Halep fordert Sharapova

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Sharapova gegen Debütantin Halep Favoritin

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Sie steht zum dritten Mal en suite im Finale der French Open - und das obwohl sie im Vorjahr die zweite Jahreshälfte wegen einer Schulterverletzung passen musste.

Maria Sharapova hat ihre Comeback-Qualitäten auch in Roland Garros bewiesen und geht als Favoritin in das Match am Samstag. Für viele nicht so überraschend steht ihr mit der Rumänin Simon Halep eine Debütantin gegenüber.

Erfahrung spricht für Sharapova

Für die 27-jährige Russin mit Wohnsitz in Florida spricht vor allem die Erfahrung: Sharapova hat bisher alle vier Grand-Slam-Turniere je einmal gewonnen. Wimbledon 2004, die US Open 2006, die Australian Open 2008 und die French Open 2012.

Zehn Jahre nach ihrem ersten Major-Triumph steht die nach wie vor bestverdienende Sportlerin der Welt zum neunten Mal im Endspiel eines der "vier Großen", während Halep ihre Premiere feiert.

Die bisherigen drei Begegnungen mit der erst 22-jährigen Rumänin hat Scharapowa gewonnen, zwei davon 2012, als Halep noch nicht ihr derzeitiges Niveau erreicht hatte.

Doch im Endspiel von Madrid im vergangenen Monat forderte die aus Constanta stammende Halep, die unabhängig vom Ausgang nach Paris die neue Nummer drei der Tenniswelt sein wird, die Russin schon gehörig.

Russin fightete sich immer zurück

Sharapova hat mit Garbine Muguruza, der Bezwingerin der topgesetzten Serena Williams, im Viertelfinale und Eugenie Bouchard am Donnerstag schon zwei aufstrebende Spielerinnen der neuen Generation bezwungen.

Wie schon eine Runde davor gegen Samantha Stosur hatte sie dabei nach einem verlorenen Auftaktsatz in drei Sätzen gewonnen. Drei Siege in Folge jeweils nach einem verlorenen ersten Satz, das ist Scharapowa in ihrer gesamten Karriere noch nie gelungen.

"Ich will einfach nicht aufgeben, weil ich zu hart arbeite. Man selbst und sein Team steckt so viel hinein, um überhaupt in diese Lage zu kommen", beschreibt Scharapowa ihre Philosophie.

Fünfter Major-Titel im Visier

"Ich habe immer noch den Hunger, auch wenn ich aus einer anderen Generation komme", bekräftigte Sharapova. Gewinnt sie ihren fünften Major-Titel und holt den mit 1,65 Mio. Euro so hoch wie nie dotierten Siegerscheck, ist sie hinter Serena Williams die Nummer zwei im ewigen Preisgeld-Ranking.

Schon jetzt hat sie 28,2 Mio. US-Dollar (20,79 Mio. Euro) nur aus Preisgeldern lukriert, weit mehr aus Werbe- und Sponsorverträgen. Mit einem Sieg ist Sharapova wieder Nummer fünf, Platz sechs ist der derzeit nur Achten schon jetzt sicher.

Und da sie im zweiten Halbjahr nichts zu verteidigen hat, sollte ihr eine weitere Aufwärtskurve sicher sein.

Halep auf der Überholspur

Für Halep stellt sich die Situation anders dar. Vor einem Jahr hat sie in Paris als Nummer 57 der Welt noch in Runde eins verloren.

Obwohl sie in der Woche davor damals mit dem Erreichen des Endspiels in Rom viel Selbstvertrauen gesammelt hatte. "Ich glaube, es hat Klick gemacht, als ich (Agnieszka) Radwanska in Rom geschlagen habe", erinnert sich Halep an den Sieg über die damalige Nummer vier vor etwas mehr als einem Jahr zurück.

Damals habe sie bemerkt, dass sie auch die absoluten Top-Spielerinnen schlagen kann. Seither ging es stetig mit Halep bergauf: sechs Titel 2013, Achtelfinale bei den US Open und in diesem Jahr Viertelfinale in Melbourne und Sieg in Doha.

"Ich hatte beeindruckende zwölf Monate, aber bei diesem Turnier ist es mehr: es ist fantastisch", freute sich Halep.

Bislang kein Satzverlust

Schon jetzt ist sie die am besten platzierte Rumänin aller Zeiten und sie ist die erste Final-Debütantin seit Martina Hingis 1997 (Australian Open), die das Endspiel ohne Satzverlust erreicht hat.

Sie könnte in die Fußstapfen ihrer Managerin Virginia Ruzici treten, die die French Open vor mittlerweile 36 Jahren gewonnen hat. "Ich weiß nicht, wie ich spielen muss, um Maria zu schlagen", sagte Halep lachend.

"Aber ich werde darum kämpfen, ich habe in Madrid einen wirklich guten ersten Satz gespielt." Doch ein Major-Endspiel, noch dazu das erste, ist eine andere Sache. "Es wird sehr hart werden, mit meinen Emotionen umzugehen", weiß Halep, "aber ich habe nichts zu verlieren."

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