Roger Federer ist für Toni Nadal kein Thema

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„Ich sage vor einem Turnier nie, dass ich es gewinnen werde.“

Mit der Rolle des Top-Favoriten kann und will Rafael Nadal nichts anfangen.

Auch vor den am Sonntag beginnenden French Open gibt sich der Spanier zurückhaltend wie eh und je.

Sensationelles Comeback

Dabei gibt es für diese Bescheidenheit eigentlich keinen Grund. Zwar verweist Nadal immer noch auf die siebenmonatige Verletzungspause wegen seines lädierten Knies, sieht man sich jedoch seine Leistungen seit seinem Comeback an, kann man wenig Grund zur Besorgnis erkennen.

Von 38 Matches gewann der „Stier aus Manacor“ 36. Sechs Turniersiege hat er 2013 bereits gesammelt, fünf davon auf Sand.

So viele Titel sammelte Nadal vor den French Open, seinem Lieblingsturnier, noch nie. Mit sieben Siegen ist er Rekordsieger in Roland Garros.

An Nummer drei gesetzt

Mittlerweile hat sich auch das heiß diskutierte Thema mit der Setzung erledigt.

Durch seinen Turniersieg in Rom verdrängte er in letzter Minute seinen Landsmann David Ferrer im ATP-Ranking von Platz vier, zudem musste Andy Murray wegen seiner Rückenverletzung seinen Start absagen.

Damit ist Nadal in Paris an Nummer drei gereiht, womit er frühestens im Halbfinale auf seinen wohl gefährlichsten Titel-Konkurrenten Novak Djokovic treffen kann.

Toni Nadal warnt vor Djokovic und Ferrer

Neben dem Serben schätzt Coach und Onkel Toni Nadal David Ferrer als größten Herausforderer für seinen Schützling ein.

„Meine drei Top-Favoriten sind Novak Djokovic, David Ferrer und Rafael“, sagte der Trainer in einem Interview mit dem spanischen Staats-Radio.

„Man muss aber auch abwarten wie sich Tomas Berdych und Grigor Dimitrov schlagen werden. Diese beiden können ihr Level gewaltig steigern und ebenfalls Titel-Anwärter werden.“

Federer ist für Nadal kein Thema

Moment! Fehlt da nicht einer? Nein, laut Toni Nadal eben nicht. „Roger Federer gehört für mich nicht zu den Favoriten in Paris“, urteilt der 52-Jährige über den großen Erzrivalen seines Neffen, der es in seiner einzigartigen Karriere auf die Rekordzahl von 17 Grand-Slam-Titel brachte.

Bei den French Open gewann er bislang allerdings nur einmal im Jahr 2009 – damit ist der Schweizer übrigens der einzige Spieler, der neben Nadal seit dessen Premieren-Titel im Jahr 2005 in Paris triumphierten konnte.

„Wenn einer schon so lange spielt wie Roger Federer und schon so viel gewonnen hat… dann wird er auf Sand, der nicht sein Lieblingsbelag ist, nicht an seine Leistungsgrenze kommen können. Das ist der natürliche Lauf der Zeit“, erklärt Nadal seine Gedankengänge.

„Vielleicht ist er in Wimbledon oder bei den US Open der Favorit, aber nicht in Roland Garros.“

"Besser, als wir es erwartet haben"

Ob sich diese Prophezeiung bewahrheitet oder nicht: In erster Linie konzentriert sich das Team Nadal aber sowieso auf sich selbst. Und damit in Folge vor allem auf das operierte Knie, das Rafa im Vorjahr so viel Kummer bereitete.

„Er hat heuer besser gespielt, als wir es erwartet haben“, ist Toni Nadal auf seinen Neffen stolz. „Die Dinge haben sich sehr gut entwickelt. In Madrid hätten wir beinahe gegen Ferrer verloren. In Rom wäre es beinahe gegen Gulbis schief gegangen. Rafael hat in beiden Partien gewusst, wie er reagieren muss, um die Sache unter Kontrolle zu bekommen.“

Und warum sollte er es nun ausgerechnet in seinem "Wohnzimmer" nicht mehr wissen?

Christian Frühwald

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