Bringt die 13 Glück?

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"Es waren schon viele schlechte Partien dabei"

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2010 hat er hier mit dem Semifinale seinen wohl größten Coup geschafft und kletterte danach noch bis auf Rang acht im ATP-Ranking. Fünf Jahre später muss Jürgen Melzer bei seinem insgesamt 13. Antreten in Roland Garros kleinere Brötchen backen.

Und ein wenig schwingen bei ihm schon auch Gedanken mit, dass es wohl nicht mehr viele Auftritte beim größten Sandplatz-Turnier der Welt sein werden.

Dem seit Freitag 34-jährigen Niederösterreicher ist klar, dass mit zunehmenden Alter auch die Fragen nach seiner Zukunft bzw. dem absehbaren Ende seiner Karriere häufiger werden.

Ob er denn gar nicht daran denkt, dass es sogar schon in diesem Jahr möglicherweise sein letzter Einzel-Einsatz bei den French Open sein könnte? "Gar nicht wäre vollkommen gelogen", gesteht Melzer im Gespräch mit der APA.

 "Ich habe noch keine Pläne"

"Es schwingt vielleicht ein bisschen mit, sagen wir es so. Ich habe noch keine Pläne über die nächste Saison hinaus, das schaue ich mir am Ende vom Jahr an", meinte Österreichs derzeit drittbester Spieler, der aber neben Thomas Muster der bisher einzige ÖTV-Mann ist, der es auch einmal in die Top Ten geschafft hatte.

Seinen nächsten und - wie er hofft auch 2015 nicht letzten - Auftritt in Roland Garros hat Melzer am Pfingstmontag. Da trifft der Linkshänder erstmals auf den etwas über sieben Jahre jüngeren Franzosen Adrian Mannarino und ist gegen die Nummer 31 der Welt Außenseiter.

Mit seiner bisherigen Saison ist der ältere der beiden Melzer-Brüder alles andere als zufrieden. Zu oft ist er früh ausgeschieden, so wartet er beispielsweise seit Hertogenbosch 2014 (Semifinale) - also fast ein Jahr - auf ein Viertelfinale auf der Tour.

"Es waren viele schlechte Partien dabei"

"Bis zur letzten Woche war es relativ dünn, muss man sagen, da waren schon viele schlechte Partien auch dabei", gibt Melzer zu. In Genf ortete er aber einen Aufwärtstrend und den will er auf die Plätze in Roland Garros mitnehmen.

Zumindest blieb ihm bei seinem bereits 51. Grand-Slam-Turnier die Qualifikation erspart. Im vergangenen Jänner hatte sich Melzer just zu seinem "Major-Jubiläum" mit insgesamt vier Siegen aus der Ausscheidung heraus für die zweite Hauptrunde qualifiziert.

Die bisher dürftige Saison will Melzer aber nicht auf sein fortschreitendes Alter zurückführen und auch nicht auf körperliche Defizite. "Das liegt wahrscheinlich weniger am Alter, sondern einfach daran, dass ich schlecht gespielt habe. Das soll mal vorkommen...", sagt er schmunzelnd und ergänzt:

"Spielerisch war es einfach nicht gut"

"Der Körper funktioniert eigentlich okay, da bin ich zufrieden. Spielerisch war es einfach nicht gut. Da bedarf es natürlich schon ein paar Pünktchen in den nächsten Wochen, weil sonst wird es weniger lustig." So hat er Mitte Juni vom Vorjahrs-Semifinale in Hertogenbosch 90 Punkte zu verteidigen, in Paris sind es aus dem Vorjahr 45.

Doch Melzer hat das Vertrauen in sich nicht verloren. "Wenn ich wieder zu meiner Form finde, dann wird sich das auch wieder ergeben." Und im Training hat er in den vergangenen Wochen und Monaten um einiges besser gespielt, erzählt er. "Ich habe im Match einfach nicht locker gelassen und dadurch teilweise zu langsam gespielt und verkrampft."

Unter Druck setzt sich Melzer aber nicht und er stellt sich auch keine Selbst-Ultimaten wie etwa kein Rückfall aus den Top 100 per Jahresende oder Ähnliches. "Man sieht sich dann alles an - auch die Spielstärke. Der Körper ist das eine, aber auch ob man konkurrenzfähig ist. Weil, das muss ich mir nicht mehr antun."

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