Nadal nicht unantastbar, aber doch Favorit

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Zum ersten Mal seit zehn Jahren hat Rafael Nadal in den Vorbereitungsturnieren für "seine" French Open drei Mal verloren.
 
Und doch gilt der 28-jährige Spanier für das am Sonntag beginnende zweite Grand-Slam-Turnier des Jahres wieder als der Favorit.
 
Nadal hat eben seit 2005 in Paris nur einmal verloren, hat eine Bilanz von 59:1-Siegen und erreicht gerade in Paris immer seine Hochform.
 
Nadal beinahe unbezwingbar
 
Einen Nadal in Roland Garros in einem "best-of-five"-Match auf Sand zu bezwingen - dies war in den vergangenen zehn Jahren nahezu ein Ding der Unmöglichkeit.
 
Und nicht zuletzt aufgrund dieses Rufes könnte jener Spieler, der im Vorjahr als erster Mann überhaupt einen Einzel-Grand-Slam-Titel zum achten Mal gewonnen hat, durchaus auch den neunten Coup schaffen.
 
Trotz Niederlagen gegen David Ferrer in Monte Carlo, Nicolas Almagro in Barcelona und bei einem starken Auftritt von Novak Djokovic zuletzt im Finale von Rom: Nadal bleibt auch bei den Buchmachern der Favorit auf seinen insgesamt 14. Major-Titel.
 
"Fühle mich immer besser"
 
"Ich fühle mich physisch immer besser, besser als vor einem Jahr", sagte Nadal im Vorfeld des mit 25,018 Mio. Euro dotierten Turniers.
 
"Das ist das Wichtigste. Und es macht mich immer noch glücklich, was ich tue."
 
Djokovic hat nicht nur auf dem Court in Rom bewiesen, dass er zu Nadal aufgeschlossen hat, der Serbe rückte dem Weltranglisten-Leader aus Mallorca auch bis auf 650 Punkte nahe. Der Tennis-Thron steht in Paris also mit auf dem Spiel.
 
Federer mit vier Kindern nach Paris
 
Doch den Herren-Bewerb zum Zweikampf Nadal-Djokovic zu stilisieren, wäre falsch. Roger Federer darf man weiterhin nicht abschreiben, er hat in diesem Jahr u.a. Siege über Djokovic oder auch Andy Murray gefeiert und ist für mehr als nur das Paris-Viertelfinale vom Vorjahr gut.
 
Der 32-jährige Schweizer kommt statt zwei nun mit vier Kindern nach Paris und er hätte nach der Geburt seines zweiten Zwillingspärchens wohl gar nichts dagegen, auch seine Titelsammlung beim größten Sandplatzturnier der Welt zu verdoppeln. Sein bisher einziger Triumph gelang Federer 2009.
 
Nishikori als gefährlicher Außenseiter
 
Andy Murray hat zuletzt in Rom im Viertelfinale gegen Nadal ansteigende Form gezeigt. Der Schotte ist nach der Trennung von Coach Ivan Lendl nach wie vor ohne Trainer.
 
Ein gefährlicher Außenseiter ist Kei Nishikori, der nicht nur in Barcelona seinen ersten Sandplatz-Titel geholt hat, sondern als erster Japaner überhaupt in die Top Ten gestürmt ist. Und in Madrid stoppte ihn im Endspiel eine Rückenverletzung.

Ob es Nadal gelungen wäre, den bis dahin stark aufspielenden Asiaten bei einer 6:2,4:2-Führung zu bezwingen (Nishikori gab im dritten Satz bei 0:3 auf), sei dahingestellt.
 
   Nicht zu unterschätzen ist auch Australian-Open-Sieger Stanislas Wawrinka, der mit dem Titel in Monte Carlo auch auf Sand Siegerqualitäten bewiesen hat. Sein Vorjahres-Viertelfinale war sein bisher bestes Ergebnis beim Sand-Major.
 
Titelverteidigerin Williams als Favoritin
 
Bei den Damen hat es seit dem Hattrick von Justine Henin in den Jahren 2005 bis 2007 gleich sechs verschiedene Siegerinnen gegeben. Und doch ist Titelverteidigerin Serena Williams, die 2013 elf Jahre nach ihrem ersten Triumph an der Seine die Trophäe holte, wieder zu favorisieren.
 
"Normalerweise denke ich mir: 'oh mein Gott, ich muss verteidigen'. Diesmal werde ich damit cool umgehen", sagte Williams, die sich in Paris nun in der Nähe des Eiffelturms sogar ein zweites Apartment gekauft hat.
 
"Ich fühle schon seit längerer Zeit so. Und das ist gut so, weil ich vergangenes Jahr so viele Titel gewonnen habe", meinte die 32-jährige US-Amerikanerin.
 
In Rom hat sie zuletzt schon Paris-Form gezeigt und auf dem Weg zum Siegerscheck nur 22 Games abgegeben. In der Stadt, die sie ihr zweites Zuhause nennt, könnte Williams ihren 18. Major-Titel holen - und mit den Legenden Chris Evert und Martina Navratilova gleichziehen.
 
Sharapova und Li Na als Herausforderinnen
 
Größte Herausforderinnen werden Maria Sharapova (Siegerin 2012 und Vorjahresfinalistin) und Li Na sein. Die Chinesin, die 2011 mit dem Paris-Gewinn überrascht hatte, hat in diesem Jahr auch die Australian Open für sich entschieden.
 
Die wie Williams 32-jährige Li könnte die erste Spielerin seit Jennifer Capriati (2001) werden, die die ersten beiden Slams für sich entscheidet.
 
Li ist im Vorjahr überraschend in Runde zwei gescheitert, hat danach aber in 13 von 14 Turnieren zumindest das Viertelfinale erreicht.
 
Sharapova kommt mit der Empfehlung der Titel in Stuttgart und Madrid in die französische Metropole. Und in Abwesenheit der verletzten Viktoria Asarenka gibt es mit Simona Halep eine Geheimfavoritin.
 
Die Rumänin hat sich sehr verbessert, auch im Ranking. "Letztes Jahr war ich Top 20, jetzt bin ich Top 5, das ist ein großer Unterschied", erklärte Halep, aktuelle Nummer vier.

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