.

"Ich glaube, dass Jürgen jemand ist, der, wenn es ihm privat gut gegangen ist, immer gute sportliche Leistungen abrufen konnte. Jetzt geht es ihm privat ausgezeichnet, also gehe ich davon aus, dass auch die Leistungen sehr gut werden", sagte Leitgeb lächelnd.

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