Williams greift nach Grand Slam

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Grand Slam für Williams? "Warum nicht?"

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Serena Williams hat es trotz einer Erkältung geschafft.

Mit dem dritten French-Open-Sieg holte sie ihren bereits 20. Grand-Slam-Sieg und rückte ihrem Ziel, weitere Rekorde zu brechen, wieder näher.

Selbst wenn sie für ihr allzu offensichtliches Leiden wie schon bei früheren Anlässen als "Dramaqueen" gilt: Die 33-Jährige ist und bleibt der Superstar des Damen-Tennis.

"Serena Slam" in Reichweite

Wenn eine kranke Serena Williams beim wohl am schwierigsten zu gewinnenden Major-Turnier auf dem Pariser Sand triumphiert und schon drei Grand-Slam-Events in Folge für sich entschieden hat, dann liegen neue Superlative auf der Hand. Gewinnt Williams auch das am 29. Juni beginnende nächste Major in Wimbledon, dann hat sie zum zweiten Mal in ihrer Karriere den "Serena Slam" geschafft (vier Majors in Folge, unabhängig vom Kalenderjahr).

Wiederholt sie Anfang September dann auch noch den US-Open-Sieg, dann schafft die am 26. September 34 Jahre alt werdende US-Amerikanerin gleich zwei weitere Meilensteine:

Sie zieht mit der Deutschen Steffi Graf (22 Major-Titel) gleich und könnte zudem als erste Spielerin seit Graf (1988) den wahren Grand Slam gewinnen, nämlich alle vier Majors innerhalb eines Kalenderjahres. Bei den Herren hat das seit Rod Laver (AUS/1962 und 1969) kein Spieler mehr geschafft.

Grand Slam? "Warum nicht?"

"Den Grand Slam innerhalb eines Jahres zu gewinnen, ist die schwierigste Aufgabe für einen Spieler. Aber sie hat schon die ersten zwei gewonnen, also warum nicht?", fragte Williams-Coach Patrick Mouratoglou. Der Franzose, der die Weltranglisten-Erste seit Juni 2012 trainiert, hat Williams seither bei zwölf Majors zu sieben Titeln geführt.

Warum sie mit 33 immer noch ganz oben steht? "'Sie ist mental viel stärker geworden und weiß, dass sie das Tennis noch dominieren kann." Paris sei besonders schwierig zu gewinnen gewesen. "Sie hat nicht ihr bestes Tennis spielen können, weil sie sehr krank war."

Dennoch hieß es am Samstag am Ende des Finales gegen Lucie Safarova 6:3,6:7,6:2 für Williams. Die 48 Stunden davor seien für sie aber "ein Alptraum" gewesen, gestand Williams später. "Mir ist es vergangene Nacht wirklich schlecht gegangen. Wenn du die Grippe hast, dann schmerzt dein ganzer Körper. Sogar jetzt habe ich überhaupt keine Energie und möchte einfach nur ins Bett gehen."

Gras nie gemocht

Doch diesmal strich Williams die eigentlich obligatorische Pressekonferenz nicht und sprach auch über die Rekordjagd. Denn trotz ihrer 20 Titel, - den ersten hat die US-Amerikanerin 1999 gewonnen -, ist sie zum ersten Mal in der Position, dass sie die Australian und die French Open hintereinander gewonnen hat. Williams versuchte, die Erwartungen herunterzuschrauben.

"Ich hätte nie gedacht, dass ich zu dieser Zeit meiner Karriere drei Grand Slams in Folge gewinnen kann. Ich habe einen 'Serena Slam', jetzt bin ich nahe an einem weiteren", sagte Williams. Aber sie habe in Wimbledon in den vergangenen Jahren nicht so gut gespielt. Nach dem Sieg 2012 schied sie im Achtelfinale bzw. im Vorjahr in der dritten Runde aus.

"Eigentlich", überraschte die fünffache Wimbledon-Championesse, "habe ich Gras nie besonders gemocht. Ich weiß gar nicht, warum ich dort so oft gewonnen habe."

Den Blick in die Allzeit-Bestenlisten macht sie nicht, behauptet sie. "Ich verspreche euch, ich schaue nicht einmal darauf. Dann würde ich zufrieden werden und ich möchte nicht zufrieden sein. Ich möchte weitermachen."

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