Plötzlich French-Open-Favorit

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Durch Heirat zum Sandplatzspezialist?

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Und plötzlich hat sich Andy Murray in den engsten Favoritenkreis für die am 24. Mai beginnenden French Open gespielt.

Der Weltranglisten-Dritte aus Schottland fertigte am Sonntag den in diesem Jahr schwächelnden Sandplatz-König Rafael Nadal im Endspiel des Masters-1000-Turniers in Madrid 6:3,6:2 ab und gewann damit sein zweites Sand-Turnier innerhalb von sechs Tagen.

"Married Murray" scheint seit seiner Hochzeit mit Kim Sears am 11. April nicht zu stoppen. 9:0-Siege auf Sand, davon hat er vor Beginn der Saison wohl nicht zu träumen gewagt.

Neue Stärke auf Sand

Bis München am vergangenen Montag hatte der 27-jährige Schotte noch überhaupt kein Turnier auf Asche gewonnen, nun hat er innerhalb von nur sechs Tagen die Titel 32 und 33 geholt. Gerade jener gegen Nadal, der wohl eine seiner bittersten Niederlagen erlitten hat, ist zwei Wochen vor Beginn des zweiten Grand-Slam-Turniers in Roland Garros schon einiges wert.

"Ich bin dieses Jahr gesund gewesen. Ich habe hart gearbeitet und habe auch einige drastische Änderungen in meiner Trainingsweise gemacht", erklärte Murray seine neue Stärke auf Sand.

"Ich habe versucht, meinen Körper besser zu verstehen, damit ich gesund bleiben kann. Besonders auf diesem Belag, was mir in den vergangenen zwei, drei Jahren nicht gelungen ist." In Roland Garros erreichte er 2011 und 2014 das Semifinale, in beiden scheiterte er an Nadal.

Heiratsglück steckt Petko an

Natürlich spielt auch das private Glück Murrays keine kleine Rolle am aktuellen Lauf. "Die Leute schätzen nicht immer, dass es auch einen anderen Teil unseres Lebens gibt, der auch sehr wichtig ist", gestand der nunmehr zehnfache ATP-Masters-1000-Turniersieger.

"Wenn du abseits des Platzes glücklich bist, dein privates und persönliches Leben gut ist, hilft es dir überall."

Inspiriert zeigte sich die derzeit rekonvaleszente Deutsche Andrea Petkovic, aktuelle Nummer neun im Damen-Ranking.

Die schlagfertige Petkovic schoss via Twitter den Vogel ab: "Wenn ich Andy Murray so zuschaue, denke ich mir: Hat irgendjemand Lust zu heiraten hier? (vielleicht aber nachdem ich meine Lebensmittelvergiftung überstanden habe)".

Dem dementsprechenden Sturm von Antworten ließ Petkovic dann folgen: "Jungs, beruhigt euch. Ich sprechen nicht einmal über Liebe. Kann ein Mädchen hier nicht einfach eine simple, arrangierte Hochzeit haben!"

Wie stark ist Nadal?

Nicht ganz so zu Späßchen zumute war Finalist Nadal.

Dem Spanier mangelt es immer noch an Konstanz, 26 unerzwungene Fehler im Endspiel zeugen davon.

"Auch wenn ich sehr schlecht gespielt habe, war mein Gefühl nicht so schlecht. Vor einer Woche war das Gefühl viel schlechter", sagte Nadal, der vor allem im Halbfinale beim 7:6,6:1 über Tomas Berdych an alte Stärke erinnert hatte.

Aus dem Titel-Hattrick in Madrid wurde dann aber nichts. "Ich habe nun eine Chance, eine weitere gute Woche in Rom zu haben", sagte Nadal, der im Ranking am Montag auf Platz sieben zurückgefallen ist.

Doch all das wird keine Rolle spielen, wenn er in Paris einläuft - wo er ab dem Pfingstwochenende auf seinen zehnten Titel bei den French Open losgehen wird.

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